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Schuldenkrise: Banken-Notfallplan für Osteuropa

15.11.2011 | 18:24 |  CHRISTIAN HÖLLER (Die Presse)

Die Osteuropa-Förderbank EBRD arbeitet hinter den Kulissen an einer Neuauflage der "Wiener Initiative", um ein Übergreifen der Probleme auf Osteuropa zu verhindern,

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Wien. Nach Griechenland und Italien droht die Schuldenkrise nun auf Osteuropa überzugreifen. Ungarn musste zu Wochenbeginn den Verkauf von Geldmarktpapieren absagen, weil zu wenig Gebote eingelangt waren. Ähnlich ist die Situation in der Slowakei. Die Schuldenagentur in Bratislava stoppte die Auktion einer fünfjährigen Staatsanleihe. „Wir sind enttäuscht, aber dies reflektiert mehr oder weniger allein die Lage in Europa und vor allem in Italien“, sagte Daniel Bytcanek, Chef der Schuldenagentur. In Slowenien kletterten die Zinsen für Anleihen über die kritische Marke von sieben Prozent.

Hinter den Kulissen wird deshalb an einem Notfallplan gearbeitet, um Osteuropa vor dem Schlimmsten zu bewahren. Dies ist vor allem für Österreichs Banken wichtig. Sie sind in der Region besonders stark vertreten und kommen dort auf einen Marktanteil von 22 Prozent (siehe Grafik). Die in London ansässige Osteuropa-Förderbank EBRD hat daher mit Banken und Behörden Gespräche aufgenommen, um zu verhindern, dass den Osteuropäern der Geldhahn abgedreht wird. „Wir denken, dass eine Koordination äußerst wichtig ist“, sagte EBRD-Chefvolkswirt Erik Berglof zur „Presse“.

Banken brauchen Geld

Einen ähnlichen Plan gab es schon vor drei Jahren, als die Finanzkrise nach der Pleite der US-Bank Lehman Brothers ihren Höhepunkt erreichte. Damals verpflichteten sich westeuropäische Banken im Rahmen der „Wiener Initiative“ , kein Geld aus Osteuropa abzuziehen. Anleihen dieser Staaten wurden nach Ende der Laufzeit in neue Papiere umgetauscht. Der Anstoß dazu war aus Wien – von Österreichs Banken und der Regierung – gekommen. Die Aktion war ein Erfolg. Es kam zu keinen Finanzierungsengpässen.

Laut Berglof sei die jetzige Situation aber nicht mit 2008 vergleichbar. Denn diesmal sei „das grenzüberschreitende Banking im Kern“ betroffen.

Osteuropas Finanzinstitute befinden sich fest in ausländischer Hand. Auf Anordnung der Bankenaufsicht müssen die westeuropäischen Finanzkonzerne ihre Kernkapitalquote auf neun Prozent erhöhen, um für eine mögliche Verschärfung der Krise gewappnet zu sein. Die Banken sind gezwungen, in Summe 100 Mrd. Euro aufzutreiben. Wer von den Eigentümern kein Geld bekommt, muss Risikopositionen und Ausleihungen reduzieren. Die EBRD will nun sicherstellen, dass die Maßnahmen nicht auf Kosten der Töchter in Osteuropa gehen.

Einige Banken ziehen sich zurück

Die deutsche Commerzbank kündigte aber bereits an, dass sie die Kreditvergabe außerhalb Deutschlands und Polens vorübergehend stoppen wird. Zudem wird der Verkauf nicht-strategischer Assets vorangetrieben, wozu auch die ukrainische Bank Forum gehört.

Die belgische KBC bereitet gerade den Rückzug aus Polen vor. In Ungarn erklärten mehrere Institute, keine Neuinvestitionen durchzuführen. Die italienische UniCredit setzte einige osteuropäische Länder wie das Baltikum, wo sie relativ schwach vertreten ist, auf den Prüfstand. Hier ist ein Rückzug aus einzelnen Geschäftsbereichen denkbar.

Österreichs Großbanken (Bank Austria, Raiffeisen Bank International, Erste Bank) behaupten, dass sie von der EBRD wegen einer Neuauflage der „Wiener Initiative“ noch nicht kontaktiert wurden. Sie fühlen sich aber ohnehin nicht angesprochen, da sie kein Kapital abziehen wollen. „Aufgrund der aktuellen Rahmenbedingungen scheint aber eine Plattform, auf der sich Banken koordinieren, sinnvoll“, sagte ein Sprecher der Raiffeisen Bank International (RBI).

Hinter vorgehaltener Hand gibt es aber auch kritische Stimmen über das Vorgehen der EBRD. Das Londoner Institut müsse etwas tun, um seine Existenz zu rechtfertigen, unken Banker. Die Situation im Osten sei gar nicht schlimm. Mit Ausnahme von Ungarn weisen die dortigen Länder eine deutlich geringere Staatsverschuldung als jene im Westen auf.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.11.2011)

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9 Kommentare
Gast: dermehrfachselektionierte
28.11.2011 17:03
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....der Sozialismus ist tot.......lebt er im jetzigen Kapitalismus weiter ... ?

Jahrzehntelang wurden in Europa ALLE möglichen Spielarten des Sozialismus durchgespielt:
Der christlich-soziale Weg nach dem Zerfall der österreichisch-ungarischen Monarchie unter dem Prälaten Ignaz Seipel......gefolgt vom nationalen- Sozialismus ...... und vom internationalen- Sozialismus oestlicher Praegung.
Auf den grossen Stufen sich entwickelnder sozialistischer Gesellschaftsformen wurden Millionen von Menschen geopfert !
Umsonst geopfert ? ........ Wahrscheinlich nicht, denn TROTZ der Krise des Kapitalismus möchte der sogenannte KLEINE Mann, weder hüben noch drüben nochmals zum "realen" Sozialismus zurück !
In den Gehirnen unzähliger Millionen Europäer ist der Sozialismus NIE mehr wiederzubeleben....man kann sagen der Sozialismus ist in Europa mit dem Fall der Berliner Mauer zu Tode gekommen........................ABER............er lebt in INFLATIONAEREN Zeiten im Kapitalismus weiter !
Das exzessive Einschalten der Papiergeld-Druckmaschinen nimmt den SPARERN, den PENSIONSANSPRUCHSBERECHTIGTEN, den GUTVERDIENENDEN, den IMMOBILIENBESITZENDEN derzeit gigantische Mengen an Geld aus den Taschen und der STAAT verteilt es derzeit ueber die Bankenrettung in groesstem Stile unter jenen, vor deren Straßenschlachten er sich fuerchtet......also unter den Besitzlosen, den Arbeitslosen, den Perspektivenlosen, den Kranken und den (u.a. genetisch bedingten) Pechvögeln der Nation.
DAS ist doch Sozialismus, was sonst ?


Gast: Schadenersatzforderung
16.11.2011 19:44
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Vorstände und Aufsichtsratsmitglieder der österr. Banken müßten für ihre fatale Geschäftspolitik abschreckend zur Verantwortung gezogen werden!

Dem Steuerzahler sind deren Millioneneinkommen für Pleitepolitik nicht zuzumuten!

Zur Schadenswiedergutmachung müßten sie lebenslänglich auf das Existenzminimum gepfändet werden und alle bereits erhaltenen Einkünfte für ihr unverantwortlich dilettantisches Hassardspiel zulasten der Steuerzahlern und Mitarbeiter zurückzahlen müssen.

Andernfalls geht die Plünderung der Steuerzahler lustig weiter, während die sich feiern lassenden Granden kräftig fürs Verlustemachen absahnen.

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Sehen so die Erfolge aus?

Wie wurden in den letzten Jahren die Ostchancen hochgelobt und jeder EUkritiker als Wohlstandsverhinderer hingestellt. Die Zustimmung zum voreiligen Beitritt Rumaniens wurde auch mit den Marktchancen der Banken begruendet.

Die damals Verantwrtlichen sollten alle vor ein Tribunal gestellt werden, im Schuldfalle das komplette Privatvermoegen eingezogen werden. Das brachte zwar nur wenig um Verhaeltnis zum Schaden, haette aber fuer zukunftige Politk heilsame Wirkung.

Mein Lieber...

die österreichischen Banken haben in Osteuropa 15 Jahre lang königlich verdient.
Es gab Zeiten wo die Hälfte des Gewinns der RZB von einer einzigen Bank im Osten kam.
Und der Andy Machwas von der EB hat zugegeben, dass es die EB heutzutage nur deshalb gibt, weil die zwei Sparkassen in Prag und in Bratislava von der EB privatisiert wurden.
Leider wurden diese Investitionen nur gemolken und die Gewinne ausgeschüttet und so stehen jetzt die Wiener Banken vor einem Rätsel wo sie das notwendoge Kernkapital bis 30/06/2012 auftreiben sollen.

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gaanz toll

Andere kassieren und wir bezahlen!

Was mich allerdings wundert, warum dieses viel zu grosse Klumpenrisiko eingegangen wurde und die Republik dabei zugesehen hat.

Achtung: die Betonung liegt auf zu gross!

:-D

Kassiert haben jene die in Aktien von Banken investiert haben und rechtzeitig ausgestiegen sind. Zahlen´s jene, die über keine steueroptimierten Einkommenstrukturen verfügen.
In beiden Fällen handelt sich um österreichische Steuerzahler.
Warum die Aufteilung in beiden Fällen so exzentrisch ist, sollten Sie die Herrschaften bei der SPÖ (Kanzler zwischen 1989 und 2000) und die ÖVP (Kanzler zwischen 2001 und 2007) fragen.
Republik ist an sich ein abstrakter Begriff und kann darum nichts zulassen, oder verhindern.
Sie kann nur etwas garantieren: dass die schwächeren immer zur Kasse gebeten werden, wenn die stärkeren Sch.... bauen ;-)

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Die Graphik belegt die unsinnige Geschäftspolitik der österreichischen Banken

Österreichische Banken haben sich fast so stark engagiert wie die deutschen und französischen Banken zusammen! Nun dürfen sie sich nicht wundern, dass sie alleingelassen werden. Sind doch die übrigen europäischen Banken etwas, aber nicht fundamental, betroffen. Daher werden die Regierungen der westeuropäischen Staaten sich kaum für den Schutz der Investitionen ihrer Banken in den Oststaaten einsetzen (siehe Ungarn).

Für einen Neuanfang Österreichs wäre es wohl notwendig, dass 2/3 der Vorstände und Aufsichtsräte der o.a. Institute unter Verzicht auf jegliche weitere Zuwendungen ihrer Institute und Tätigkeiten im Bankensektor zurücktreten. Erst dann kann man von anderen Bevölkerungsgruppen Opfer verlangen.

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Aus der Graphik geht die ganze Geldgeil- und Dummheit der österreichischen Bankmanager hervor

Österreichische Banken haben sich fast so stark engagiert wie die deutschen und französischen Banken zusammen! Nun dürfen sie sich nicht wundern, dass sie alleingelassen werden. Sind doch die übrigen europäischen Banken etwas, aber nicht fundamental, betroffen. Daher werden die Regierungen der westeuropäischen Staaten sich kaum für den Schutz der Investitionen ihrer Banken in den Oststaaten einsetzen (siehe Ungarn).

Für einen Neuanfang Österreichs wäre es wohl notwendig, dass 2/3 der Vorstände und Aufsichtsräte der o.a. Institute unter Verzicht auf jegliche weitere Zuwendungen ihrer Institute und Tätigkeiten im Bankensektor zurücktreten. Erst dann kann man von anderen Bevölkerungsgruppen Opfer verlangen.


Gast: Dieses Foto ist immer aktuell
15.11.2011 21:42
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Mich wundert dass die Dame am Foto schon......

....über 2 Jahre die Hände in dieser Stellung halten kann....dass ihr da die Hände nicht einschlafen!