Wien/Klagenfurt/Red./Apa. Wem gehört die sogenannte „Grasser-Villa“ am Wörthersee? Laut Karl-Heinz Grasser gehöre sie nicht ihm, sondern einer Firma seiner Stiftungen, auf die er keinen Einfluss habe. Offiziell sind seine Frau und sein Vater Mieter, er selbst sei ohne Verfügungsberechtigung.
Die Steuerfahnder hegen allerdings Zweifel an dieser Version. Die Villa in Maria Wörth wurde laut „News“ für 1,3 Millionen Euro saniert. Das Geld dafür floss von der Gemain Limited an die SMW OG. Allein vertretungsbefugter Geschäftsführer der SMW OG ist Grassers „Wahlonkel“ Burkhard Graf. Nun ist die Frage, ob Grasser über das Haus so verfügen konnte, als gehöre es ihm privat.
Die mit der Sanierung der Villa beauftragten Handwerker sagten aus, dass sich Grasser sehr intensiv in die Sanierung des Hauses eingebracht und sich selbst auch über kleine Details den Kopf zerbrochen habe. Anders die Aussage von Graf: „Grasser hat sich nicht eingemischt.“
Steuerrechtsexperte Werner Doralt wertet die Gespräche Grassers mit den Professionisten schon als „heftiges Indiz“ dafür, „dass er auch der Verfügungsberechtigte ist“, wie er am Mittwoch im Ö1- „Mittagsjournal“ des ORF-Radios meinte.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.06.2012)
Grasser: Vom Autohändler zum Steuersparer




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