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Gazprom ködert Naftogaz mit Rabatt für Fusion

30.08.2010 | 16:23 |   (DiePresse.com)

Die russische Gazprom bietet der Ukraine niedrige Gaspreise und sichere Lieferungen an, wenn sie dafür Teile des ukrainischen Gastransport-Systems bekommt. Auch ein Joint Venture ist geplant.

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Der russische Gasriese Gazprom schlägt der Ukraine ein Tauschgeschäft vor: Niedrige Gaspreise und stabile Lieferungen gegen eine teilweise Übernahme des ukrainischen Gas-Transportsystems. Am vergangenen Freitag war der ukrainische Energieminister Juri Bojko zu Gesprächen in Moskau. Gazprom-Chef Alexej Miller meinte danach, dass eine Fusion des russischen Energiekonzerns mit dem ukrainischen Versorger Naftogaz einen riesigen sozialen Effekt haben könnte, berichtete die russische Nachrichtenagentur RIA Novosti.

Gas für Ukraine zu russischen Preisen

Dem Gazprom-Vorschlag zufolge könnte die ukrainische Bevölkerung Gas zu russischen Inlandspreisen beziehen, die um 40 Prozent niedriger und derzeit rund 60 Dollar (47,2 Euro) für 1.000 Kubikmeter Gas betragen. Zuerst könnten Gazprom und Naftogaz ein Joint-Venture bilden, so Miller. "Dies wäre ein wichtiger Faktor für die Vorhersagbarkeit und Stabilität der Gaslieferungen für die ukrainischen Verbraucher", betonte er. Auch die Ukraine bestätigt derzeitige Gespräche: "Derzeit wird ein intensiver Dialog zur Erweiterung unserer Zusammenarbeit geführt", erklärte der ukrainische Energieminister Juri Bojko.

Riesige Gasfelder für Joint Venture

Nach Angaben von Miller hat Gazprom der ukrainischen Seite eine Liste der Vorkommen vorgelegt, die ins Gemeinschaftsunternehmen eingebracht werden könnten. Details nannte er keine, sie soll aber "Großvorkommen" in Westsibirien und im Süden Russlands mit Vorräten von 0,8 bis eine Trillion Kubikmeter Gas umfassen. Laut einer Quelle aus dem Umfeld von Naftogaz werden ebenfalls Projekte zur Erschließung der Gasvorkommen in Astrachan (Südrussland) erörtert. Im Gegenzug wolle Gazprom die Kontrolle über die ukrainische Gaspipeline bekommen.

Präsident müsste Gesetz ändern

Der derzeitigen Gesetzeslage zufolge müsse das ukrainische Gaspipelinesystem Eigentum der Ukraine bleiben, sagte Wadim Karassjow, Chef des Kiewer Instituts für globale Strategien. Der ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch könne zwar das Gesetz ändern aufgrund seiner Parlamentsmehrheit, er werde jedoch kaum diesen Schritt wagen, weil dadurch Oppositionelle wieder Aufwind bekommen könnten, meint der Experte. Der Zusammenschluss von Gazprom und Naftogaz wurde im April vom russischen Regierungschef Wladimir Putin vorgeschlagen.

(Ag.)

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