Chinesen kochen nicht mehr selbst, sondern lassen liefern

Die Einkäufe für den täglichen Bedarf stagnieren. Online bestellte und nach Hause gelieferte Lebensmittel legten seit 2013 jährlich um bis zu 50 Prozent zu.

A courier of Ele.me food delivery smartphone application travels on his electric bicycle along a street in Shanghai
Schließen
A courier of Ele.me food delivery smartphone application travels on his electric bicycle along a street in Shanghai
Chinesen lassen liefern. – (c) REUTERS (Aly Song)

Das Einkaufsverhalten der Chinesen wandelt sich drastisch. Längst spielt auch im Reich der Mitte die Convenience eine große Rolle. Statt daheim zu kochen und zu essen, gehen viele chinesische Konsumenten aus oder nutzen Lieferservices. Darauf müssen sich alle Anbieter von Fast Moving Consumer Goods (FMCG) einstellen. Dies sind Ergebnisse des aktuellen "China Shopper Report 2017" der Managementberatung Bain & Company.

Weckruf für Unternehmen

Zwischen 2013 und 2016 ist der klassische Lebensmitteleinzelhandel in China gerade einmal um drei Prozent gewachsen. Im gleichen Zeitraum stiegen die Ausgaben der Chinesen für Lebensmittellieferungen um 44 Prozent. Beim Außer-Haus-Verzehr waren es zehn Prozent. Damit verfestige sich ein Trend, der bereits im letzten Jahr zu erkennen war, erklärt Serge Hoffmann, Bain-Partner in der Praxisgruppe Konsumgüter und Chinaexperte. Der Markt für Lebensmittel und Getränke entwickele sich unterschiedlich schnell - High-Speed-Konsum außer Haus versus Low-Speed-Hausmannskost."

Zahlreiche Konsumgüterunternehmen haben darauf bereits reagiert. Sie beliefern nun auch Restaurants direkt oder investieren in verschiedene Außer-Haus-Kanäle. "Dieses Wachstum der zwei Geschwindigkeiten verändert das Spiel nachhaltig und ist ein Weckruf für viele Unternehmen", so Hoffmann. Um in China weiterhin erfolgreich zu sein, müssen sie die richtige Strategie für den steigenden Außer-Haus-Konsum finden.

Chinesische Marken im Aufwind

Grundsätzlich entwickelt sich E-Commerce in China rasch weiter, im letzten Jahr um 52,6 Prozent. Die Chinesen tätigen bereits etwa sieben Prozent aller Einkäufe des täglichen Bedarfs online. Hingegen ging der Umsatz der Hypermärkte im letzten Jahr um zwei Prozent zurück, der der Supermärkte stieg um zwei Prozent. Gleichzeitig wurden über sieben Prozent mehr Convenience Stores eröffnet.

Die Konsumenten in China setzen immer mehr auf inländische Konsumgütermarken. Diese konnten im letzten Jahr um 8,4 Prozent wachsen, während ausländische Marken mit einem Plus von 1,5 Prozent nahezu stagnierten. Online bestellte und nach Hause gelieferte Lebensmittel legten seit 2013 jährlich um 40 bis 50 Prozent zu.

(red.)

Die Presse - Testabo

Testen Sie jetzt „Die Presse“ und „Die Presse am Sonntag“ sowie das „Presse“-ePaper und sämtliche digitale premium‑Inhalte 3 Wochen kostenlos und unverbindlich.

Jetzt 3 Wochen testen
Meistgelesen
    Kommentar zu Artikel:

    Chinesen kochen nicht mehr selbst, sondern lassen liefern

    Schließen

    Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
    Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.