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Let's make money: Börsenparty und Adidas

04.08.2012 | 17:52 |  von Josef Urschitz (Die Presse)

Wie die EZB vorübergehend die Börsenparty vermasselt hat und wohin der Kurs von Adidas noch sprinten könnte. Adidas hat den Konkurrenten Puma deutlich abgehängt.

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Die Märkte hatten sich so schön an die „Vorgaben“ der vorwöchigen „Presse am Sonntag“ gehalten: Die Apple-Aktie, nach enttäuschenden Quartalszahlen deutlich abgerutscht, fand schnell wieder den Zug nach oben, der deutsche Leitindex DAX kletterte ebenso flott (wie angekündigt) über die 6800-Punkte-Marke. Doch dann kam „Super Mario“ Draghi – und die heiße Luft, die er am vergangenen Donnerstag verbreitete, ließ den gerade erst aufgeblühten DAX gleich wieder, wenn auch nur vorübergehend, verdorren.

Wie geht es jetzt weiter? Auf jeden Fall mühsam, denn die Verunsicherung ist durch die offenkundige interne Lähmung der EZB (da sorgt der Streit zwischen dem „Club Med“ und Deutschland um Staatsanleihen für ein gefährliches Patt) nicht eben kleiner geworden. Dass gute US-Jobdaten die Kurse am Freitag überaus stark hochschnellen ließen, ändert am Gesamtbild wenig. Die europäischen Indizes sind durch die sehr starke Entwicklung in den vergangenen Tagen nämlich auf einem Niveau angelangt, das zumindest eine kleinere Konsolidierung nahelegen würde.

Solange sich die EZB nicht klarer äußert, sind anhaltende breitflächige Kursanstiege eher nicht zu erwarten. In solchen Situationen sucht man am besten nach Papieren, die zu stark nach unten geprügelt wurden, und deshalb zumindest kurzfristig doch ein wenig Gegenpotenzial haben.

Das haben in den vergangenen Tagen zwei besonders massiv abgerutschte Kandidaten, nämlichSolarworld(ISIN DE0005108401) und Nokia(ISIN FI0009000681) besonders klar aufgezeigt. Bei beiden ist allerdings Vorsicht die Mutter der Porzellankiste: Es hat schon seine Gründe, dass aus den einstigen Börsenstars Beinahe-Pennystocks geworden sind. Nokia, früher ziemlich dominant auf dem Handymarkt, hat schlicht die Smartphone-Revolution verschlafen und steht damit zu Recht im Eck. Und der einst gefeierte Börsenhit Solarworld ist unter die Räder der chinesischen Konkurrenz gekommen. Beide eignen sich damit nicht für Langfristinvestments, denn am grundsätzlichen Dilemma hat sich ja nichts geändert. Kurzfristig, auf Sicht von einigen Tagen, könnte aber etwas zu holen sein.

Solarworld ist in der vergangenen Woche stark „angesprungen“, nachdem der US-Konkurrent First Solar mit seinen Quartalsergebnissen positiv überrascht hatte. Die Deutschen präsentieren ihr Ergebnis am übernächsten Montag (13. August) – und bis dahin könnte der Kurs erfreulich aussehen. Allerdings sollte ständige „Bremsbereitschaft“ vorhanden sein.

Bei Nokia haben Übernahmegerüchte für einen gut 30-prozentigen Kurssprung gesorgt. Das war ein wenig überzogen, in der Zwischenzeit hat der Kurs wieder konsolidiert. Ein Einstieg ist aber reine Spekulation: Stimmen die Übernahmegerüchte nicht, dann ist das Papier überbewertet.

Keine gute Idee wäre es, den verschiedentlich wieder auftretenden „Experten“ zu glauben, die behaupten,Facebook(ISIN US30303M1027) wäre annähernd 50 Prozent unter dem Emissionspreis jetzt auf Einstiegsniveau: An dieser Stelle war vor der Börseneinführung zu lesen, dass der faire Wert dieses Papiers (so weit ermittelbar) zwischen 10 und 15 Dollar liegen dürfte. Und an dieser Einschätzung hat sich nichts geändert. Da gibt es noch recht ordentlich Luft nach unten.

Längerfristige Engagements sind, solange sich kein wirklicher Notausgang aus der Eurokrise abzeichnet, ein Glücksspiel. Wenn man sich darauf einlässt, dann sollte es Aktien von wirklich gut aufgestellten Unternehmen betreffen, die von der Krise nicht so einfach umgeworfen werden können. Ein Dauerkandidat dafür sind die VW-Vorzüge(ISIN DE0007664039). Der Automarkt wird von der Krise zwar relativ heftig getroffen, die deutschen Autobauer lassen sich davon aber ganz offensichtlich nicht aus der Spur werfen. Goldman Sachs hat sein Kursziel für VW eben erst mit 261 Euro bestätigt. Das wäre eine Kursverdoppelung.

Ganz hervorragend unterwegs ist zurzeit auch der deutsche Sportartikelhersteller Adidas(ISIN DE000A1EWWW0), der heuer von Fußball-Europameisterschaft und Olympischen Spielen profitiert und entsprechend gute Quartalsergebnisse liefert.

Adidas hat den Konkurrenten Puma deutlich abgehängt – auch was die letzte Zeile der Gewinn- und Verlustrechnung betrifft. Die Kursziele der Analysten liegen um bis zu 40 Prozent über dem aktuellen Wert.

josef.urschitz@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.08.2012)

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2 Kommentare
Gast: trader1
07.08.2012 16:42
0 0

wie wäre es mit ein bisserl grundlagen?

wie lange ist kurzfristig (5 minuten, 1 stunde, 1 tag, 1 woche ) ?
wie lange ist mittelfristig (1 tag, 1 woche, 1 monat, ein jahr) ?
wie lange ist langfristig ( 1 woche, 1 monat, 1 jahr, eine dekade) ?

keine ahnung .. und da wollen wir uns auch gar nicht festlegen ? ... tja . früher hat man bauernfängerei dazu gesagt :-)

Gast: d.k.
06.08.2012 08:14
0 0

und worin...

... ergründet sich der "faire wert" bei facebook im bereich von 10 bis 15 dollar?

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