Tirana (mac). Die Politik brauche oft länger, um zu erkennen, dass auch die Länder Südosteuropas in die europäische Gemeinschaft eingebunden werden müssten, sagt Elena Kirtcheva, Generalsekretärin des Vienna Economic Forum, im Gespräch mit der „Presse“. Da sei es schön zu sehen, dass die Wirtschaft die Entwicklung dieser Länder schnell vorantreibe, so dass die Politik folgen müsse.
In ihrer neuen Funktion konnte die ehemalige Botschafterin Bulgariens bereits den Weg ihres Heimatlandes und der Ukraine in die Europäische Union begleiten. Auf lange Sicht müssten alle südosteuropäischen Staaten in die Gemeinschaft eingebunden werden, bekräftigt sie. „Alle diese Länder gehören zur EU.“ Auch Albanien, wo am Montag das heurige Treffen des Vienna Economic Forum in Tirana zu Ende gegangen ist.
Mangelnde Eigeninitiative
Abseits der Investitions-Potenziale, die „zahlreiche Ost-Pioniere“ nach Tirana gelockt hatten, ortet Kirtcheva auch Probleme in Albanien. Am drängendsten sei die mangelnde Eigeninitiative in der Bevölkerung. Wie in den meisten postkommunistischen Staaten sei die Aktivität des Einzelnen stets unterdrückt worden. Sie sieht das Vienna Economic Forum als einen „Geburtshelfer“ für jene, die etwas ändern möchten. Das Vienna Economic Forum wurde im Jahr 2004 gegründet, um die wirtschaftliche Kooperation zwischen den Ländern von der Adria bis zum Schwarzen Meer zu fördern.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.06.2008)

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