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OECD: Migranten strömen wieder ins Land

27.06.2012 | 18:27 |  KARL GAULHOFER (Die Presse)

Die Zahl der Einwanderer nach Österreich und Deutschland steigt stark an, so die OECD. Meist kommen sie aus der EU. Und sie finden Arbeit, anders als in Südeuropa.

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Berlin. Zum einen gibt es einen Trend. Zum anderen gibt es Österreich, Deutschland und die Schweiz. Während in den meisten Industriestaaten die Zahl der Einwanderer im Jahr 2010 zum dritten Mal in Folge zurückging, strömten sie nach Deutschland. Der Boom verstärkte sich 2011 und griff auf Österreich über: Nach vorläufigen Zahlen siedelten sich um 15 Prozent mehr Ausländer in Österreich an als im Jahr zuvor. OECD-weit gab es nur einen leichten Anstieg. Das gab der Klub der großen Industrienationen bei der Präsentation des „Migrationsausblicks 2012“ bekannt.

Dass sich die Mitgliedsländer bei Thema Migration so stark auseinanderbewegen, hat zwei Gründe: die Eurokrise und die Ostöffnung des Arbeitsmarktes. In den meisten EU-Staaten (und der Schweiz) ist die Hauptquelle der Zuwanderung die „Personenfreizügigkeit“: Die Bürger des Binnenmarktes siedeln sich an, wo sie wollen, ohne politische Steuerung. Damit bilden die Ströme vor allem Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt ab. In den Krisenländern Südeuropas gingen die Zahlen der jährlichen Zuwanderer in den letzten Jahren massiv zurück. Wo es der Wirtschaft gut geht, steigen sie rasch und deutlich. Die Dynamik ist dadurch insgesamt viel stärker als in traditionellen Einwanderungsländern wie den USA oder Australien.

Zudem haben Österreich und Deutschland erst im Vorjahr ihre Arbeitsmärkte für jene acht Länder voll geöffnet, die 2004 der EU beigetreten sind. Schon davor hat die erleichterte Migration aus Osteuropa das Bild geändert: Unter den neu Zugewanderten gibt es immer mehr Rumänen, Ungarn und Bulgaren. Dafür nimmt die Bedeutung anderer klassischer Herkunftsländer ab: im Fall Serbiens leicht, im Fall der Türkei deutlich. Die größte Gruppe bleiben freilich die Deutschen. Und das sogar mit steigender Bedeutung, was auch mit der Studentenschwemme zu tun hat.

Der wachsende Zustrom macht Österreich aber noch nicht zu einem typischen Einwanderungsland. Bei der Pro-Kopf-Migration liegt es auf OECD-Durchschnitt, Deutschland liegt noch deutlich darunter, die Schweiz hingegen klar an erster Stelle.

Die meisten kommen, um eine Arbeit zu suchen – und finden sie auch. Die Beschäftigungsquote aller im Land lebenden Migranten hat sich in den letzten vier Jahren in Österreich um zwei, in Deutschland sogar um vier Prozentpunkte verbessert. Aber auch diese erfreuliche Entwicklung liegt gegen den Trend. In den Olivenländern sieht es düster aus, am schlimmsten in Spanien.

In den Boomjahren waren Millionen Migranten ins Land geströmt, selbst heute noch sind die absoluten Zahlen höher als etwa in Deutschland. Dabei sind die Einwanderer in der Krise die Ersten, die ihren Job verlieren – auch deshalb, weil sie vor allem in stark betroffenen Branchen wie dem Baugewerbe arbeiten. Nun sitzen Millionen in der Falle – auch in Italien, Griechenland und Portugal. Ihnen wieder eine Perspektive zu geben sieht Co-Autor Thomas Liebig als wichtigste politische Herausforderung der Migrationspolitik in der OECD.

 

Spanier und Griechen als neue Migranten

Noch eine Folge der Eurokrise: Immer mehr Südeuropäer ergreifen die Flucht. Die Zahlen verdoppeln sich Jahr für Jahr – wenn auch auf niedriger Basis: Immer noch kommen jährlich mehr Polen nach Deutschland als Spanier, Italiener und Griechen zusammen. Die große Hürde ist die Sprache. Während es für die ebenfalls krisengebeutelten Iren ein linguistisch Leichtes ist, sich einen Job in Großbritannien oder den USA zu suchen, scheitern die meisten Südeuropäer an dem ihnen so völlig fremden Deutsch.

In Osteuropa hingegen wird diese Sprache auch an den Schulen stärker gelehrt. „Und Polen oder Rumänen können in Deutschland schon bestehende Netzwerke nutzen“, erklärt Experte Liebig der „Presse“. Sie haben bereits Angehörige oder Freunde hier, die ihnen helfen, einen Job zu bekommen. Diese „Infrastruktur“ fehlt noch bei der neuen europäischen Süd-Nord-Migration. Aber das Potenzial für eine starke Wanderungsbewegung ist da. Als Indiz nennt Liebig den Ansturm auf die Sprachschulen.

In klassischen Einwanderungsländern wie den USA, Kanada und Australien hingegen entwickelt sich die Migration in ruhigen Bahnen. Doch von einem interessanten Trend in der Migrationspolitik weiß Liebig zu berichten. Er betrifft Länder, die Migranten bisher – etwa auf Basis eines Punktesystems – aufgrund ihrer Qualifikation aufgenommen haben, auch dann, wenn sie kein Jobangebot vorweisen konnten. Von dieser Praxis gehe man mehr und mehr ab. Der Grund: Diese in der Regel gut ausgebildeten Einwanderer finden zwar meist Arbeit, aber zu oft eine, die nicht ihren Qualifikationen entspricht. Der Akademiker als Taxifahrer aber ist kein politisch angestrebtes Ziel.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.06.2012)

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54 Kommentare
 
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Waren die Heuschrecken nicht eine biblische Plage?...


....jetzt kommen sie zu uns.

Bei den Sozialleistungen und Mindestsicherung sind das üppige Felder zum abgrasen.

Gast: Heimbart D
28.06.2012 17:30
1 0

Willkommem, willkommen!

Auf öffentlichen Plätzen in Wien gibt es Arbeitsbestätigungen und Anmeldungen bei der Sozialversicherung zu kaufen, womit sich nicht nur die E-Card, sondern sich auch Aufenthaltstitel erschleichen lassen. Und in einem Nachbarland wurde sogar in der Zeitung inseriert, man könne Schwangeren durch eine Anmeldung in Österreich zu einer Geburt mit bester medizinischer Betreuung samt Wochengeld verhelfen. Rund 60 Fälle von Wochengeldbetrug soll es laut Unterköfler daraufhin gegeben haben.

http://search.salzburg.com/news/artikel.html?uri=http%3A%2F%2Fsearch.salzburg.com%2Fnews%2Fresource%2Fsn%2Fnews%2Fsn2702_27.06.2012_41-40636085

Wenn nicht bald was passiert

dann ist Österreich Geschichte!

ein drama!!! leute kommen nach österreich!!!

hey, bube - das war immer schon so.

Antworten Gast: Callisto
28.06.2012 16:56
1 0

Re: Wenn nicht bald was passiert

Keine Sorge es "kracht" eh bald an allen Ecken und Enden in Europa.

Antworten Antworten Gast: Gruftmaus
28.06.2012 17:42
0 0

Re: Re: Wenn nicht bald was passiert

...wird mich aber weder trösten, noch mir Käse besorgen.
Höchstens vermehrt hungrige Katzen auf meinem Friedhof, die meine Gruft belauern.

"Verschiebungen"

Interessant finde ich die "migrationstechnischen Verschiebungen", will heissen: Einerseits strömen Polen, neuerdings auch Spanier, etc. ins ökonomische Paradies (D, z.T. auch A, etc.), andererseits wandern tausende von Deutsche in die CH, nach A, etc. ab. Es gibt demgemäss also keine klassischen europäischen Einwanderungs-, bzw. Auswanderungsländer mehr (mit gewissen Ausnahmen natürlich). Es scheint beinahe, dass sich kaum mehr jemand in seinem Ursprungsland wohlzufühlen im Stande ist, bzw. zurechtfinden kann. Mich würde interessieren, wie dies zu interpretieren/verstehen ist, bzw. welche Folgen (längerfristig) von dieser Entwicklung zu erwarten sind. Vielleicht hat jemand eine passende Meinung?

Antworten Gast: jaschon
28.06.2012 13:03
5 2

Re: "Verschiebungen"

bald

wien=Islamabad

Antworten Gast: AT1
28.06.2012 12:55
2 1

Re: "Verschiebungen"

Wenn die nationalen Kontrollen wegfallen, sind grundsätzlich solche Verschiebungen zu erwarten. In der EU gibt es ja die Freizügigkeit, daher sind die Bewegungen, die jetzt stattfinden, keine Überraschung. Die Frage ist wirklich: wie viele Menschen werden in einem anderen Land dauerhaft bleiben, und wie viele gehen dann noch in ein anderes Land weiter oder irgendwann wieder nach Hause.
Nachdem Herr Spindelegger die vereinigten Staaten von Europa errichten will, bekommen ja alle Leute irgendwann die gleiche Staatsbürgerschaft.
Die Zeit scheint gekommen zu sein, zwischen dem Nationalstaat und Europa zu entscheiden.

Re: Re: "Verschiebungen"

Vielen Dank für Ihren Erklärungsversuch. Allerdings zielt er etwas an meiner Frage vorbei. Es ist nur allzu logisch, dass durch die europäische Personenfreizügigkeit und die Schaffung des "Schengenraumes" die Mobilität der europäischen Bevölkerung zugenommen hat. Allerdings - und das ist der Punkt - müsste doch lediglich eine klare Migration von (als Beispiel) Spanien, Portugal nach Deutschland, in die CH, nach A, etc. zu sehen sein, stattdessen gibt es nicht bloss erwähnte Bewegung, sondern ebenfalls eine solche von Deutschen in die CH, nach A, etc.

Ihrem letzten Satz würde ich im Übrigen absolut zustimmen und denke gleichzeitig, dass der Nationalstaat keineswegs auf dem Totenbett liegt.

die Kommentare hier...

dass Menschen dorthin gehen, wo es wirtschaftlich wesentlich rosiger aussieht als anderswo, liegt auf der Hand. was hat das schon wieder mit türken zu tun? Leute, Leute.

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Willkommen im Welt-Sozialamt Österreich!


Re: Willkommen im Welt-Sozialamt Österreich!

ausser du bist Österreicher - dann wirst gef.... !

Antworten Gast: Ab 2013 werden die Zahlungen eingestellt
28.06.2012 09:51
7 2

Re: Willkommen im Welt-Sozialamt Österreich!

Leider ist der Politiker noch nicht in Amt und Würden der sich traut diesem ausufernden und für die Bevölkerung mehr als belastenden Treiben (finanziell und verdrängungsmäßig) ein Ende zu setzen.
Aber solange wie es gedauert, hat wird es nicht mehr dauern. Viele haben es schon begriffen und den wenigen die glauben gegen den Strom schwimmen zu müssen wird man es auch noch beibringen.So oder so.

Re: Re: Willkommen im Welt-Sozialamt Österreich!

mich würd interessieren, wie Sie den letzten Satz meinen?

Re: Re: Re: Willkommen im Welt-Sozialamt Österreich!

Wer nicht spurt, wird eingesperrt oder erschossen. SO meint er den letzten Satz. Wir sind hier im Presse-Forum.

Antworten Antworten Gast: nereiren
28.06.2012 10:43
3 4

Re: Re: Willkommen im Welt-Sozialamt Österreich!

Und, schmeckt der warme Eislutscher noch gut?

Ihre Weltanschauung und alle, die das bisher vertreten haben, sind bisher immer kläglichst gescheitert, unabhängig von den Rahmenbedingungen. Das wird sich auch in Zukunft nicht ändern.

Re: Willkommen im Welt-Sozialamt Österreich!

jemand der bei uns Arbeit findet, lebt nicht von, sondern unterstützt das Sozialamt ;)

Re: Re: Willkommen im Welt-Sozialamt Österreich!

wow, schon jetzt 7 Dodeln, die einen simplen, nachvollziehbaren korrekten Satz als unnötig markieren, nur weil er nicht xenophob ist. Gratulation.

Re: Willkommen im Welt-Sozialamt Österreich!

Stimmt's? Sie haben kein wort des artikels verstanden. Aber keine angst. Ihre bezuege aus den sozialen toepfen sind nicht gefaehrdet.

Re: Re: Willkommen im Welt-Sozialamt Österreich!

Krank?

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Re: Re: Re: Willkommen im Welt-Sozialamt Österreich!

Der ist immer so. Wird anscheinend von pro negativer Bewertung entlohnt.

3 0

Re: Re: Re: Willkommen im Welt-Sozialamt Österreich!

Der ist naturbelassen so !

Gast: gast:1
28.06.2012 07:02
34 1

es geht nicht nur um die Zuwanderer

Probleme sehe ich bei jenen, deren Vorfahren hier zugewandert sind ("Migrationshintergrund") selbst aber hier geboren und aufgewachsen sind, sich aber dennoch so benehmen als würde man sie gegen ihren Willen zwingen hier zu leben.

Wenn jemand mit türkischen Wurzeln lieber türkisch spricht, lebt und fühlt, so möge er doch bitte dort hin gehen, wo er das alles haben kann.

ICH als Gastgeber fühle mich durch dieses Verhalten der "Gäste" mehr als vor den Kopf gestoßen...

Gast: Euroblond
28.06.2012 02:27
32 2

Österreich schafft sich ab

Eine feine Sache: während wir ohne Ende Geld ins Ausland pumpen, kommen die Ausländer zu uns. Irgendetwas ist sehr krank an diesem System. Die letzten, die die Hunde beißen, sind die Österreicher. Sie blieben zum überwiegenden Teil in der Nachkriegszeit im Land und bauten es wieder auf. Jetzt müssen sie zusehen, wie langsam alles wieder vor die Hunde geht bzw. werden sie durch "friedliche Übernahme" enteignet.

Antworten Gast: Superblond
28.06.2012 07:06
2 30

Re: Österreich schafft sich ab

Die Legende der Aufbaugeneration.

Jemand, der 1945 20 Jahre alt war und Aufbau geleistet hat ist heute wie alt?

87.

Wieviele 87jährige schauen denn zu?

Die Aufbaugeneration ist längst tot.

 
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