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Wien-Schwechat: Bodenkämpfe im Flughafen

24.06.2012 | 18:27 |   (Die Presse)

Der Inder Rakesh Sardana kam als Bettler nach Wien, wurde mit Flughafen-Shops reich und kämpft nun wieder um seine Existenz. Seit Monaten liegt Sardana mit dem Flughafen Wien im Clinch.

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Mit 21 Jahren hatte er nichts zu verlieren. Per Autostopp machte sich der Inder Rakesh Sardana auf den Weg, um der Armut zu entfliehen. Er landete 1975 in Wien. Hier ging ihm endgültig das Geld aus. Seinen Plan, nach Kanada auszuwandern, musste er aufgeben. Stattdessen klapperte er nächtens den Wiener Prater und Lokale mit seinem Bauchladen ab und verkaufte Seidenschals.

So hielt er sich über Wasser. Hatte einen Rucksack und selten eine Wohnung. Und als Heizung diente ihm ein Haarfön. Doch Rakesh Sardana war ein guter Geschäftsmann. Und als er eines Tages erfuhr, dass die Stadt Wien auf dem Rathausplatz zur Vorweihnachtszeit ein paar Hütten aufstellte, tauschte er eine davon gegen seinen Bauchladen. Mit dem Stand auf dem Christkindlmarkt begann sein Aufstieg. Heute hat er in der Wiener City Souvenirshops und ist einer der größten Shopbetreiber im Wiener Flughafen. Auch auf den Airports in New York und Boston hat er Mode- und Souvenirshops. Voriges Jahr setzte er nach eigenen Angaben 40 Millionen Euro um. Sardana beschäftigt 250 Mitarbeiter.

Ob die Geschichte vom indischen Jungen, der mit Fleiß und Mut die Welt erobert, ein glückliches Ende nimmt, ist mehr als ungewiss. Denn seit Monaten liegt Sardana mit dem Flughafen Wien im Clinch. Was heißt Clinch? Die Auseinandersetzung hat sich zu einem wahren Bodenkampf ausgeweitet, bei dem sich die beiden Seiten in aller Öffentlichkeit attackieren. Mittlerweile ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen die früheren Flughafen-Vorstände. Und gegen Sardana gibt es zwei Insolvenzanträge. Nachdem vor wenigen Wochen der Flughafen einen Konkursantrag gestellt hat, tat dies nun auch die Niederösterreichische Gebietskrankenkasse.

Laut Flughafen hat Sardana für seine Shops keine Miete bezahlt und nicht wie vertraglich vereinbart die Flächen ausgebaut. Im neuen Terminal Check-in 3 (Skylink) stehen seine Shops noch leer, in den alten Shops seien die Regale nur spärlich gefüllt.

Dem entgegnet ein Sprecher des indischen Selfmademan: Der Flughafen schikaniere Sardana seit Jahren. So habe man ihn bei Geschäftspartnern angeschwärzt, ihn vorübergehend am Betreten des neuen Terminals gehindert. Der Gipfel der Kampagne gegen den Shopbetreiber sei eine Bespitzelung durch einen Privatdetektiv gewesen. Diese Aktion ist mittlerweile Teil gerichtlicher Untersuchungen.

 

Hochegger als Mann fürs Grobe

Demnach sollen die früheren Flughafen-Vorstände den Unternehmensberater Peter Hochegger beauftragt haben, sich der Sache Sardana anzunehmen. „Ziel war es damals, dich als unliebsamen Geschäftspartner loszuwerden“, zitiert Sardana nun einen Brief, den er im März von Hochegger erhalten hat. Hochegger, gegen den im Zusammenhang mit der Buwog-Affäre ermittelt wird, war auch für den Flughafen der Mann für spezielle Aufträge.

Im Zuge der Kampagne gegen den „unliebsamen“ Sardana sei schließlich ein Wiener Privatdetektiv auf ihn und seine Familie angesetzt worden. Auch Sardanas minderjährige Kinder seien von dem Privatdetektiv überwacht worden, heißt es in dem Ermittlungsakt der Staatsanwaltschaft Korneuburg. Der Detektiv wurde vom Wiener Rechtsanwalt Gabriel Lansky beauftragt. Er vertritt nicht nur den ehemaligen Vorstand Herbert Kaufmann, sondern steht auch mit dem nunmehrigen Flughafen-Vorstand Julian Jäger in einem Naheverhältnis. Jäger teilte dies im April in einem Schreiben der Staatsanwaltschaft mit: „Herr Mag. Jäger weist der guten Ordnung halber auch noch darauf hin, dass es sich bei [...] Dr. Lansky um seinen Schwager handelt.“

Anfang Juli wird über die Insolvenzanträge gegen die Gesellschaften von Rakesh Sardana entschieden. „Meine auf dem Flughafen tätigen Gesellschaften Artifacts, Saveria und Striberny sind liquide“, teilte er am Sonntag per Aussendung mit. Sardana kämpft um seine Existenz. Das tut er seit frühester Kindheit.

Auf einen Blick

Rakesh Sardana ist auf dem Wiener Flughafen der größte Shopbetreiber. Flughafen und NÖ Gebietskrankenkasse stellten Insolvenzanträge. Sardana bestreitet, zahlungsunfähig zu sein. Der Flughafen wolle ihn loswerden und scheute nicht davor zurück, ihn von einem Detektiv observieren zu lassen, behauptet er. [b&o]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.06.2012)

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20 Kommentare
Gast: dhgtjii
25.06.2012 20:44
2 0

Wundern.

Mich wunderts sowieso,das bei den Mondpreisen am Flughafen,überhaupt wer was kauft.

Gast: Morosus
25.06.2012 17:35
3 0

Immer unschuldig?

Der feine Herr Sardana scheint in seiner eigenen Welt zu leben und den Boden zur Realität verloren. Bezahlte KOmmentare im Standard, Korruptionsgeldvermutungen (die aber nie bewiesen werden konnten) mit dem früheren Vorstand Gabmann am Flughafen. Aber nicht nur dort, sondern auch in der City treibt der Herr sein Unwesen mit seinen schrecklichen Mostly Mozart Geschäften die rund um die Uhr einschließlich Sonntag offen sein dürfen. Einen Leib Brot darf man am Sonntag nicht kaufen, aber Zuckerl von Herrn Sardana schon. Tatort Neuer Markt: Hier hat er 80% der Geschäfte angemietet und läßt sie jahrelang leer stehen und verkommen. Die Mietgelder bleibt er auch hier schuldig. Und Frau Stenzel sieht dem Niedergang des Neuen Marktes einfach zu. Sein Anwesen in Schwechat ist mit Millionen belastet und eine Tochter der Bank Austria hat jetzt die Versteigerung beantragt. Alles nur Zufälle und böse Gegner?? Wohl kaum. Herr Sardana muß wie alle anderen Bewohner Österreichs auch, lernen, Steuern und seine Schulden zu zahlen. Seinen Größenwahn sollte er schleunigst beenden.

Gast: Die Wahrheit macht frei
25.06.2012 16:45
1 0

Aber wenn die ihn dann endgültig draussen haben

muß der Sardana aber zumindest einen Konsulentenvertrag bekommen. Das muß schon sein!

1 0

Wenn man den Namen LANSKY hört

kann einem nur Übles schwanen. Dieser wie ich finde schmierige selbsternannte Retter der "Armen und Enterbten" und seine roten Freunderln. Ohne genaueres über die genannten Vorgänge zu kennen, tendiere ich somit automatisch auf die Seite des indischen Selfmademannes!

Gast: joseph
25.06.2012 15:08
2 0

insolvenz

wenn jemand die sozialversicherungsbeitraege nicht mehr abfuehren kann hilft auch kein beschoenigen.

der ist insolvent.

Gast: Gast 0000
25.06.2012 14:00
2 2

Chapeau

Ich habe Herrn Sardana in seiner Anfangszeit am Flughafen kennengelernt, und aufgrund seiner Ehrlichkeit, Loyalität und seines Geschäftssinns, der aber nie auf "Ausbeutung" aus war, kann ich nur zu ihm sagen "Sie können stolz sein auf das ,was Sie sich geschaffen haben - und: Durchhalten!" - die Wahrheit kommt immer ans Licht eines Tages.
Es wird einem wieder einmal schmerzlich bewusst, daß es das "liebe, gemütliche" Österreich von früher leider nicht mehr gibt...

Gast: flughafenproporzler
25.06.2012 12:41
4 0

unabhängig, ob der Flughafen nun zu Recht oder zu Unrecht

Insolvenzantrag gestellt hat, zeigt das Beispiel wieder ganz klar wie skurill und inzestiös die Situation am Flughafen & wahrscheinlich in ganz Ö in öffentlichen Unternehmen ist. Da wird angeblich der Sardana im Auftrag des ehemaligen Vorstandssprecher Kaufmann im Zuge einer "Negativkampangne" bespitzelt-gezahlt hat´s falls es so war, die AG-bei der Kampagne muß ja was herausgekommen sein, nichts desto trotz schaut der Kaufmann zu, wie der Sardana weitere Geschäftsflächen im Skylink bekommt ??? Ob durch die angeblich guten Kontakte zu Gabmann oder durch sonst was, der Sardana hat sie bekommen & der Kaufmann verhindert´s als Vorstand nicht. & nun kommt noch besser: der, der lt. Hochegger die "Schnittstelle" der damaligen angebl. Kampagne war, ist jetzt der "neue, unverbrauchte und von allen Altlasten" befreite, sowie aus einer internationalen Ausschreibung hervorgegangene "Experte" Jäger, dessen Schwager der Anwalt ist, der angeblich den Sardana bespitzelt hat. Noch mehr Inzucht gibt´s nur noch in irgend welchen Bananenrepubliken, nur dort wird ein Unternehmen erst gar nicht an die Börse gebracht sondern gleich unter den Politinzestlern zu "gleichen Teilen" aufgeteilt-ist irgendwie gerechter-dort wird das "Volk" nur einmal beschissen-es kriegt gar nämlich gar nix vom "Kuchen"-bei uns muss man als "Aktionär" auch noch für die "laufenden Spesen" der Politgünstlinge aufkommen.

beim wiener flughafen kann man mitlerweile neimandem mehr trauen!

und wenn dann noch der hochegger dirket von diesem korrupten, unfähigen flughafenvorstand beauftragt wird, dann ist eindeutig klar, dass das was im busch ist!

vermutich möchten die rot/schwarzer bonzen aus wien und niedersösterreich die anscheinend ziemlich gewinnträchtigen shops von Sardana übernehmen.

einfach nur erbärmlich, was da am flughafen wien abläuft!

Bitte Häupl und Pröll, ihr habt eure unternehmerische unfähigkeit schon zu genüge unter beiwes gestellt, privatisiert das korruptionsstadel endlich!!!


2 0

Sumpfgeschichten aus Österreich

Erinnert mich an den Karlsplatz, dort darf man bzw muss man jetzt Kunst betrachten.

Wer nicht mit dem „Sozialen System“ mitspielt, wird rausgemobbt. Keine feine Art, schon gar nicht sozial, aber zielführend – Hauptsache die soziale Fassade wird nicht angekratzt.

Sehr geehrter Presse-Copy-And-Paste

Und warum hat auch die Niederösterreichische Gebietskrankenkasse eine Insolvenzantrag gestellt?

Wie kann man bitte mit einem Airport-Shop pleite gehen?

Das war nicht die ganze Geschichte...

Re: Wie kann man bitte mit einem Airport-Shop pleite gehen?

gerade als selfmademillionär der seine fähigkeiten also schon bewiesen hat:
GARNICHT. es gilt die unschuldsvermutung

Re: Re: Wie kann man bitte mit einem Airport-Shop pleite gehen?

Da geht es um soviel Geld, dass die Gauner mit harten Bandagen kämpfen. Und natürlich wäre es nicht Österreich, wenn nicht einige Spitzenpolitiker bis zur Halskrause in dem Schlamassel stecken würden. Grauslich!

9 7

bin 100% fuer den inder

er hat keinem schmiergeld gegeben, und mit diesen auslaenderfeindlichen schikanierer kommt nur sowas raus.
wetten das deswegen die probleme sind,weil er ehrlich und nicht mit korrupten mitspielt

Re: bin 100% fuer den inder

Ein ehrlicher Mann kommt nicht einmal in Sichtweite der lukrativen Airportshops. Es gilt: Gauner gegen Gauner.

25 2

investieren

ich sag's immer wieder: Investieren ohne politische Kontakte in AT, Finger weg! Die drehen dir von einem Tag auf den anderen einen Strick.

PS: komisch in solchen Fällen können sich die Vorstände immer sehr gut an alles erinnern.

Braucht womöglich ein Parteigenosse die Verkaufsfläche?


bemerkenswert

der Hochegger muss ja mit sehr wenig Schlaf auskommen so umtriebig wie der ist. ;-)

Das sind doch


die selben Kreise, die es auf Dr. Graf abgesehen haben.......

Dr. Lansky und Andere!!!

Die SPÖFreimaurer lassen grüßen!


Re: Das sind doch

Sie haben die Bilderberger, Area 51 und die vorgetäuschte Mondlandung vergessen...

Hobbyökonom