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BRICS erhöhen den Druck

22.06.2012 | 18:35 |   (Die Presse)

Welthandel. Statt übers Klima verhandelten die BRICS in Rio über Währungsdeals und Kooperationen bei Öl, Gas und Luftfahrt.

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Wien/Jil. Es ist nicht ganz korrekt, dass die Weltgipfel der vergangenen Woche keine Ergebnisse brachten. So waren die aufstrebenden Länder China, Brasilien und Russland beim „Klimagipfel“ in Rio vor allem damit beschäftigt, sich gegenseitige Investitionen in den Sektoren Öl-, Gas- und Luftfahrt zuzusichern. Und auch damit, die Vormachtstellung des US-Dollars auf der Weltbühne weiter zu untergraben.

China und Brasilien wollen nach Angaben der brasilianischen Regierung schon bald einen Vertrag über einen Währungsswap in der Höhe von 30 Mrd. Dollar unterschreiben. Vereinfacht gesagt leihen sich die beiden Länder gegenseitig dieselbe Summe in Real und Yuan – damit dieses Geld dann für den Handel eingesetzt werden kann und beide Partner nicht auf Dollar angewiesen sind. China hat solche Abkommen in letzter Zeit forciert und auch mit Australien ein ähnliches abgeschlossen.

 

Öl und Gas für Renminbi

Brasilien (wie Russland, China, Indien und Südafrika Mitglied der BRICS) handelt mit China inzwischen mehr als mit den USA. Die brasilianische Embraer, weltweit der größte Hersteller von Regionalflugzeugen, soll nach dem Abkommen auch in China Fuß fassen, was bisher nicht möglich war. Im Gegenzug sollen chinesische Firmen besseren Zugang zu den großen Gas- und Ölvorkommen in Südamerika bekommen, so der brasilianische Finanzminister Guido Mantega. An der brasilianischen Küste werden einige der weltgrößten Ölvorkommen vermutet. Laut Mantega hat Brasilien 2011 um 76 Mrd. Dollar Handel mit China getrieben. „Und es gibt kein Limit für das Wachstum des Handels zwischen Brasilien und China“, so Mantega.

Der russische Finanzminister drohte zuletzt mit der Schaffung eines eigenen Währungsfonds der BRICS, sollten diese im Internationalen Währungsfonds (IWF) nicht mehr Macht erhalten – was auf Kosten der amerikanischen Vormachtstellung in dieser Organisation gehen würde.

Auch die Handelsabkommen zwischen China und seinen Handelspartnern kann Washington nicht gerne sehen. Peking sagt inzwischen öffentlich, dass man seine eigene Währung – den Renminbi (auch Yuan genannt) – gerne zur Weltleitwährung machen würde: an Stelle des US-Dollar.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.06.2012)

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