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Let's make money: Konjunkturelle Wetterlage

23.06.2012 | 18:03 |  von Josef Urschitz (Die Presse)

Warum Aktionäre jetzt auf die konjunkturelle Wetterlage achten müssen und deutsche Autoaktien flott abfahren könnten. Die Deutsche Telekom wurde diese Woche von den Analysten der schweizerischen UBS empfohlen.

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Charttechnisch sieht die Lage klar aus: Der Zwischenaufschwung der vergangenen Wochen ist sowohl im deutschen Dax wie auch im österreichischen ATX am ersten nennenswerten Widerstand gescheitert. Es war also eine klassische „Bärenmarktrallye“, deren Auslaufen jetzt den Anlauf zu neuen Tiefen markieren könnte. Die wichtigsten Indizes, der Dow Jones und der US-Technologieindex Nasdaq 100, haben überhaupt gedreht, ohne auf nennenswerte Barrieren zu stoßen. Ein Zeichen dafür, dass einem derzeit die Charttechnik nicht besonders weiterhilft. Außer natürlich, man ist extrem kurzfristig unterwegs.

Mittelfristig orientierte Anleger sollten jetzt eher auf fundamentale Marktdaten schauen. Denn da zeichnet sich etwas ab, das sich in den Kurven und „Kerzen“ der Chartisten noch nicht widerspiegeln kann: Am Konjunkturhimmel ziehen extrem dunkle Wolken auf.

Am besten ablesen lässt sich das an den Rohstoffnotierungen, die seit Tagen nach unten sausen wie schon lange nicht. Die kleine Gegenbewegung am Freitag änderte daran wenig. Der Rohölpreis etwa ist binnen weniger Wochen von 126 Dollar je Fass in die Gegend von 90 Dollar gefallen. Wichtige Industriemetalle haben ebenfalls saftig verloren. Die Frühindikatoren zeigen also das Herannahen einer ausgeprägten konjunkturellen Schlechtwetterfront an.

Das tun auch die Stimmungsindikatoren, die derzeit massenhaft veröffentlicht werden. Zuletzt ist die Stimmung in den Management-Etagen im Herbst 2008 während des Lehman-Desasters so drastisch gefallen. Auch Stimmungsindikatoren ergeben ein gutes Bild, weil sie direkt an der „Front“ erhoben werden. Dort, wo man die Anzeichen des Abschwungs als erstes sieht, weil etwa Aufträge ausbleiben.

Und genau das sagen die harten Fakten, die die Wirtschaftsforscher erheben: Seit Mai brechen global die Auftragseingänge ein. Wirtschaftslokomotiven wie Brasilien geht der Dampf aus und in China sackt das Wachstum (das im Übrigen zu nicht geringem Teil durch die Aufblähung einer Immobilienblase entsteht) in gefährlich niedrige Regionen.

Kurzum: Die bisherigen Prognosen für eine milde Rezession werden wohl nicht zu halten sein. Der Sommer und der Herbst werden konjunkturtechnisch ungemütlich und das wird auch die Börsen dämpfen. Wer vorhat, sich an den Märkten zu engagieren, kann also durchaus den erwarteten Rückfall samt Bodenbildung abwarten. Aktien wird es im Laufe des Sommers noch billiger geben.

Das gilt auch für die in den folgenden Zeilen genannten Unternehmen, die in dieser Woche das Wohlwollen internationaler Analysten gefunden haben. Beispielsweise die Deutsche Telekom (ISIN DE0005557508), die von den Analysten der schweizerischen UBS diese Woche wärmstens empfohlen wurde. Das Papier gehörte zuletzt zwar nicht zu den Highflyern, der Vorstand wälzt derzeit aber umfangreiche Pläne zur Umstrukturierung und Verschlankung, die den Kurs möglicherweise beflügeln könnten. Der Charme der Telekom-Aktie liegt aber ohnehin nicht im Kurs, sondern in der außerordentlich saftigen Dividendenrendite von mehr als sieben Prozent. Es ist also ein typisches Schlechtwetterpapier, bei dem man nicht immer auf den Kurs schauen muss, solange regelmäßig solche Dividenden eintrudeln.

Die Analysten von Goldman Sachs haben sich in Sektoranalyse die deutsche Autoindustrie angeschaut – und sind dabei ins Schwärmen geraten. VW Vzg. (ISIN DE0007664039) und BMW(ISIN (DE0005190003) werden mittelfristige Kurspotenziale von mehr als 100 Prozent zugetraut, auch der Kurs von Daimler(ISIN DE0007100000) könnte sich nach Ansicht der „Goldmänner“ nahezu verdoppeln. Dazu allerdings eine Anmerkung: Wenn sich die Konjunktur so entwickelt, wie es derzeit leider zu fürchten ist, dann würde ich mit dem Inangriffnehmen dieser Kurspotenziale noch ein wenig zuwarten. Denn die Autoindustrie ist doch ein wenig konjunktursensitiv.

Gutes Potenzial hat nach Ansicht der Commerzbank-Analysten auch der deutsche Mode-Mittelständler Tom Tailor Holding (ISIN DE000A0STST2), der mit dem Kauf der Modemarke Bonita seine Zielgruppe beträchtlich ausgeweitet hat. Das Papier notierte am Freitag mit knapp über 12 Euro, das Kursziel der Commerzbank liegt mit 18 Euro deutlich darüber.

josef.urschitz@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.06.2012)

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3 Kommentare
Gast: trader1
27.06.2012 20:09
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zusammengefasst: es wird vielleicht regnen :-)


Zum Nachdenken!!

Wie wäre es mit Börsen schließen , eine demokratische Bank gründen ( keine Zinsen für Einlagen, 2 Prozent für einen Kredit), eine Grundsicherung für alle und Arbeit auf freiwilliger Basis.
Denn ewiges Wachstum wird es nicht geben und ich glaube wir produzieren schon viel zu viel.
Bitte, zuerst nachdenken, dann posten.

Antworten Gast: trader1
27.06.2012 21:23
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Re: Zum Nachdenken!!

schade, dass die bolschewiki den kommunismus nicht theoretisch korrekt umsetzen konnten ....die sache mit dem freiwilligen arbeiten hat leider nicht funktioniert .. alles andere war fast so, wie sie es vorgeschlagen haben.

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