Schlecker-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz will die rund 3000 Beschäftigten in Österreich nicht länger auf Nadeln sitzen lassen, wie es mit der Drogeriekette weitergeht. "Ich werde diese Woche mit meinen Gläubigergremien reden, die Entscheidung bei uns fällt noch diese Woche, vor Ort in Österreich fällt sie Anfang nächster Woche", sagte Geiwitz der "Wiener Zeitung". Es gebe noch Gespräche, ob es einen Weg gibt, die Insolvenz zu vermeiden. Es könne aber durchaus sein, dass über die Anton Schlecker GmbH in Österreich kurzfristig ein Insolvenzverfahren beantragt werde.
Abgesehen von den bereits bekannten Interessenten, der MTH-Gruppe des Industriellen Josef Taus und dem Linzer Finanzinvestor Recap von Anton Stumpf, gibt es offenbar noch einen weiteren für Schlecker Österreich, den Geiwitz aber nicht nannte. "Wir haben noch einen Interessenten für Schlecker Österreich, den Sie nicht kennen und der trotz der schwierigen Lage diese Woche noch eine Intensiv-Prüfung machen will, vielleicht ergibt sich noch etwas."
Hoffnung für IhrPlatz
Auch bei der insolventen deutschen Schlecker-Tochter IhrPlatz (rund 490 Filialen, 4.000 Mitarbeiter) soll es in den nächsten Tagen zu einem Ergebnis kommen. Die MTH Retail Group von Taus ist auch hier mit im Rennen, die Gespräche stehen aber noch ganz am Anfang, wie Taus am Montag gesagt hatte.
Bei Schlecker in Deutschland dagegen ist alle Hoffnung längst verloren. Am heutigen Mittwoch schließen die letzten rund 2800 Filialen. Um 15.00 Uhr werden die Läden geschlossen, wie der Insolvenzverwalter mitteilte. Ende der Woche soll an die noch 14.000 Mitarbeiter per Einschreiben eine Freistellung verschickt werden, die vom 1. Juli an gelte. Anfang Juli solle dann die Kündigung folgen. Die Gläubiger der Kette hatten Anfang Juni die Schließung des Unternehmens beschlossen, nachdem der Verkauf gescheitert war. Bis zur endgültigen Schließung gewährt Schlecker Kunden auf Artikel ohne Preisbindung Rabatte von bis zu 90 Prozent.
(Ag.)
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