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Warren Buffett setzt auf Immobilien

19.06.2012 | 18:13 |   (Die Presse)

Warren Buffett glaubt an ein Comeback des US-Immobilienmarktes. Der Starinvestor bietet für einen bankrotten Hypothekenfinanzierer. Im März sind die Häuserpreise in den USA um 1,8 Prozent gestiegen.

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New york/Bloomberg. Im vergangenen Jahr kam der bekannte Investor Warren Buffett mit seiner Prognose einer Erholung des US-Immobilienmarktes noch eindeutig zu früh. Jetzt meint er es aber offenbar richtig ernst, denn er bietet 3,85 Mrd. Dollar (3,05 Mrd. Euro) für die Hypothekentochter und das Kreditportfolio des bankrotten Immobilienfinanzierers Residential Capital (ResCap).

„Die Offerte lässt den Schluss zu, dass Buffett glaubt, das Schlimmste liege hinter uns“, sagt Buchautor und Buffett-Kenner Jeff Matthews. Zwar habe er sich früher bei der Einschätzung des Immobilienmarktes geirrt. „Aber wer sich an Kreditbarometern orientiert, einen Blick auf die Banken wirft und sich mit deren Kreditportfolios beschäftigt, dem wird auffallen, dass sich die Lage bessert.“

Die Zahl der Anträge auf Zwangsversteigerungen ist in den USA mittlerweile den 20. Monat in Folge gefallen. Im März sind die Häuserpreise zudem um 1,8 Prozent gestiegen und damit so stark wie seit mindestens 20 Jahren nicht mehr. Zugleich erhöhen die niedrigen Zinsen für Hypotheken und das schrumpfende Angebot die Nachfrage.

Die Investorenlegende Buffett reagiert prompt auf solche Entwicklungen. Seine Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway bereitet sich auf ein Comeback des Häusermarkts vor, indem sie einen Ziegelhersteller kaufte, das Immobilienbrokergeschäft stärkte und die Anlagen in Gewerbeimmobilien erhöhte.

Großbanken ziehen sich zurück

Das kann sich die Gesellschaft leisten: Die Holding verfügt über ein besseres Kreditrating als nahezu jedes andere Unternehmen in den USA und kann sich dadurch günstig Liquidität für Übernahmen holen. Vergangenen Monat platzierte das Unternehmen fünfjährige Anleihen mit einem Kupon von 1,6 Prozent. Geld, das bei der Übernahme von ResCap zum Einsatz kommen könnte. Vor der Immobilienkrise in den USA gehörte das Unternehmen zu den größten Anbietern von sogenannten Subprime-Hypotheken, also Immobilienkrediten für Schuldner mit geringer Bonität. Mittlerweile ist das Kreditvolumen von 130 Mrd. Dollar im Jahr 2006 auf 15,7 Mrd. Dollar geschrumpft.

Einige Großbanken wie die Bank of America haben sich – unter anderem wegen strengerer Kapitalregeln – gänzlich aus dem Geschäft zurückgezogen. Auch deswegen sieht Buffett die Chance, auf einem attraktiven Markt tätig zu werden und gleichzeitig vom Aufschwung des US-Immobilienmarktes zu profitieren.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.06.2012)

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1 Kommentare
Gast: Hans im Glück
20.06.2012 11:09
0 0

Das ist nur eine kurzfristige Sicht...

Der betroffene Hypothekenfinanzierer ist wahrscheinlich lebend etwas mehr wert als tot.

Das ist alles.

Der Immo-Markt in den Staaten wird noch weitere Tiefen kennen lernen.