Deutsche Wirte heben Preise auf Oktoberfest kräftig an

Wiesn-Inflation: Zwei Maß Bier, ein halbes Hendl und eine Fahrkarte zum Oktoberfest kosten heuer um 3,1 Prozent mehr als im Vorjahr.

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AFP (CHRISTOF STACHE)

Kurz vor dem Auftakt des Münchner Oktoberfests bestätigt eine volkswirtschaftliche Analyse das Gefühl vieler Besucher: Die alljährlichen Preissteigerungen auf der Wiesn liegen weit über der allgemeinen Teuerung. Wie der Chefvolkswirt der italienischen Bank UniCredit ermittelt hat, steigen die Preise auf dem Oktoberfest diesmal um 3,1 Prozent.

Der Index wird gebildet aus den Preisen für zwei Maß Bier, ein halbes Hendl und eine Fahrkarte der Münchner Verkehrsgesellschaft. 2016 lag die Wiesen-Inflation noch höher bei 3,5 Prozent, wie die deutsche UniCredit-Tochter Hypovereinsbank am Donnerstag mitteilte.

Im Gegensatz zu den üblichen Preissteigerungen sei ein anderer Trend jedoch zuletzt unterbrochen worden: Es wird weniger getrunken. Der Pro-Kopf Bierkonsum stieg laut UniCredit-Analyse über drei Jahrzehnte von 1985 bis 2016 kontinuierlich von rund 0,9 Litern auf einen Spitzenwert von 1,3 Litern. 2016 aber waren es durchschnittlich nur noch 1,18 Liter pro Mann beziehungsweise Frau. "Es wird interessant sein zu sehen, ob die deutlichen Preissteigerungen eventuell einen nachhaltigen Effekt auf den Bierabsatz auf dem Oktoberfest haben", sagte Strobl.

 

Deutsche geben mehr für Bier aus

Die Deutschen kaufen weniger Bier - geben dafür aber gern mehr Geld aus. Das ist das Ergebnis einer Marktanalyse des Unternehmens Nielsen, das am Donnerstag Zahlen zum Bierverbrauch im ersten Halbjahr präsentierte. Demnach kauften die Deutschen in den ersten sechs Monaten des Jahres drei Milliarden Liter Bier und Biermixgetränke - das waren 36,5 Liter pro Kopf.

Damit sank der Absatz im Vergleich zum ersten Halbjahr des Vorjahres um 1,3 Prozent, zugleich stieg aber der Umsatz um 0,4 Prozent auf 3,6 Mrd. Euro an. Pro Kopf gaben die Deutschen damit 45 Euro für Bier aus. Der Grund für die Entwicklung ist Nielsen zufolge vor allem ein Anstieg bei Spezialitäten und hellen Bieren in Umsatz und Absatz, aber auch bei alkoholfreien Bieren und Naturradler.

"Die Deutschen sind Bierfeinschmecker", erklärte der Bier-Experte des Unternehmens, Marcus Strobl. Vor allem Spezialitäten wie Land-oder Kellerbiere lägen im Trend. Daran zeige sich auch, dass die Deutschen "offen für Neues" seien und dafür auch tiefer in die Tasche griffen, erklärte Strobl wenige Tage vor dem Beginn des Oktoberfests in München.

Nach wie vor ist demnach aber das Pils mit einem deutschlandweiten Marktanteil von etwa 50 Prozent das Lieblingsbier der Deutschen. In Norddeutschland liegt der Absatzanteil sogar bei mehr als 67 Prozent.

 

(APA/dpa)

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