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07.07.2012 | 18:29 |  Josef Urschitz (Die Presse)

Warum die morgen beginnende US-Berichtssaison besonders spannend wird und Hersteller von Smartphones einen Blick wert sind.

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Rein charttechnisch sah die Lage an den wichtigsten Börsen zumindest vor dem freitäglichen Absturz gar nicht so schlecht aus. Die in den vergangenen Wochen erholten Kurse sind nach EU-Gipfel und EZB-Zinssatzsenkung zwar wieder ein Stück zurückgekommen, im DAX gibt es bei 6400Punkten aber eine komfortable Unterstützung, und auch der österreichische ATX weist bei 1780 eine (wenngleich viel schwächere) Unterstützung auf.

Charttechnisch, wie gesagt. In den nächsten Tagen werden aber andere Kriterien eine Rolle spielen. Morgen, Montag, nach Börsenschluss in den USA veröffentlicht der Alukonzern Alcoa seine jüngsten Quartalszahlen und eröffnet damit traditionell die US-Berichtssaison. Von deren Ausgang wird unter anderem abhängen, ob US-Aktien wirklich, wie Analysten derzeit noch meinen, relativ billig und damit Kaufgelegenheiten sind. Oder ob erodierende Gewinne für den nächsten Kursschub nach unten sorgen.

Für Langfristinvestoren ist das ja keine Frage: Die Konjunkturindikatoren rasseln seit Mitte Mai nach unten, spätestens in der zweiten Jahreshälfte wird das auch auf die Unternehmensgewinne (und damit auf die Kurse) durchschlagen. Aktienanleger sollten Neueinstiege derzeit also generell eher auf Tradingbasis (also mit der Absicht, relativ kurzfristig wieder auszusteigen) anlegen.

Vor allem aber wird man in den kommenden Wochen die Unternehmensergebnisse für das zweite Quartal sehr aufmerksam verfolgen müssen. Zeichnet sich schon hier ein Einknicken der Gewinne ab (was nicht ganz ausgeschlossen werden kann), dann können wir uns auf einen eher freudlosen Aktiensommer einstellen. In diesem Fall werden wohl noch vor dem Aufbruch in den Urlaub Absicherungsmaßnahmen fällig. Etwa in Form von Stopp-Limits. Das Realisieren von aufgelaufenen Gewinnen vor befürchteten Börsenturbulenzen hat nämlich noch niemandem wirklich geschadet. Seit der Einführung der Wertpapier-Kest fällt auch das steuerliche Argument für das Halten von Positionen weg. Und bei den Minigebühren, die Onlinebroker verlangen, ist der Wiedereinstieg nach der Flaute auch spesentechnisch nicht wirklich ein Problem.

Kurzfristig empfiehlt es sich, den Blick auf Branchen zu lenken, in denen sich etwas tut. Das ist derzeit ganz ohne Frage der Sektor der Mobiltelefonie. Der iPhone- und iPad-HerstellerApple(ISIN US0378331005), der seit der Erstempfehlung durch die „Presse am Sonntag“ deutlich mehr als 400 Prozent zugelegt hat, navigiert hervorragend durch die Krise, hat in der Vorwoche wieder die vorübergehend unterschrittene 600-Dollar-Marke geknackt und ist nicht mehr weit von seinem Allzeithoch entfernt. US-Analysten beziffern das Zwölf-Monats-Kursziel mit durchschnittlich 720 Dollar, die Aktie ist also noch lange nicht am Ende der Fahnenstange.

Der unumschränkte Marktführer im Tablet-Computermarkt (das iPad hält an die 60 Prozent Weltmarktanteil) wird nun aber von allen Seiten angegriffen, was auch die Aktien von Apple-Konkurrenten interessant machen könnte. Die Online-Buchhandelskette Amazon(ISIN US0231351067) etwa plant die Markteinführung eines eigenen Smartphones auf Android-Basis, das Apples iPhone auf den Pelz rücken will. Der südkoreanische Konzern Samsung (ISIN US7960502018) wiederum, dessen Smartphone Galaxy S3 dem iPhone bereits ernsthafte Konkurenz macht, hat für die vergangenen zwölf Monate eben erst einen Rekordgewinn vorgelegt. Auf dem Gebiet der Mini-Tablets (die mit Siebenzoll-Bildschirmen eine Art Kreuzung aus Smartphone und Tablet sind) reagiert Apple wiederum auf die Dominanz der Konkurrenten Google, Samsung und Dell und wird voraussichtlich im Herbst ein eigenes Gerät auf den Markt bringen.

Für Bewegung ist also gesorgt. Besonders die Aktien von Apple, Samsung und Amazon sollten in nächster Zeit genau beobachtet werden.

Einer der Profiteure des Tablet-Booms ist übrigens der an dieser Stelle schon mehrmals empfohlene (in Großbritannien registrierte) deutsche Apple-Zulieferer Dialog Semiconductor(ISIN GB0059822006). Der hat nach einem etwas übertriebenen Rücksetzer vor Kurzem eine schöne Wende hingelegt und könnte jetzt wieder in die Gegend von 18 bis 19 Euro steigen. Die Analysten der Commerzbank haben diese Aussichten in der vorigen Woche mit einer klaren Kaufempfehlung honoriert.

josef.urschitz@diepresse.com

Link: diepresse.com/money

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.07.2012)

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1 Kommentare
Gast: d.a.niel
11.07.2012 10:51
0 0

was...

... ist denn mit den hierorts mehrfach empfohlenen europäischen autoherstellern?

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