Mannheim/red/dpa. Noch brummt die deutsche Wirtschaft, aber die Experten beginnen sich langsam echte Sorgen zu machen: Der wichtige ZEW-Index, ein vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung in Umfragen unter Finanzexperten erhobenes Stimmungsbarometer, ist im Juni so stark eingebrochen wie seit 14 Jahren nicht mehr. Insgesamt sackte das Stimmungsbarometer um 27,7 Punkte auf minus 16,9 Punkte ab. In Alltagsdeutsch übersetzt: Experten erwarten für Deutschland in nächster Zeit einen relativ dramatischen Konjunktureinbruch.
Die Verschlechterung muss allerdings insofern relativiert werden, als der Umfragezeitpunkt genau in die Zuspitzung der Spanienkrise und in die Wirren vor der Griechenland-Wahl fiel. ZEW-Präsident Wolfgang Franz warnte aber ausdrücklich davor, die Konjunktur im weiteren Jahresverlauf zu positiv einzuschätzen. Die Schwierigkeiten in wichtigen Absatzländern würden nun eben auch auf die deutsche Wirtschaft selbst durchschlagen. Dazu komme, dass die Lage des Euro selbst „brenzlig“ geworden sei.
An den Börsen hatte der rasante Abfall des ZEW-Index allerdings keine Auswirkungen: Der deutsche Dax legte am Dienstag– ebenso wie der österreichische ATX – deutlich zu. Der Grund: Die Börsianer rechnen schon lange mit einem Konjunkturabschwung, der schlechtere Index war in den Kursen also bereits „eingepreist“. Dass die Stimmungsindizes nun tatsächlich sinken, hat die Börsen sogar ein wenig beflügelt: Das nährt nämlich die Hoffnung, dass die EZB die Geldschleusen wieder aufmacht und konjunkturbelebende Maßnahmen setzt.
Stimmungsbarometer: Deutschland vor Absturz?
19.06.2012 | 17:21 | (Die Presse)
Finanzexperten sind für die deutsche Wirtschaft pessimistisch wie schon lange nicht. Der ZEW-Index ist im Juni so stark eingebrochen wie seit 14 Jahren nicht mehr. An der Börsen hatte der Abfall keine Auswirkung.

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