Nächste Runde um "Waxing Lady": Gewerkschaft kritisiert Mitterlehner

Vida-Chef Hebenstreit stößt sich an der Unterstützung des Vizekanzlers für die Betreiberin eines Schönheitssalsons. Vor den Vorhang gehörten nicht Anhänger von Wild-West-Methoden.

NATIONALRAT: MITTERLEHNER / MIKL-LEITNER
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Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner – APA/ROLAND SCHLAGER

Dass Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) Sympathie für eine als "Waxing-Lady" bekannt gewordene Wiener Unternehmerin hat, obwohl es über diese laut Arbeiterkammer besonders oft Beschwerden der Mitarbeiter gibt, stört die Gewerkschaft vida. Hier würden Rechtsverstöße als Kavaliersdelikt abgetan. "Gerade da hat sich der Vizekanzler sicher nicht mit Ruhm bekleckert. Vor den Vorhang gehören Unternehmerinnen und Unternehmer, die unsere Rechtsordnung respektieren und nicht Anhänger von Wild-West-Methoden sind", betonte vida-Vorsitzender Roman Hebenstreit.

ÖVP-Chef Reinhold Mitterlehner lädt am 24. März zu "Reformgespräch über den Arbeitnehmerschutz" im Wirtschaftsministerium. Ziel sei es  "die relevanten Gesetze und Verordnungen möglichst rasch praxistauglicher" gestalten. Unter den Eingeladenen ist auch die Schönheitssalonbetreiberin Katja Wagner.

Unzufriedene Mitarbeiter

Kürzlich hatte Hans Trenner, Leiter des Beratungsbereiches der AK Wien, anlässlich der Diskussion um den Beauty Salon gemeint: "Die Firma gibt es seit 2013 und seit damals zählen die Beschäftigten der Firma zu unseren Dauerkunden in der Beratung. Ein Viertel der Belegschaft hat in der einen oder anderen Form Probleme mit dem Arbeitgeber. Würden alle Arbeitgeber so mit ihren Beschäftigten umgehen, würde die Schlange der Beratungssuchenden bei uns von der Prinz-Eugen-Straße bis zum Schwarzenbergplatz reichen - und zwar täglich."

Die Unternehmerin hatte dies zurückgewiesen und betont, dass es bei ihr ein gutes Arbeitsklima gebe. Vor wenigen Tage kündigte sie eine Umstrukturierung oder gar die Schließung ihres Salons an, da sie sich vom Arbeitsinspektorat schlecht behandelt fühlt. Ein Werbe-Experte erklärte, warum die öffentlich ausgetragene Aktion mit dem Arbeitsinspektorat der Unternehmerin letztlich dennoch zum Erfolg verhelfen könnte.

(APA)

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