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Studie: Große Risken für Lettland und Bulgarien

10.09.2007 | 18:06 |  MIRIAM KOCH (Die Presse)

Manche osteuropäische Länder könnten laut einer Studie unter den Folgen der US-Immobilienkrise leiden.

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WIEN. Die Wellen, die die Krise am US-Immobilienmarkt schlägt, treffen auch Osteuropa – aber unterschiedlich stark. Das geht aus einer Studie der Rating-Agentur Standard & Poor's (S&P) hervor, in der die Krisenanfälligkeit von 15 Ländern aus „Emerging Markets“ (Aufstrebende Volkswirtschaften) – darunter auch elf aus Osteuropa – analysiert wurde. Die größten Risken in Osteuropa ortet die Agentur in Lettland und Bulgarien. Dann folgen die Türkei und Rumänien. Kaum Sorgen bereiten Russland, die Ukraine und Tschechien den Experten.

Um die Verwundbarkeit zu bestimmen, wurden verschiedene Kennzahlen – beispielsweise der Fremdfinanzierungsbedarf in Relation zu den Fremdwährungsreserven beziehungsweise zur Leistungsbilanz – herangezogen. Denn die Analysten gehen davon aus, dass durch die aktuelle Finanzkrise die Investoren risikoscheuer werden. Dadurch werden unsichere Anlagen wie etwa Anleihen aus den Emerging Markets weniger interessant. Auch bei den Direktinvestitionen wird ein Rückgang erwartet, da die Unternehmen mehr auf Sicherheit und weniger auf Expansion setzen.


Stabiler als bei der Asienkrise

Bis jetzt ergibt sich aber aus diesen möglichen Folgen der Krise noch keine Notwendigkeit, die Ratings zu ändern, sagt S&P-Analyst Moritz Kraemer. Verwundbar zu sein, heiße auch nicht unbedingt, dass ein solcher Schritt demnächst anstehe.

Denn die Länder, und das ist die gute Nachricht, sind nach Einschätzung der Ökonomen derzeit in einer sehr viel stabileren Verfassung als bei den Krisen in der Vergangenheit – wie etwa der Asienkrise 1997. Verglichen mit damals sei der jetzige Anstieg der Risikoprämien für Investoren „ein Spaziergang im Park“, wie es in der Analyse heißt.

Zwar ist der Boom im Bau und bei Investitionen in einigen Ländern Osteuropas sehr stark kreditfinanziert. Doch da die meisten Banken westeuropäische Mütter haben, sei es unwahrscheinlich, dass diese den Druck auf die Kreditnehmer markant erhöhen (müssen) und damit die Krise verschärfen. Zudem habe sich das Schuldenmanagement der Staaten verbessert.

Nur die Überhitzungsgefahr der Wirtschaft am Balkan und im Baltikum, trübe ein wenig das Bild. „Wir erwarten auf keinen Fall einen Schwall an Herabstufungen von Emerging-Markets-Ländern, wie dies vor zehn Jahren geschah“, heißt es in dem Papier.


Zukünftige Gefahren für Ukraine

Dass Russland von S&P als so stabil und unverwundbar eingestuft wird, hat außerdem damit zu tun, dass das Land dank der hohen Erdöl- und Erdgaseinnahmen nur schwach von Finanzierung aus dem Ausland abhängig ist. Bei der Ukraine, die in der Studie ebenfalls positiv gesehen wird (im Gegensatz zu einer Untersuchung der OECD, die wie berichtet dringend Reformen einfordert), wird aber betont, dass die Analyse auf Daten von 2007 fuße. Für die kommenden Jahre gebe es jedoch die Gefahr, dass sich die Währungs- und Handelsrelationen verschlechtern – was dann eine höhere Verwundbarkeit nach sich ziehen würde.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.09.2007)

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1 Kommentare
lurch
11.09.2007 11:28
0 0

Finanzierung

Dieser Aritkel heißt doch nichts anderes, als europäische Banken u. Industrien investieren in Osteuropa (d.h. es wird Geld dorthin gebracht). Von den östl. Regierungen wird dann dieses Geld bei unsauberen US-Immobilien-Fonds verzockt. Bin neugierig wie lange die Behauptung "die Ostgeschäfte laufen so gut" noch aufrecht erhalten werden kann. Hat sich schon ein westeurop. Kreditgeber darüber Gedanken gemacht, wie er notleidende Kredite im Osten eintreiben will? Oder geht man ganz einfach den gemütlichsten Weg und haut wieder ein paar einheimische Arbeitnehmer raus?.

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