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Vorsorgewohnungen: Renditen sinken

22.02.2012 | 18:35 |  BEATE LAMMER (Die Presse)

Immobilien. Setzt die Regierung ihre Sparpläne um, wird das die Erträge von Vorsorgewohnungen leicht schmälern. Das größere Problem sind die steigenden Preise.

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Wien. Steuerberater und Anbieter von Vorsorgewohnungen haben nachgerechnet: Setzt die Regierung ihre Sparpläne um, schmälert das die Gesamtrendite von Vorsorgewohnungen um etwa 0,5 Prozentpunkte pro Jahr. Wie berichtet, muss man künftig bei einem Immobilienverkauf auch dann Steuern zahlen, wenn man die Immobilie länger als zehn Jahre im Eigentum hatte (es sei denn, es handelte sich um den Hauptwohnsitz).

Die Steuer soll, falls die Immobilie vermietet wurde, 25 Prozent der Differenz zwischen Verkaufspreis und Buchwert (Anschaffungskosten minus Abschreibungen) betragen, berichtet Roland Reisch vom Steuerberatungsunternehmen TPA Horwath. Nach dem elften Jahr soll es einen Inflationsabschlag von zwei Prozent pro Jahr geben (ursprünglich war von 2,5 Prozent die Rede). Maximal kann der Abschlag 50 Prozent der zu zahlenden Steuer betragen.

Somit werden Inhaber von Vorsorgewohnungen zur Kasse gebeten: Das Konzept besteht darin, die Wohnung eine Zeitlang zu vermieten, dabei Steuervorteile zu lukrieren und die Wohnung nach zwanzig Jahren oder längerer Zeit zu veräußern (oder selbst einzuziehen). Durch die neuen Bestimmungen wird sich die Gesamtrendite des eingesetzten Kapitals bei einer Laufzeit von 23 Jahren von derzeit 5,45 Prozent pro Jahr auf 4,85 Prozent pro Jahr reduzieren, rechnet Helmut Hardt von der Wiener Privatbank vor.

Dabei geht er von folgenden Annahmen aus: Er nimmt eine 63,5 Quadratmeter große Wohnung, deren Kaufpreis er mit 205.550 Euro ansetzt (das liegt leicht über dem Wiener Schnitt für Neubauwohnungen). Der Anleger finanziert die Wohnung zu 50 Prozent mit Eigenmitteln, die Miete wird jährlich der Inflation (von durchschnittlich zwei Prozent) angepasst, der Wertzuwachs beträgt drei Prozent pro Jahr.

 

Steuer frisst Teil der Rendite

Die neue Vermögenszuwachssteuer wird demnach die Gesamtrendite um einige Zehntelprozentpunkte pro Jahr reduzieren. Die Gesamtrendite (durchschnittlicher Ertrag pro Jahr am eingesetzten Kapital) wird jedoch von anderen Faktoren viel stärker beeinflusst, unter anderem vom Zinsniveau (höhere Finanzierungskosten schmälern die Rendite), vor allem aber von Kaufpreis und erzielbarer Miete. Und der Kaufpreis steigt in Relation zur erzielbaren Miete seit Jahren kontinuierlich an.

Die reine Mietrendite (Mieterlöse im ersten Jahr am Kaufpreis, ohne Berücksichtigung von Nebenkosten, die beim Kauf anfallen) betrug im Jahr 1995 laut dem Maklerunternehmen EHL noch sechs Prozent.

Dann ging sie kontinuierlich zurück und liegt nun unter vier Prozent. Ein Trend, der anhalten dürfte, glauben die Experten: Wer künftig eine neue Vorsorgewohnung kauft, muss mit noch höheren Preisen (und damit geringerer Rendite) rechnen. Die neue Steuer wirkt sich erst beim Verkauf aus.

 

Miete sollte nicht zu hoch sein

Beim Kauf einer Vorsorgewohnung sollte man aber nicht nur auf die Rendite achten, sondern auch darauf, wie realistisch sie ist: So sollte die Miete nicht zu hoch angesetzt sein. Acht Euro netto pro Monat und Quadratmeter für durchschnittliche Wohnungen und elf Euro für gediegene Dachgeschoßwohnungen seien angemessen, meint Reinhard Schmied, Geschäftsführer des Beratungsunternehmens Grundselect. Ist die Miete viel höher, bestehe die Gefahr, dass die Wohnung häufig leer steht oder doch zu einem niedrigeren Preis vermietet werden muss. Das drückt die angenommene Rendite ebenso nach unten.

Bei der reinen Mietrendite nicht berücksichtigt sind zudem die Nebenkosten beim Kauf (Notar, Grunderwerbssteuer, Grundbucheintragungsgebühr, Makler etc.), etwaige Erhaltungskosten, Kreditkosten und die Einkommensteuer, die Privatpersonen für ihre Mieteinnahmen zahlen müssen. Doch können Steuererleichterungen und eine eventuelle Wertsteigerung die Gesamtrendite verbessern.

Was Sie beachten sollten bei... Vorsorgewohnungen

Tipp 1

Miete. Beim Erwerb einer Vorsorgewohnung sollte man fragen, welche Miethöhe den Annahmen zugrunde liegt. Ist diese in Relation zu vergleichbaren Wohnungen zu hoch (Immobilien-Preisspiegel können Auskunft geben), besteht die Gefahr, dass die Wohnung öfter leer steht oder man doch weniger Miete erhält. Dann erfüllt sich die Erwartung nicht.

Tipp 2

Zinsen. Kreditzinsen sind derzeit niedrig, können mit den Jahren aber steigen. Hat man zu knapp kalkuliert, besteht die Gefahr, dass die Mieteinnahmen nicht ausreichen, um die Raten zu zahlen. Im schlimmsten Fall schafft man keinen „Totalüberschuss“ nach zwanzig Jahren (Einnahmen müssen Kosten übersteigen) und muss Steuern zurückzahlen.

Tipp 3

Wertsteigerung. Die Nachfrage nach innerstädtischen Wohnungen dürfte steigen, was eine Wertsteigerung wahrscheinlich macht. Doch haben sich die Preise schon in den vergangenen Jahren schneller erhöht als die Mieten. Das muss nicht immer so sein: Wenn das Sicherheitsbedürfnis der Anleger nachlässt, könnte der Preisanstieg abflachen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.02.2012)

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7 Kommentare
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die "vorsorge"wohnung, womoeglich auch noch auf kredit

ist genauso ein schafsprodukt wie lebensversicherungen

einfach nur mehr laecherlich ...

Gast: baugeschädigter
24.02.2012 18:07
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Achtung Bauschäden

Tipp 4
Achten Sie auf Baumängel,dzt geht bei hohen Preisen die Abzocke um !teils schwere versteckte oft nicht mehr sanierbare Mängel.
Große Namen schützen nicht vor teuren Schäden
Einführung einer black list würde Schäden verhindern

dadada
22.02.2012 22:28
3 0

ja nur um den durchschnittspreis

bekommen sie zur zeit nicht einmal eine renovierungsbedürftige altbauwohnung!

da werden so manche die zur zeit ihr schwarzgeld in vorsogerwohnungen umgewandelt haben und die preise in wahnsinnshöhen getrieben haben munterwerden.

die mieten, ja verlangen können sie, soviel sie wollen, nur die jungen wiener mit den wunderbaren leiharbeitervertrag, werksvertrag oder sonst irgeneinem ausbeutervertrag werden diese mieten halt nicht zahlen können...

freue mich schon darauf wenn in einem jahr all diese wohnungen am markt kommen und die preisblase platzen wird....


Antworten Gast: Baltasar Steindl
23.02.2012 08:34
0 1

Re: ja nur um den durchschnittspreis

Naja, schauns mal in andere Städte mit weniger hoher Lebensqualität als Wien. Da schauts bezügl. Einkommenshöhe und Miethöhe noch viel schlechter aus. Das so was bei uns platzt werden wir wahrscheinlich nicht so bald sehen...zumal ein sehr großer Brocken in den sozialen Wohnbau gesteckt wird und Mieten tendenziell beschränkter sind als in vergleichbaren anderen Städten. Ich denke da is Wien sowas wie europäischer Spitzenreiter...

Antworten Antworten dadada
23.02.2012 12:04
1 0

Re: Re: ja nur um den durchschnittspreis

wohnen ist viel zu teuer - da wird es maßnahmen geben müssen damit die preise nicht steigen.


Antworten Antworten Antworten Gast: Mieten müssen runter
23.02.2012 14:16
0 0

Re: Re: Re: ja nur um den durchschnittspreis

13€ am m2 Miete zur Zeit Durchschnitt in Wien, kann kein Mensch bezahlen. Zur Zeit flüchtet ein guter Teil der "vagabundierenden Liquidität" ins vermeintliche "Betongold" und treibt den Preis. Bis sie geschoren werden. Für Euch habe ich was ganz schönes den chart von Conwert:
http://www.teletrader.com/at/conwert-immobilien-invest-se/stocks/chart/tts-442623

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Derek
24.02.2012 09:33
0 0

Re: Re: Re: Re: ja nur um den durchschnittspreis

Achtung bezüglich der Durchschnittsmieten. Oft werden die aufgrund angebotsseitiger Online-Angeboten berechnet und bilden daher nicht die tatsächlich gezahlten Mieten ab!!!

Hinsichtlich einer Verbilligung von Wohnungen (Marktüberhitzung) in Zukunft: Leben in den guten Lagen wird trotzdem weiter teurer werden(Altbau, Innenstadt); Leben an der Peripherie (Transdanubien, Simmering...): vielleicht günstiger???