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Tschechien: Mangel an Arbeitskräften steigt dramatisch

07.05.2008 | 18:36 |  ERICH HOORN (Die Presse)

Investoren beklagen schlechte Ausbildung.

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Prag.Tschechiens Wirtschaft war im Vorjahr eine der am schnellsten wachsenden der EU, auch heuer bleibt die Dynamik hoch. Steigender Konsum und sinkende Arbeitslosenzahlen tragen zur guten Konjunktur bei, berichtet Andrea Stankovsky von der österreichischen Außenhandelsstelle in Prag. Allerdings geben die wenigen Arbeitssuchenden in Kombination mit der hohen Zahl an unbesetzten Arbeitsstellen immer mehr Experten Anlass zur Befürchtung, dass dieser Zustand weitere Unternehmens-Expansionen in Tschechien und somit die starke Konjunktur gefährden könnte.

Bisher galt die angespannte Situation nur für Bauwirtschaft, Autoindustrie und Telekommunikation. Inzwischen betrifft sie die gesamte tschechische Wirtschaft. Es fehlen qualifizierte Facharbeiter und Techniker, aber auch in anderen Bereichen ist die Nachfrage nach Arbeitskräften rege. In der Bauindustrie mussten in letzter Zeit etliche Unternehmen bereits die Auftragsannahme stoppen, weil sie keine Arbeiter mehr finden konnten. Auch in der boomenden Autoindustrie herrscht Besorgnis. Der hohe Bedarf an Arbeitskräften führt auch zu Abwerbungen und überzogenen Lohnforderungen der Beschäftigten, wodurch die Lohnkosten und damit die Standortattraktivität Tschechiens für Auslandsfirmen negativ beeinflusst werden.

Die ungünstige Lage am tschechischen Arbeitsmarkt wird laut Stankovsky einerseits durch die geringe Mobilität der Arbeitskräfte negativ beeinflusst, andererseits mangle es vielen Arbeitern auch an der Qualifikation. Die Anwerbung von ausländischen Arbeitskräften könne das Problem nicht langfristig lösen – vor allem ausländische Investoren klagen über große Mängel im tschechischen Schul- und Ausbildungssystem, das nicht die Bedürfnisse des Marktes erfülle.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.05.2008)

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1 Kommentare
Gast: von Schletten
13.05.2008 16:36
0 0

Ausbildungsmängel

Rein für die Marktbedürfnisse, spricht für die Nachfrage nach einfachen Montage-Arbeitern, werden sich die tscheschischen Arbeitskräfte nicht umstellen. Sowohl die Hochschul- als auch der Abiturabschluss in Tschechien weist bessere Quoten aus, als es der Fall in Österreich ist. Bis dato heilt man dies durch Import der Arbeitern aus der Slowakei, aus Polen oder Ukraine. Wie lange noch? Wo führt der Weg hin? Nicht Montage, sondern Entwicklung, Forschung....einige der Investoren haben es schon in Tschechien begriffen, wie die Beispiele der neuen wissenschaftlichen Zentren nicht nur aus Prag, sonder aus Brünn oder Mährisch Ostrau zeigen.
Wieso weiss es nicht Frau Stankovsky?

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