Ruby: Es gibt eine vierte Schokoladen-Sorte - und sie ist rosa

80 Jahren nachdem mit der weißen Schokolade die dritte Sorte (nach Milchschokolade und dunkler Schoko) erfunden wurde, kommt völlig überraschend eine vierte auf den Markt: Vorhang auf für "Ruby", die rosa Schokolade aus dem Hause Barry Callebaut.

Barry Callebaut testete das Produkt bisher erfolgreich auf den für den Konzern wichtigen Märkten Großbritannien, USA, China und Japan.

APA/AFP/EMMANUEL DUNAND

Verarbeiten lässt sich "Ruby" gleich wie die traditionellen Sorten. Die Produktion soll hingegen aufwendiger und kostspieliger sein. Ob dies auf die Verkaufspreise durchschlagen wird und wie die Akzeptanz bei den Schoko-Liebhabern sein wird, ist noch offen.

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Bis Konsumenten sich die aus der Ruby-Kakaobohne hergestellte Schokolade im Mund zergehen lassen können, dürften noch sechs bis 18 Monate vergehen, schätzt Barry Callebaut-Sprecher Kim Ghilardi.

Der Zürcher Konzern, die Nummer eins im Markt, produziert nämlich keine fertigen Produkte für Konsumenten, sondern beliefert die Lebensmittelindustrie, Chocolatiers und Restaurants.

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Entdeckt wurde "Ruby" wie der Konzernsprecher erzählt, schon vor 13 Jahren zufällig in der konzerneigenen Forschungsabteilung in der Normandie. Ghilardi spricht von einem "einzigartigen Verfahren", ohne Details zu verraten. Barry Callebaut hat sich umgehend Teile des Produktionsprozesses patentieren lassen. Der Rest ist Geschäftsgeheimnis.

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In der Branche reibt man sich verwundert die Augen:"Ruby" sei eine "spannende Innovation" und eine "interessante Neuigkeit eines großen Mitbewerbers", heißt es bei angefragten Schweizer Schokoladeproduzenten. Mehr dazu sagen können und wollen die Konkurrenten allerdings nicht, da sie bis dato das Produkt weder gesehen noch degustiert haben.

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Angst davor, dass Konkurrenten eine eigene "Ruby"-Schokolade entwickeln könnten, hat man vorerst nicht. Falls Mitbewerber dies ins Auge fassen sollten, würden sie für die Entwicklung und Produktion Jahre brauchen, glauben die Zürcher.

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Lobende Worte findet der Verband Schweizerischer Schokoladefabrikanten: Die neue Schokolade zeuge von der Innovationskraft der heimischen Industrie. Der große Wettbewerbsdruck fordere von der Branche, ihre Produkte möglichst den aktuellen Kundenwünschen anzupassen.

Die Lancierung eines neuen Produktes sei dabei immer auch mit Risiken verbunden. "Ich bin aber überzeugt, dass der Markt mit großem Interesse auf das neue Produkt reagieren wird", betont Vizedirektor Sevan Nalbandian.

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"Die Lancierung wurde geheim gehalten, da es für uns eine sehr wichtige Innovation ist. Wir wollten nicht, dass etwas durchsickert", sagt Ghilardi. Umso größer sei die Freude über das weltweit große Interesse und die sehr positiven Reaktionen.

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"Ruby" besitze einen rötlichen Farbton und der Geschmack sei fruchtig und "beerig", erläutert Ghilardi. Beide Eigenschaften stammen ausschließlich von der gleichnamigen Kakaobohne, die in Ecuador, Brasilien und der Elfenbeinküste angebaut wird. Da weder Beeren, Aromen oder Farbstoffe zugesetzt werden, handelt es sich wohl tatsächlich um eine vierte Sorte.

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Barry Callebaut
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