New York (Bloomberg). Mit der Aussicht auf eine Einigung mit der mächtigen Automobilgewerkschaft UAW bei der Senkung von Krankenversicherungskosten bietet sich bei US-Autoaktien nach Meinung der Analysten der Deutschen Bank wieder eine Kaufgelegenheit. Es sei noch heuer mit einer Einigung bei zumindest einem Konzern zu rechnen, was sich positiv auf den gesamten Sektor auswirken werde. General Motors (GM) und Ford wurden von den Investmentexperten beide von „Hold“ auf „Buy“ heraufgestuft. Am vergangenen Freitag legten die Aktien um 6,5 bzw. zwei Prozent zu.
„Die Gewerkschaften sind inzwischen zunehmend bereit, sich bei wettbewerbsrelevanten Themen wie den Krankenversicherungskosten auf unkonventionelle Lösungen einzulassen“, stellten die Analysten Rod Lache und Amit Mehrota in ihrer Studie fest. Als Beispiel dafür nannten sie die Einigung der Stahlgewerkschaften mit dem Reifenhersteller Goodyear. Die Arbeitnehmervertreter stimmten dabei Pensionsplänen zu, die dem Unternehmen bis 2009 Einsparungen in Höhe von 610 Mio. Dollar ermöglichen.
GM und Ford stehen derzeit mit der Autogewerkschaft UAW in ähnlichen Verhandlungen. Die Konzerne wollen damit den Kostenvorsprung japanischer Hersteller wie Honda oder Toyota ausgleichen, der von Experten auf bis zu 1500 Dollar pro Fahrzeug geschätzt wird. Ford und GM müssen im Vergleich zu den zu japanischen und südkoreanischen Autokonzernen deutlich mehr Pensionäre versorgen.
Auch die Investmentbank Goldman Sachs & Co hob zuletzt die Anlageempfehlung für US-Autohersteller von „Neutral“ auf „Cautious“ („vorsichtig“ Kaufen, Anm.) an.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.02.2007)

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