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US-Politik will Kleinanleger schützen

22.06.2012 | 18:35 |   (Die Presse)

Nach dem Facebook-Debakel wollen US-Politiker Gesetze erlassen, die Kleinanleger bei Börsengängen vor einer Benachteiligung durch Banken schützen sollen.

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Wien/Ag. Der verpatzte Börsengang von Facebook könnte ein Nachspiel haben: Politiker aus den beiden großen politischen Lagern in Washington fordern, das Prozedere für Börsengänge nun grundlegend zu überdenken. Sie wollen insbesondere die Stellung der Kleinanleger verbessern, die teils hohe Verluste mit den Aktien des sozialen Netzwerks erlitten haben.

Der Fall Facebook habe gezeigt, „dass der Prozess des Börsengangs erhebliche Mängel aufweist“, so der republikanische Abgeordnete Darrell Issa in einem am Mittwoch bekannt gewordenen Brief an die Chefin der US-Börsenaufsicht SEC, Mary Shapiro. Das zugrunde liegende Gesetz von 1933 – der Securities Act – sei überholt.

Der Aktienkurs von Facebook stützt Issas Auffassung: Nach einem kurzzeitigen Plus war das Papier am zweiten Handelstag massiv gefallen und verlor in den Wochen darauf in der Spitze 33 Prozent an Wert. Freitagnachmittag lag die Aktie 15 Prozent unter dem Ausgabekurs von Mitte Mai dieses Jahres.

 

„Holländische Auktion“?

Issa, der den Brief als Vorsitzender eines Kongressausschusses verfasst hat, bemängelte beim Börsenprozedere insbesondere die Macht der beteiligten Banken, die den Preis faktisch diktieren könnten. Das sei gefährlich, weil es Interessenkonflikte gebe, etwa geschäftliche Beziehungen der Banken zu großen Investoren. Beim Börsengang von Facebook war Morgan Stanley das führende Institut.

Der Politiker stellte die Frage, ob nicht statt eines vorher festgelegten Verkaufspreises für die Aktien eine Auktion die bessere Wahl wäre. Der Suchmaschinenbetreiber Google hatte seine Aktien im Jahr 2004 mit einer sogenannten „Holländischen Auktion“ unters Volk gebracht. Dabei geben Käufer und Verkäufer ihre Gebote verdeckt ab und es wird ein Preis errechnet, mit dem beide Seiten leben können.

Beim Facebook-Börsengang hatten beteiligte Banken gute Kunden gewarnt, dass das soziale Netzwerk langsamer als gedacht wachsen könnte. Nun laufen Klagen von Kleinanlegern, die diese Information nicht hatten.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.06.2012)

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