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Ungarn bittet nach IWF auch EU um Hilfe

21.11.2011 | 16:57 |   (Die Presse)

Ungarn ämpft gegen die Staatspleite und will Finanzhilfe. Im Gegenzug dürften jedoch Sparmaßnahmen verlangt werden. Bei der Umwandlung von Fremdwährungskrediten setzt die EU Ungarn eine Frist, um zu reagieren.

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Wien/Bloomberg/APA/jaz. Wenn das Geld knapp wird, werden auch die Populisten zahm. Noch im Vorjahr erklärte Ungarns Premierminister, Viktor Orbán, dass sich sein Land nicht mehr dem (Spar-)Diktat des internationalen Währungsfonds unterwerfen werde. Der Fonds, mit dessen Milliardenhilfen Ungarn 2008 gerade noch einmal die Staatspleite abwenden konnte, zog sich daraufhin aus dem Land zurück. Nun bittet Ungarn nicht nur den IWF, sondern auch die EU um finanzielle Hilfe.
Die ungarische Regierung habe „vorbeugend“ um die Gewährung von Hilfen angesucht, teilte die Kommission mit, ohne eine etwaige Höhe der möglichen Hilfe zu nennen. „Die EU-Kommission wird das Ansuchen der Behörden in enger Beratung mit den EU-Mitgliedstaaten und dem IWF prüfen“, heißt es weiter.
Grund für die Kehrtwende Ungarns ist der zunehmende Druck auf den Finanzmärkten. Die Anleger haben ihr Vertrauen in das mit 81 Prozent des BIPs verschuldete Land vielfach verloren, die Renditen für ungarische Anleihen liegen mit 8,3 Prozent bereits über jenen der Euro-Krisenländer Irland, Italien oder Spanien.

Noch heuer „Ramsch“

Von den Ratingagenturen werden die Papiere nur noch um einen Wertungspunkt über „Ramsch“ geführt. „Wir erwarten jedoch, dass zumindest eine Agentur bei Ungarn heuer noch ein Downgrade vornimmt“, schrieb die französische Bank BNP Paribas in einem Report. Eine solche Herabstufung würde die Kredite für Staat und Private weiter verteuern.
Allerdings hat Ungarn noch einen Vorteil gegenüber anderen Krisenländern. So verfügt das Land über genug Geldreserven, um auslaufende Anleihen bis zum zweiten Quartal 2012 aus eigener Kraft zu bedienen. Der Zeitdruck ist daher noch nicht übertrieben groß, weshalb Analysten lange Verhandlungen zwischen Ungarn, dem IWF und der EU erwarten.
Thema werden dabei vor allem die vom IWF geforderten Sparmaßnahmen sein, die Ungarn im Vorjahr über Bord warf. Aber auch mehrere Gesetze, die außerhalb Ungarns für scharfe Kritik sorgen, dürften zur Sprache gebracht werden. Darunter auch jenes, wonach Ungarn ihre Fremdwährungskredite zu besonders günstigen Konditionen in Forint tauschen können. Das Gesetz wird von den Banken, die die Kursdifferenz übernehmen müssen, heftig kritisiert.
Die EU-Kommission setzte dem Land nun eine Zehn-Wochen-Frist bis Jänner, um auf die Bedenken aus dem Ausland zu reagieren.

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8 Kommentare
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orban - eine katastrophe

und solange er eine absolute mehrheit hat, wird er das land weiter im rekordtempo umbauen, um seiner partei die macht zu sichern.

die ungarn tun mir leid. er ist dabei die demokratie abzubauen und eigentlich müsste man dieses land pleite gehen lassen, denn solche "regimes" sollte man nicht unterstützen.
die ungarn sollen sie mit nassen fetzen aus dem land vertreiben und nicht wieder wählen.

Gast: Es ist doch klar
22.11.2011 07:46
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Zuerst hauen und nicht denken, dann Schwanz einziehen

Ist es nicht ein Hohn, daß die Ungarn zuerst alle anderen vor den Kopf stossen, um dann eben von den Vor-den-Kopf-Verstossenen um Hilfe zu bitten? Ist dies Chuzpe oder reine Dummheit?

Antworten Gast: So klar
22.11.2011 18:38
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Re: Zuerst hauen und nicht denken, dann Schwanz einziehen

Dummheit ist wohl eher wenn man einfache Zusammenhänge nicht verstehen kann. Die Eurokrise hat nicht nur dem europäischen Wirtschaftsraum geschadet, sondern auch den nicht-Euroländern wie Ungarn. Die Leiden wegen dem Eurochaos und müssen nun zusätzliche Kredite anfordern.
Also: Das nächste Mal ein Mindestmaß an Verstand mitbringen, bevor hier rumgebasht und pauschalisiert wird.

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Re: Re: Zuerst hauen und nicht denken, dann Schwanz einziehen

letztklassig ihr kommentar und die art, in der sie ihre meinung über andere stellen.

und orban hat den banken geschadet, deren verluste von anderen eu-bürgern getragen werden (müssen, wenn es kracht).

und ungarn leidet vor allem an der isolation, weil der finanzplatz ungarn durch orban zerstört wird. keine rechtssicherheit mehr, da wundert es nicht, dass die investoren ausbleiben.

und wer an der börse investiert. seien es anleihen, aktien, fonds oder währungen. es ist sein risiko. und die ungarn haben halt zu viele fremdwährungskredite genommen. das war ihr problem (egal ob von regierung eingeredet, oder von banken) und liegt in der verantwortung der kreditnehmer.

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Und es liegt in der Verantwortung der Banken

Wenn sie Kredite vergeben, die uneinbringlich sind. Warum müssen wir diesen Instituten helfen? Damit man uns vorlügen kann, unsere Einlagen wären sicher? HA! Das einzige was bei diesem System hilft ist eine anständige Revolution. Und Orban ist einer, der versucht dagegen zu halten. Ob es ihm gelingt und ob er sonst gut handelt wage ich zu bezweifeln, aber wenigstens versucht er nicht von vornherein die N.tte der Finanzmärkte gegen das eigene Volk zu geben.

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Re: Und es liegt in der Verantwortung der Banken

es ist blauäugig und realitätsfremd zu glauben, dass die banken, wenn sie abschreibungen vornehmen (grasser hats ermöglicht verluste einheimischer banken im ausland im inland abzuschreiben), oder gar gerettet werden müssen, nicht von allen steuerzahlern zu retten sein werden.

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Es ist wohl eher blauäugig zu glauben...

Dass auch nur ein Bankier mit dem Leben davon kommt, wenn deren Geschäft (Giralgeldschöpfung) allgemein bekannt wird.
Dieser Berufsstand bettelt förmlich um Lynchung - und - alle 50 - 70 Jahre geschieht auch genau das - seit Jahrhunderten. Ich sehne mich jedenfalls schon danach.

Antworten Antworten Gast: Groucho
23.11.2011 15:34
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Re: Re: Zuerst hauen und nicht denken, dann Schwanz einziehen

Ihre Rechtschreibfehler sind auch nicht ohne. Mit ein bissl Verstand sollte sich das aber bessern ...