Schotten fürchten um ihren Whisky

Nach dem Brexit könnte der schottische Whisky einfach von ausländischen Erzeugern nachgeahmt werden, fürchten die Schotten. Die englische Regierung soll das nun verhindern.

08 09 2015 Der See Loch Lomond bei Glasgow Schottland Groszbritannien Der Loch Lomond ist ein Se
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08 09 2015 Der See Loch Lomond bei Glasgow Schottland Groszbritannien Der Loch Lomond ist ein Se
imago/MiS

Die schottische Regierung macht sich Sorgen, dass der Brexit negative Folgen für ihr Traditionsgetränk haben könnte: Konkret geht es um den schottischen Whisky. Bisher hat eine EU-Verordnung den schottischen Whisky vor Kopien aus dem Ausland geschützt. "Die EU-Gesetze müssen auch nach dem Brexit garantiert sein", richtete der schottische Wirtschaftsminister Keith Brown der Regierung in London aus. Andernfalls sein die gesamte Branche nach dem Ausstieg aus der Europäischen Union in Gefahr.

Zur Zeit ist EU-weit geregelt, dass sich ausschließlich Whisky aus Schottland "Scotch Whisky" nennen darf. Genauso geschützt sind etwa die Bezeichnung "Grappa", "Munsterländer Korn" oder "Calvados". Auch ist detailliert geregelt, welche Kriterien ein Schnaps zu erfüllen hat, um überhaupt als Whisky anerkannt zu werden. So muss die hochprozentige Flüssigkeit mindestens drei Jahre in einem Holzfass zugebracht haben und "Aroma und Geschmack der Ausgangsstoffe" aufweisen.

USA wollen Auflockerung der Vorschriften

In Unruhe versetzt nun die Schotten nicht nur der Brexit, sondern auch der Umstand, dass Großbritannien mit dem USA derzeit über ein Freihandelsabkommen verhandelt. Bei den aktuellen Gesprächen ließen die USA durchblicken, dass sie an einer Auflockerung der Vorschriften interessiert seien. Genau darin sieht der schottische Wirtschaftsminister Keith Brown eine große Gefahr. Eine Aufweichung der Vorschriften öffne den Markt für Produkte, die den derzeitigen Standards nicht entsprechen, sagte er.

Bei der "Scotch Whisky"-Debatte geht es freilich nicht nur um die Liebe der Schotten zu ihrem Nationalgetränk. Vielmehr sei der Schnaps als eines der wichtigsten Exportprodukte des Landes ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, argumentierte Brown. Etwa 40.000 Arbeitsplätze hängen an diesem Getränk, jedes Jahr wird "Scotch Whisky" um rund 4,5 Milliarden Euro ins Ausland verkauft.

 

 

(APA/red.)

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