Die Wiener Börse ist am Freitag mit Gewinnen in den Handel gestartet. Der ATX wurde um 9.45 Uhr mit 1904,06 Punkten nach 1888,09 Einheiten am Donnerstag errechnet, das ist ein Plus von 15,97 Punkten bzw. 0,85 Prozent.
Auch an anderen Börsen in Europa ging es in der Früh nach oben. Für bessere Stimmung sorgten Meldungen von Donnerstagabend, denen zufolge die größten Notenbanken mit einer konzertierten Aktion die Finanzmärkte stützen wollen, falls der Ausgang der Griechenland-Wahl am Sonntag zu Marktturbulenzen führen sollte. Die US-Börsen konnten in Reaktion auf die Berichte bereits am Donnerstag im Späthandel ihr Plus ausbauen.
Gut gesucht waren in Wien Telekom Austria und stiegen um 1,62 Prozent auf 8,17 Euro. Die vom mexikanischen Milliardär Carlos Slim kontrollierte America Movil SAB hat heute 5 Prozent der Telekom-Aktien von Ronny Pecik gekauft und den Kauf von 16 Prozent im Laufe dieses Jahres nach einer Zustimmung der Behörden vereinbart, teilte die Pecik-Gesellschaft Marathon Zwei Freitagfrüh mit. Nach Abschluss der Transaktion werde der Konzern etwa 23 Prozent der Telekom-Aktien besitzen.
Der Telekom-Analyst Bernd Maurer von der Raiffeisen Centrobank (RCB) sieht die Nachricht und die damit verbundenen Übernahmefantasien positiv für den Aktienkurs. "Die Übernahme des Pecik-Anteils erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die America Movil einen höheren Anteil erwerben wird, was für den Aktienkurs positiv ist", so der Analyst zur APA. Fraglich sei allerdings ob die Behörden die seit der Novelle des Außenwirtschaftsgesetzes nötige Zustimmung für eine Aufstockung über 25 Prozent geben würden.
Größere Nachfrage gab es auch in Erste Group, die Aktie befestigte sich bei höherem Volumen um 0,72 Prozent auf 14,05 Euro. Gesucht waren auch voestalpine (plus 1,47 Prozent auf 21,02 Euro), OMV (plus 1,33 Prozent auf 22,43 Euro) und die Post-Aktie (plus 1,29 Prozent auf 25,83 Euro).
Größter Verlierer waren bei einem Mini-Umsatz von 150 gehandelten Stück in Einfachzählung Polytec mit einem Minus von 3,06 Prozent auf 5,92 Euro. Größere Abgaben gab es in Amag, die Aktie fiel um 0,89 Prozent auf 17,78 Euro.
Für größere Schwankungen könnte im Tagesverlauf noch der anstehende große Verfallstermin an den Terminmärkten sorgen. Impulse werden zudem von neuen US-Wirtschaftsdaten am Nachmittag erwartet. Für anhaltende Nervosität dürfte Händlern zufolge auch weiter die anstehende Wahl in Griechenland sorgen. Die Wahl könnte über das Festhalten Griechenlands an seinem Sparprogramm, die daran geknüpften Hilfen von EU und IWF und sogar über den Verbleib des Landes in der Eurozone entscheiden.
Der ATX Prime notierte bei 947,74 Zählern und damit um 0,71 Prozent oder 6,68 Punkte höher. Im prime market zeigten sich 20 Titel mit höheren Kursen, 14 mit tieferen und zwei unverändert. In vier Aktien kam es bisher zu keiner Kursbildung. Bis 9.45 Uhr wurden im prime market insgesamt 697.961 (Vortag: 289.873) Stück Aktien in Einfachzählung mit einem Kurswert von 14,258 (6,87) Millionen Euro (Doppelzählung) gehandelt.
(APA)

KreativDie Welt der Werbung
Cash-KaiserDiese Firmen horten am meisten Bargeld
''Plagiarius''Dreisteste Fälschungen ausgezeichnet


