Kein Ende des goldenen Bullenmarkts

10.11.2012 | 18:26 |  ju (Die Presse)

Der Goldpreis erhält vom Ausgang der US-Präsidentenwahl deutlichen Rückenwind. Obama gilt eben als Garant für heißlaufende Gelddruckmaschinen.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Dem Dollar hat Barack Obamas Wiederwahl nicht geholfen, wohl aber dem Goldpreis: Dieser hat seine Sommerschwäche beinahe wieder überwunden und ist in den vergangenen Tagen doch recht deutlich über 1700 Dollar je Feinunze geklettert. Obama gilt eben als Garant für heißlaufende Gelddruckmaschinen. Und das bedeutet Inflationsgefahr. Nachdem der Goldpreis im längerfristigen Verlauf ein ziemlich exaktes Maß für die Dollarinflation ist, muss das gelbe Gold auf Dollarbasis also ziemlich zwangsläufig zulegen.

Dass die Reaktion nicht stärker als ein kleiner Aufwärtszacken in einem seit Längerem anhaltenden Aufwärtstrend war, hängt damit zusammen, dass sich die USA in eine Lage manövriert haben, in der sie geldpolitisch ohnehin keine große Wahl haben: Die Liquiditätsschwemme plötzlich abzudrehen würde der US-Wirtschaft schwere Entzugserscheinungen bescheren.

(c) DiePresse

vergrößern

Praktisch alle Experten rechnen jedenfalls damit, dass der Gold-Bullenmarkt noch lange nicht zu Ende ist. Die Erwartungen für das kommende Jahr liegen zwar (siehe Grafik) ziemlich weit auseinander, die Richtung ist aber eindeutig. Allerdings: Volatilität sollten Goldanleger schon einplanen. Die idealen Einstiegspunkte liegen also in zwischenzeitlichen Schwächephasen, die den Aufwärtstrend auch in den kommenden Monaten unterbrechen werden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.11.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

1 Kommentare

Es geht doch eher um die Geldentwertung!

Das Gold wird kaum reale Wertzuwächse verzeichnen, das Geld wird aber den Wert immer mehr verlieren.

Davon betroffen ist nicht nur der USD unter Obama, auch der Euro mit einem zunehmenden Einfluss von Hollande und seinen Genossen wird den Euro im Wert erheblich drücken.

Die nominellen Preissteigerungen beim Gold werden von den Abwertungen der Währungen kommen. Ich würde meinen, dass bei einer nominellen Betrachtung die Prognosen auch viel zu vorsichtig gemacht wurden. Die Banken können sich wahrscheinlich den Bedarf an kommender Geldschöpfung gar nicht vorstellen.

Die Staaten der Eurozone können ja schon lange nicht mehr die Zinsen wirklich bezahlen und brauchten dazu eine laufende Erhöhung des Gesamtobligos. Es werden also die gesamten Staatsschulden von 10 Billionen Euro bei der EZB landen müssen, also eine solche Geldschöpfung betrieben werden. Der Goldpreis sollten dann bei min. 4.000.- Euro pro Unze liegen, nur mehr Waren als Heute wird man dann auch nicht bekommen.

AnmeldenAnmelden