Wien/Ag./Jil. Der Internationale Währungsfonds hat die Europäische Zentralbank (EZB) zu einem aktiveren Eingreifen in die Euro-Schuldenkrise aufgefordert. Kurzfristig sei eine „kreative, innovative Geldpolitik“ notwendig, sagte IWF-Chefin Christine Lagarde nach Beratungen mit den Euro-Finanzministern in Luxemburg. Dazu gehöre nicht nur eine Zinssenkung, sondern auch der erneute Einsatz unkonventioneller Instrumente. Die Zentralbank könne ihr Anleihekaufprogramm wieder auflegen, den Banken erneut massive Liquiditätsspritzen geben oder andere Formen einer „quantitativen Lockerung“ einführen, so der IWF.
Die EZB hat im Zuge der Schuldenkrise für rund 200 Mrd. Euro Staatsanleihen auf dem Sekundärmarkt gekauft und den Banken via Langzeitkrediten rund eine Billion Euro zukommen lassen. Vor allem die Anleihenkäufe waren und sind umstritten, weil der EZB die Staatsfinanzierung explizit untersagt ist. EZB-Chef Mario Draghi hat seit der Geldspritze für die Banken im Jänner keine weiteren Lockerungsmaßnahmen angekündigt.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.06.2012)

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