Wien/JUK. Die Investitionen privater Eigenkapitalgeber in Österreich sind im Vorjahr neuerlich zurückgegangen: Investoren mit Sitz in Österreich beteiligten sich in Summe mit 124 Mio. Euro an 103 KMU (kleinen und mittleren Unternehmen) im In- und Ausland. Gegenüber 2010 entspricht dies einem Minus von drei Prozent, geht aus einer Marktstudie des AVCO (Austrian Private Equity and Venture Capital Organisation) hervor.
2010 war das Investitionsvolumen der Branche mit acht Prozent stärker eingebrochen: „Die Kurve flacht sich ab“, sagte dazu AVCO-Geschäftsführer Jürgen Marchart. Die Branche leidet noch unter den Nachwehen der Krise: Die Gelder, die im Vorjahr in Unternehmensbeteiligungen gesteckt wurden, sind vier bis fünf Jahre davor eingesammelt worden. 2012 dürfte es mit den eingesetzten Investitionen wieder bergauf gehen (die Spitze wurde 2007 mit einem Investitionsvolumen von 257 Mio. Euro erreicht). Die meisten Unternehmen (18 Prozent), an denen sich heimische Investoren im Vorjahr beteiligten, stammen aus der IT- und Computerbranche, gefolgt von der Chemiebranche (16,8 Prozent).

Banken kommen langsam zurück
Im Vorjahr wurden 249 Mio. Euro für die Dotierung neuer Beteiligungsfonds aufgebracht – in Österreich stammt der Großteil davon aus staatlichen Mitteln (36,3 Prozent). Dahinter folgen mit einem Anteil von 22,7 Prozent überraschend die Banken. Die Finanzinstitute hatten sich in der Krise gänzlich aus dem Geschäft mit privatem Eigenkapital („Private Equity“) zurückgezogen. Vor der Krise hatten sie rund 60 Prozent der Mittel beigesteuert.

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