Wien/Weber. Die Aktien von Goldminen haben sich in den vergangenen Monaten nicht gerade im Sinne der Anleger entwickelt. Seit Jahresbeginn liegt der Goldminenindex von FTSE gute zehn Prozent im Minus. Von seinem Höhepunkt im September des Vorjahres ist er gute 30 Prozent entfernt. Besonders hart traf es heuer kleine und mittlere Goldkonzerne: Diese büßten fast 20 Prozent an Wert ein.
Einerseits dürfte der schwächelnde Goldpreis dafür verantwortlich sein. Lange Zeit als Krisenwährung gefragt, konnte das Edelmetall zuletzt nicht mehr so recht von der permanenten Unsicherheit profitieren. Seit September des Vorjahres befindet sich das Edelmetall in einem volatilen Seitwärtsmarkt, doch immerhin liegt es seit Jahresbeginn im Plus (mit vier Prozent). Andererseits hat die Verunsicherung in der Eurozone dazu geführt, dass sich viele Investoren aus Aktien zurückgezogen haben und in weniger schwankende, liquidere Vermögenswerte investieren – wie zum Beispiel deutsche Bundesanleihen.
Markus Bachmann, Fondsmanager bei Craton Capital, sieht trotz dieses Umfelds einen geeigneten Zeitpunkt zum Einstieg in Minenaktien. Schon Mitte Mai habe sich eine Bodenbildung abgezeichnet, erklärt er. Zudem sei der Sektor im Vergleich zu Gold historisch niedrig bewertet. Die Aktien deuteten auf einen Goldpreis hin, der 400 Dollar unter dem derzeitigen Spotpreis (rund 1630 Dollar je Unze) liege. Gleichzeitig sei es unwahrscheinlich, dass das Edelmetall in den kommenden Monaten signifikant an Wert verliere.
Teure Minen müssen schließen
Auch George Lequime von der Rohstoffgesellschaft Earth Resource Investment Group rechnet mit einem Turnaround bei den Goldproduzenten: „Besonders die solide Finanzlage vieler Minen spricht für eine Erholung der Goldaktien.“ Er hat auch einen weiteren Grund für Optimismus: Weil die Kosten für den Goldabbau rasant steigen, müssten kostenintensive Minen schließen. Dadurch verknappe sich das Angebot – und der Goldpreis steige. Angesichts dieser Fundamentaldaten seien viele Goldunternehmen „extrem niedrig“ bewertet, findet auch er.

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