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Studie: „Osteuropa verliert bei Investoren an Attraktivität“

07.01.2008 | 18:09 |   (Die Presse)

Internationale Investoren wenden sich vor allem China und Indien zu, auch die USA bleiben interessant.

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WIEN (mk/ku/red.). Osteuropäische Länder wie Tschechien, Rumänien oder Ungarn rücken zunehmend aus dem Fokus internationaler Investoren. Dies zeigt der „Foreign Direct Investment Index 2007“ des Beratungsunternehmens A.T. Kearney, der auf einer Befragung von Vorständen der weltweit 1000 größten Firmen beruht. Wie bei der bislang letzten Studie 2005 führt China das Ranking an, gefolgt von Indien, den Vereinigten Staaten und Großbritannien.

Mittel- und Osteuropa verliert dagegen an Boden: In den Top 25 sind nur mehr zwei dieser Länder vertreten: Tschechien rutscht von Rang zwölf auf Rang 25 und Polen stürzt von fünf auf 22 ab. Selbst Russland hat ein wenig an Attraktivität verloren und liegt nun auf Platz neun (bisher Platz sechs). Nur für Investoren aus Europa, die ein Viertel der Befragten ausmachen, bleibt Osteuropa interessant. Für sie sind Länder wie Polen, Rumänien oder die Ukraine weiterhin unter den Top 10.

„Österreichische Unternehmen haben ihre Unternehmenskäufe in den neuen EU-Ländern weitgehend abgeschlossen“, sagt Robert Kremlicka, Geschäftsführer von A.T. Kearney Österreich. „Lediglich in Rumänien und Bulgarien sind noch größere Akquisitionen zu erwarten“, sagt er. Seiner Ansicht nach würden nun die ehemaligen Staaten der Sowjetunion mehr und mehr Investitionen anziehen.


Weniger Investitionen

Bereits im Vorjahr hatte der Geschäftsklimaindex der Oesterreichischen Kontrollbank ergeben, dass österreichische Investoren bei der Beurteilung der Geschäftsaussichten in Mittel- und Osteuropa vorsichtiger geworden sind. Die Geschäfte in dieser Region laufen zwar weiter gut, aber in den meisten Ländern konnte das hohe Niveau nicht gehalten werden, hieß es im November. Nur in Serbien verbesserte sich das Geschäftsklima, in der Slowakei blieb es stabil.

Diese Trends werden mittlerweile von harten Fakten bestätigt. Laut der Europäischen Wiederaufbaubank EBRD sind die ausländischen Direktinvestitionen in den neuen EU-Staaten im Jahr 2007 leicht gesunken (auf 24,5 Mrd. Dollar von 24,8 Mrd. Dollar im Jahr zuvor). Als Hauptgrund wird angegeben, dass die Privatisierungen weitgehend abgeschlossen sind. Für die osteuropäischen Staaten sind die Auslandsinvestitionen sehr wichtig, weil sie einen Teil der immensen Handelsbilanzdefizite ausgleichen.

Österreich findet sich laut A.T. Kearney nicht unter den Top-25-Zielländern für Direktinvestitionen. Dieser Umstand beunruhigt Kremlicka etwas. „2007 wurden rund 35 Mrd. Euro für den Erwerb österreichischer Beteiligungen und Unternehmen ausgegeben. Das ist ein sehr beachtlicher Wert. Dennoch taucht Österreich am Radarschirm der weltgrößten Konzerne selten auf, wenn sie nach künftigen Großinvestitionen gefragt werden. Das sollte der Wirtschaftspolitik zu denken geben.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.01.2008)

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