Gold beginnt zu schwächeln

Je mehr sich die Eurokrise beruhigt, desto trüber werden offensichtlich die Aussichten für den Goldpreis. Kursstagnation und Eurostärke setzen Goldanlegern neuerdings stark zu.

Gold beginnt schwaecheln
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Gold beginnt schwaecheln
(c) APA ROBERT JAEGER (ROBERT JAEGER)

Zwar denken die großen Notenbanken noch nicht daran, die Liquiditätshähne zuzudrehen (was den Goldpreis eigentlich stützen müsste), aber ohne Krise glänzt das Krisenmetall offenbar doch nur bescheiden.

Goldanleger aus dem Euroraum bluten sogar doppelt: Nicht nur, dass die Goldnotierung seit vorigem Herbst einen ausgeprägten Abwärtstrend entwickelt hat, steigt auch noch der Euro gegenüber dem amerikanischen Dollar wie wild an. Weil Gold international in Dollar gehandelt wird, kommen also Währungsverluste auch noch dazu. Konkret: Man verkauft seinen Barren in Dollar – und bekommt dafür deutlich weniger Euro als noch vor Kurzem. Fazit: Während Goldanleger im Dollarraum seit vorigem Sommer wenigstens noch einen kleinen Kursgewinn von knapp vier Prozent gemacht haben, stehen Anleger im Euroraum (siehe Grafik) schon im Minus.

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(c) Die Presse / HR – (c) Die Presse / HR
Bisher konnte man sich noch damit trösten, dass Analysten-Kursziele jenseits der 2000 Dollar wenigstens auf Jahressicht noch Rendite in Aussicht stellten. Doch das ist jetzt auch vorbei: Die letzten Kursziele gehen gerade noch von 1800Dollar zum Jahresende aus, einige Analysten erwarten für die nächsten Monate sogar eine Abschwächung.

Auch unter Anlegern hat das Edelmetall an Anziehungskraft eingebüßt: Nach einer Umfrage der Citibank in Deutschland ist die Zahl jener, die einen Goldpreis-Rückgang erwarten, binnen Kurzem von acht auf 20Prozent gestiegen. Unter den Profis erwarten 29Prozent einen Kursrückgang in diesem Jahr.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.02.2013)

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