PRESSBURG (tha). Schlechte Nachrichten aus der Slowakei für Alpine, Strabag und Porr: Die österreichischen Bewerber um den derzeit lukrativsten Straßenbau-Auftrag in unserem Nachbarland sind allesamt aus dem Rennen. Eine elfköpfige Kommission des slowakischen Verkehrsministeriums hat gestern, Dienstag, entschieden, dass nur zwei der insgesamt sechs Bewerberkonsortien alle Ausschreibungsbedingungen erfüllt haben. In die engere Wahl kommen somit laut offiziellen Angaben das französisch-schwedische Konsortium Vinci und Skanska sowie ein multinationales Konsortium aus den sechs Firmen Bouyges Travaux, Colas SA (beide Frankreich), Doprastav, Vahostav (beide Slowakei), Intertoll Europe ZRt. (Ungarn) und Mota Engil (Portugal).
Ehrgeizige Pläne
Strabag und Porr hatten sich gemeinsam mit einem australischen Partner beworben, die Alpine Bau hatte sich einem von der deutschen Hochtief angeführten Konsortium angeschlossen. Welche der Bedingungen die ausgeschiedenen Firmengruppen nicht erfüllen, gab das Verkehrsministerium nicht bekannt.
In dem am 15. November ausgeschriebenen Wettbewerb geht es um das erste große Private-Public-Partnership (PPP)-Projekt in der Slowakei. Gebaut werden sollen mehrere noch fehlende Abschnitte in einer Gesamtlänge von rund 75 Kilometern für die Autobahnverbindung Bratislava – Kosice, die wichtigste Straßenverbindung des Landes. Das Verkehrsministerium schätzte den Preis Ende des Vorjahres auf knapp 50 Mrd. Kronen (1,5 Mrd. Euro) ohne Mehrwertsteuer. Die Regierung verfolgt ein ehrgeiziges Ausbauprogramm: Bis zum Jahr 2010 sollen zusätzlich 127 Kilometer an neuen Autobahnen und Schnellstraßen fertig sein.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.01.2008)
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