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Let's make money: Apple im Depot

28.07.2012 | 17:17 |  von Josef Urschitz (Die Presse)

Warum Aktien derzeit wenig Alternativen haben und Apple trotz enttäuschender Daten ruhig noch im Depot bleiben kann. Im Auge behalten sollte man auch den Apple-Konkurrenten Samsung.

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Am Donnerstag hat EZB-Chef Mario Draghi mit seiner Ankündigung, die Euro-Notenbank werde den Euro unter allen Umständen verteidigen, ein Kursfeuerwerk an den Börsen ausgelöst. Ist das jetzt das Ende der doch schon seit einiger Zeit anhaltenden hartnäckigen Seitwärtsbewegung?

Kurzfristig vielleicht, mittelfristig stehen die Zeichen – nicht nur wegen des (siehe unten stehende Geschichte) in der abgelaufenen Woche dreimal aufgetretenen „Hindenburg-Omens“ – nicht so gut. Aber mittelfristige Prognosen sind derzeit ohnehin Kaffeesudleserei, denn dominieren werden in den nächsten Monaten nicht charttechnische Gesichtspunkte, sondern die aktuellen Ereignisse in der Eurokrise (in der es momentan vergleichsweise ruhig zugeht).

Grundsätzlich sind Aktien zur Zeit keine schlechte Idee. Nicht nur, weil die Kurs-Gewinn-Verhältnisse in den wichtigen Indizes einen günstigen Einstieg signalisieren, sondern weil es wenig Alternativen zu den Anteilspapieren gibt. Sichere Anleihen bringen zur Zeit ja so gut wie keine Renditen. Und wenn man höheres Risiko in Kauf zu nehmen bereit ist, dann kann man gleich in rentablere Aktien gehen.

Das scheint einer der Gründe dafür zu sein, warum sich Aktien trotz der immer dichter werdenden Hiobsbotschaften von der Konjunkturfront vergleichsweise so gut halten.

Die Frage, wo man jetzt auf Einkaufsbummel gehen soll, ist nach einem Blick auf die Charts schnell geklärt: Den besten Eindruck hinterlässt derzeit eindeutig der deutsche Leitindex Dax, der sich seit Anfang Juli permanent über der (in diesem Fall ansteigenden) 200-Tage-Linie hält. Hier halten Analysten einen kurzfristigen Anstieg auf deutlich über 6800 Punkte für nicht unwahrscheinlich. Dass er sich dann aber permanent da oben hält, ist wohl weniger zu erwarten.

Wer den derzeitigen Schwung ins eigene Portfolio umleiten will, sollte also eher kurzfristig (mit der Bereitschaft zum beherzten Ausstieg) orientiert sein. Eindeutig weniger gut sieht es in Wien aus, wo der Leitindex ATX schon seit Juni mit insgesamt leicht fallender Tendenz hartnäckig seitwärts marschiert.

In Deutschland haben zuletzt eher Werte aus der zweiten Reihe kräftig aufgezeigt. Beispielsweise die Aktie der im TecDax notierten Jenoptik(ISIN DE0006229107). Deren Kurs ist am Donnerstag richtiggehend explodiert, nachdem die Prognose für 2012 stark angehoben wurde. Der Kurssprung vom Donnerstag hat die Aktie auch charttechnisch wieder in interessantes Gebiet gebracht.

Selbiges gilt auch für den ebenfalls im TecDax notierten Spezialmaschinenbauer Aixtron(ISIN DE000A0WMPJ6), der ebenfalls am Donnerstag einen Kurssprung nach oben machte. Aixtron berichtete zwar einen höheren Quartalsverlust als erwartet, die Anleger hatten aber offenbar noch Schlimmeres befürchtet. Außerdem ist der Ausblick für 2013 ziemlich positiv (wenngleich heuer rote Zahlen geschrieben werden könnten). Aixtron erzeugt unter anderem Maschinen für LED-Hersteller. Dieser Geschäftszweig gilt als ziemlich zukunftsträchtig, derzeit tauchen die LED-Hersteller aber gerade durch eine etwas schwierigere Marktphase.

Sowohl Jenoptik wie auch Aixtron dürften langfristig gute Chancen haben, den Einstieg kann man sich aber, nach ausführlicher Marktbeobachtung, in Ruhe überlegen. Denn der durch Ergebnisse ausgelöste, kurzfristige Kurssprung ist ja schon passiert. Also: Vorerst beobachten.

Keine guten Nachrichten sind diese Woche von der „Presse am Sonntag“-Dauerempfehlung Apple (ISIN US0378331005) gekommen: Das Unternehmen hat die Anleger enttäuscht und ist mit ein paar Prozent Kursrückgang abgestraft worden. Eine Trennung von der „i-Aktie“ scheint aber verfrüht zu sein. Analysten haben hier Kurserwartungen zwischen 720 und 800 Dollar – und das ist doch ein wenig vom aktuellen Kurs von knapp 600 Dollar entfernt.

Im Auge behalten sollte man auch den Apple-Konkurrenten Samsung (ISIN US7960502018), der die Amerikaner zunehmend bedrängt. Samsung zeigt ein ähnliches Kursbild wie Apple. Zumindest im Smartphonebereich werden die beiden Giganten den Weltmarkt auf absehbare Zeit dominieren. Wer am Ende die Nase vorne hat? Egal, wenn man beide Papiere besitzt – und dann eben auf die aktuelle Marktsituation reagieren kann.

josef.urschitz@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.07.2012)

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2 Kommentare
Gast: d.k.
30.07.2012 08:01
1 0

eindringliche warnung!

1) man muss aufhören, privatanlegern nahezulegen, sie sollten kurzfristig an der börse zu agieren

2) man muss aufhören, aktien nur deswegen zu empfehlen, weil sie gestiegen, also teurer geworden sind

Gast: trader1
28.07.2012 21:01
1 0

äpfel im schlafrock ..

ein beliebter anfängerfehler ... sich in eine aktie zu verlieben ..
.. ja die handys glänzen so nett und mann freut sich wie ein schneekönig, wenn man mit dem i-pad ein bilderl machen kann :-)
man ist ja dabei fast schon so genial wie der steven jobs, wenn man da am display herumwischt oder sich gar in der stadt vom handy anzeigen lässt wo norden ist ...

und vor leuter freud, übersieht man, das die institutionellen anleger sich gerade verabschieden und deshalb alle analysten nochmals ihre kursziel bestätigen :-):-)

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