Wiener Börse zu Mittag: ATX baut Kursverluste weiter aus

21.12.2012 | 12:18 |   (DiePresse.com)

Sorgen um US-Haushaltsstreit belasten - conwert übernimmt 60% der KWG

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Wien (APA) - Die Wiener Börse hat heute, Freitag, zu Mittag ihre Kursverluste deutlich ausgebaut. Der ATX wurde um 12.00 Uhr bei hohem Volumen mit 2.372,33 Punkten errechnet, das ist ein Minus von 39,44 Punkten bzw. 1,64 Prozent. Zum Vergleich: DAX/Frankfurt -0,81 Prozent, FTSE/London -0,86 Prozent und CAC-40/Paris -0,56 Prozent.

Auch das europäische Umfeld zeigte sich klar im roten Bereich. Belastet haben vor allem die Sorgen um den US-Haushaltsstreit. Die Gespräche zwischen Regierung und Kongress drohen zu scheitern, nachdem es dem republikanischen Verhandlungsführer John Boehner am Donnerstag nicht gelungen war, eine Mehrheit des Repräsentantenhauses hinter seinen Kompromissvorschlag zu bringen. Die Chancen, dass die USA vor dem Jahresende die "Fiskalklippe" umschiffen können, würden sich dadurch klar vermindern, hieß es aus dem Handel.

Darüber hinaus geriet die Schuldenkrise in Europa wieder ins Visier der Anleger, nachdem die Ratingagentur Standard & Poor’s die Bonität für Zypern um zwei Stufen auf CCC+ gesenkt hatte. Überdies steht heute der große Verfall an den Terminmärkten, der sogenannte „Hexensabbat“, auf der Agenda. An diesem Tag laufen Terminkontrakte auf Aktien und Indizes an den Terminbörsen aus. Im Vorfeld dazu könnte es zu Kursschwankungen kommen, so Marktteilnehmer.

An die Spitze der Kurstafel setzten sich conwert mit plus 3,42 Prozent auf 9,80 Euro. Der Wohnimmobilien-Konzern übernimmt 60 Prozent an der deutschen Kommunale Wohnen AG (KWG) und erwirbt damit Assets im Volumen von rund 260 Mio. Euro. Durch den Erwerb erweitert das Unternehmen sein bisheriges Deutschland-Portfolio um etwa 66 Prozent. Ein Übernahmeangebot für die KWG wolle man jedoch nicht legen, hieß es vonseiten der conwert.

Weit unten auf der Kurstafel waren Bankwerte zu finden. Erste Group sackten um 3,71 Prozent auf 23,20 Euro ab und Raiffeisen büßten ebenfalls klare 3,67 Prozent auf 30,21 Euro ein. Auch Metallwerte mussten Federn lassen: AMAG verloren 2,40 Prozent auf 22,78 Euro und voestalpine gaben um 2,92 Prozent auf 26,92 Euro nach.

Immofinanz fielen erneut um 0,43 Prozent, nachdem die Papiere am Vortag massiv unter die Räder gekommen waren. Nach einer Ergebniswarnung im Rahmen der Vorlage der Halbjahresbilanz rutschten die Papiere am Donnerstag um gut viereinhalb Prozent ab.

Das bisherige Tageshoch verzeichnete der ATX zu Sitzungsbeginn bei 2.411,64 Punkten, das Tagestief lag aktuell bei 2.372,01 Einheiten. Der ATX Prime notierte zum oben genannten Zeitpunkt 1,51 Prozent tiefer bei 1.162,65 Punkten. Im prime market zeigten sich acht Titel mit höheren Kursen, 28 mit tieferen und einer unverändert. In einer Aktie kam es bisher zu keiner Kursbildung.

Bis dato wurden im prime market 2.877.358 (Vortag: 3.986.321) Stück Aktien (Einfachzählung) mit einem Kurswert von rund 67,712 (57,84) Mio. Euro (Doppelzählung) umgesetzt. Umsatzstärkstes Papier ist bisher Erste Group mit 322.610 gehandelten Aktien, was einem Kurswert von rund 15,23 Mio. Euro entspricht.

(APA)

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