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Polen: Gastarbeiter als Subventionsgeber

11.05.2009 | 18:23 |  Von unserem Korrespondenten KNUT KROHN (Die Presse)

Offiziell überwiesen im Ausland tätige Landsleute 17 Milliarden Euro in die Heimat. Ein sehr großer Teil werde sofort wieder investiert, vor allem in den Bau von Häusern oder in den Kauf von Wohnungen.

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WARSCHAU. Genaue Zahlen gibt es nicht. Niemand weiß, wie viele Polen im Ausland arbeiten. Es seien 600.000, heißt es von offizieller Stelle. Weit über zwei Millionen, schätzen Arbeitsmarktexperten. Sicher ist nur: Diese Männer und Frauen schicken jedes Jahr viele Milliarden Euro zurück in ihre Heimat. Wie viel? Auch das ist kaum zu sagen.

Jetzt hat die Polnische Nationalbank (NBP) einige grobe Zahlen vorgelegt. Rund 70 Milliarden Zloty (etwa 17 Milliarden Euro) seien seit dem Beitritt Polens zur Europäischen Union am 1. Mai 2004 zurückgeflossen. Allein im Jahr 2008 seien offiziell knapp über vier Milliarden Euro nach Polen geschickt worden, etwa so viel wie bereits im Jahr zuvor. Um die Größenordnung deutlich zu machen: Das ist etwa so viel, wie die EU Subventionen an Polen überweist.

 

„Nur die Spitze des Eisbergs“

Krzysztof Rybinski hält alle diese Angaben allerdings für weit untertrieben. „Diese 70 Milliarden Zloty sind nur die Spitze des Eisbergs“, sagt der ehemalige Vizechef der Nationalbank. Niemand wisse, wie viel Geld noch im Sparstrumpf der Leute stecke, von dem der Staat nichts wisse. „Vielleicht ist es noch einmal so viel.“ Die Weltbank hat berechnet, dass die Arbeitsemigranten aus nur vier anderen Ländern dieser Erde noch mehr Geld an ihre Familien in der Heimat schicken. Das sind Mexiko, China, Indien und die Philippinen.

Sicher sind sich alle polnischen Experten aber darin, dass dieses Geld einen wesentlichen Anteil am Wirtschaftswachstum des Landes hat. Ein sehr großer Teil werde sofort wieder investiert, vor allem in den Bau von Häusern oder in den Kauf von Wohnungen.

Der Volkswirt Piotr Kalisz sieht noch einen anderen positiven Trend. „Viele Polen, die in den kommenden Jahren zurückkehren, werden ihr erspartes Geld nicht nur in den Konsum von Waren stecken“, erklärt er und glaubt, dass sich eine erhebliche Zahl von ehemaligen Emigranten mit ihren Ersparnissen selbstständig machen, ein Geschäft eröffnen, neue Arbeitsplätze schaffen und so langfristig zum Wirtschaftswachstum in Polen beitragen wird.

Von dem neuen Wohlstand würden alle profitieren, auch die ärmeren Schichten, erklärt Lukasz Tarnawa, Volkswirt bei der polnischen Bank PKO. Als Beweis für seine Theorie führt er Zahlen des Statistischen Amtes an. Danach hat sich im Verlauf des vergangenen Jahres die Zahl der Personen, die am Existenzminimum leben, von drei Millionen auf 1,7 Millionen verringert. In Polen heißt das, dass ein Haushalt von vier Personen mit rund 250 Euro im Monat auskommen muss.

Eine Prognose, ob die Überweisungen infolge der globalen Wirtschaftskrise deutlich einbrechen werden, wagt noch niemand. Eine große Rückkehrwelle nach Polen sei bisher nicht zu verzeichnen, heißt es aus dem Arbeitsministerium in Warschau – was wohl auch an der großen Flexibilität der Emigranten liegt. Immer wieder wird berichtet, dass Polen, die etwa in Großbritannien ihren Job verlieren, sich in einem anderen Land ihr Auskommen suchen. In Skandinavien, so wird in den Kreisen dieser Arbeitsnomaden erzählt, sei die Welt noch ziemlich heil.

 

Schwarzarbeiter aus dem Osten

Erscheint die Heimkehr für die meisten Polen wenig reizvoll, so ist das Land für andere durchaus attraktiv. Nach Angaben des Warschauer Arbeitsministeriums werken etwa 10.000 Ukrainer und Weißrussen offiziell im westlichen Nachbarland – nach vorsichtigen Schätzungen kommen zehnmal so viele „Schwarzarbeiter“ dazu. Während es einen gravierenden Mangel an Facharbeitern und Forschern gibt, steigt in anderen Bereichen die Arbeitslosigkeit, weil „Ostler“ und neuerdings Chinesen zu konkurrenzlosen Preisen arbeiten. Jan Guz, Chef des Gewerkschaftsverbandes OPZZ, fordert schon die Einführung von Quoten.

AUF EINEN BLICK

Polen ist „Marktführer“ bei den Überweisungen von Gastarbeitern in die Heimat. Seit dem EU-Beitritt 2004 waren es offiziell 17 Mrd. Euro.

Rumänien – seit 2008 in der EU– macht Polen diese Position streitig. Allein im Vorjahr sollen Landsleute aus Italien und Spanien sieben Milliarden Euro in die Heimat überwiesen haben.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.05.2009)

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5 Kommentare
Gast: Jerzy
24.07.2009 15:40
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Milionen Polen mussten aus Polen fluchten wegen einfaher Hunger..

In Ausland arbeitet heute offiziel oder schwarz Milionen Polen . Wenn sie wider nach Polen mit Geld kommmen werden sie bestialich beklaut in verschiedenen Steuer Formren.
Polen als Land lebt aus Diebcheit und Betrugerei, aber Pole mussen in Ausland ihren Job suchen.
In Polen geht am bestens ehemaliger verschiedenen Atren von ehemaliger Spitzel Diensten, ehemaliger Mietglieder Kommunistischer Partei und einlicher Perteien, auch Menschen die vill Geld haben , niemand pruft das , woher sie Geld haben..
30 - 35 jahrige Menschen besitzen Villas in Milioen Zloty werte. ist aber selbstverstendlich das unmoglich ist das sie haben das Geld verdienen.
Vor allem in Polen funktioniert so genante polnischer Demoratie. das hesit vill zuerst klauen , dann Schmier Geld geben ,und heilige Ruhe haben .
Polnische Rechtssprechung ist wie eine Blinde Hure. Der ist die beste, wer mehr gibt.


Gast: Jerzy.: e mail mondeoxl@yahoo.de
24.07.2009 15:26
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Sie haben sehr vahrscheinlich falsche Informationen, vifil Polen nach dem zu EU Eintrit musste weg aus Polen.

Warum ? Eintrit Polen zu EU war in die letzte Minute. Polen war, und ist bis heute ein merkwurdige Land. So genanten Polniescher Medien bellen so wie sie bellen mussen. So war damals und so ist heute. Dafur jahre zehnte polnischer Burger haben monatlicher Gebuhren fur Radio und Fernseher zahlen mussen.
Ist selbstverstendlich das dieser alle Iformationen waren falsch .
Jetzt zB polnischer Regierung , so wie fruhere auch seien stolz das iPolen sucht Arbeitskraften.
weil Arbeitslosigkeit dank Regierung ist fast Null.
Polen muss man kennen, wenn man was sagen wil.Polen ist ein rechtloser Land,und das mussen alle wissen.In Polen kann man in Gericht ein Urteil kaufen, oder ein Urteil bekommmen die nichts wert ist.
Polen wenn normal leben wolen mussen in Ausland arbeiten, weil in Polen , besonderes seit 2004 , funktioniert diebischer Wirtschaft. wer hat Geld kann alles kaufen. Ehemaliger komunistischer Partei Nachfolger haben besettzen, oder geklaut , alles was wert war.
Ich kenne personlich milionen schwere Diebe die seit Jahre sind frei , aber ihre Opfer mit Gerichts Urteilen gegen ihm in Hand koennen nichts machen . Warum ,? weil in polen Diebe , Krimminelle , Banditen sei bestens geschutzte Leute in Lande .
Es gibt tausenden anderen Beispielen zB offiziele auf polnisch demokratische Klauerei,zZB Werme in Wohnblockhausern zahlt man in Polen pro kw.meter. oder wenn In Wohngemeinschaft Nowa in JaSTRZEBIE zDROJ
felt tausende lLiter Waser in Wasserleitung , alle mussen . und

Gast: Debski
04.06.2009 11:59
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Westliche Produkte kaufen ist ok, aber Oestliche Arbeitsplaetze nicht..

die EU steht von drei prinzipiellen fundamenten - das Kapitalrecht, das Warenrecht, und das Arbeitsrecht. Diese drei Rechte sollten ohne Grenzen in alle 27 Laender annerkant sein. Ich als Pole habe das Recht ein Deutsch oder Franzoesich gemachtest Produkt zu kaufen (desto unterschtueze ich ein DE/FR Arbeitsplatz) aber nicht das Recht in die meistene von anderen EU Laender zu Arbeiten. Das ist ILLEGAL was die Westliche Laender machen und gegen die fundamenten von der EU. Und das Kommentar ueber Autodiebe ist total dumm und ignorant. Lese mal ein bisschen Geschichte um wieso die Oekonomische Lage ist niedriger heute in Polen als im "Marshall Fund" Westen.

Gast: Löser
17.05.2009 01:20
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und die Einbrecherbanden bringen noch mehr heim

immerhin werden wahrscheinlich mehr Autoneukäufe duch polnische Autodiebe als durch staatliche Massnahmen verursacht - mehr Polen ins Land? für mehr Autoabsatz?

Gast: Atze
12.05.2009 08:02
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Sehr vorteilhaft für die Länder, aus denen Kaufkraft abfließt

Es gibt natürlich immer zwei Seiten. Aber nur eine ist Politsch Korrekt.

Schlagzeilen Wirtschaft