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Aiginger für "unbegrenzten Euro-Schutzschirm"

28.06.2012 | 17:47 |   (Die Presse)

Die heimischen Wirtschaftsforscher heben ihre Prognose für heuer leicht an. 2013 erwarten sie keinen Absturz, sondern stärkeres Wachstum. Alles unter der Voraussetzung, dass die Eurokrise bald gelöst wird.

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[Wien/Auer] Im Frühjahr schaltete die Weltwirtschaft wieder einen Gang zurück. Selbst die Aussichten der Schwellenländer verdüsterten sich deutlich. Österreichs Wirtschaftsforscher lassen sich ihren Optimismus davon aber nicht verderben. In ihrer Sommerprognose schätzen Wifo und IHS das Wachstum der heimischen Volkswirtschaft mit 0,8 beziehungsweise 0,6 Prozent sogar ein wenig besser ein als zuletzt (siehe Grafik).

(c) Die Presse / HR

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„Die Lage ist nicht so schlimm, wie viele Indikatoren andeuten“, sagte der neue IHS-Direktor Christian Keuschnigg. Auch für das kommende Jahr geben die Ökonomen vorsichtig Entwarnung. Statt einer Neuauflage der Krise von 2008 erwarten sie hierzulande ein Plus von 1,3 (Wifo) beziehungsweise einem Prozent (IHS).
Ähnlich auch der Ausblick des deutschen ifo-Instituts, das seinen Ausblick für Deutschland auf heuer 0,7 Prozent anhob. Und selbst die Eurozone soll es im kommenden Jahr schaffen, die „milde, aber hartnäckige Rezession“ endlich abzuschütteln, sagte Wifo-Chef Karl Aiginger.

„Dann ist Europa wie die USA“

Doch die gute Nachricht hat einen Haken. All die schönen Prognosen gelten nur, wenn Europas Politiker eine rasche Lösung für die Schuldenkrise finden und ausreichend große Wachstumsimpulse setzen, schränken die Ökonomen ein. Bis dato sind Brüssels Erfolge auf diesem Feld allerdings überschaubar.

Aigingers Wunschliste für den gestern gestarteten EU-Gipfel liest sich so: Interventionen der EZB, um die Refinanzierung von Italien und Spanien zu erleichtern, 130 Mrd. Euro aus EU-Strukturfonds als Wachstumshilfe an südliche Länder und vor allem eine deutliche Aufstockung des Euro-Schutzschirms ESM. Er hält eine Verdoppelung der Mittel für notwendig, politisch aber kaum durchsetzbar. Die beste Lösung sei ohnedies ein „unbegrenzter Schutzschirm“. Ausgestattet mit einer Banklizenz könnte sich der ESM de facto unendlich bei der EZB refinanzieren. Er wäre theoretisch so groß, dass jedes Euroland darunter passen würde. „Dann ist Europa so wie die USA“, frohlockte der Wifo-Chef.

Andere sind von diesem Vorschlag weniger begeistert. Wie berichtet, warnte die Zentralbank der Zentralbanken (BIZ) erst am Wochenende, dass die Notenbanken weltweit am Ende ihrer Kräfte seien. Eine neuerliche Ausweitung der expansiven Geldpolitik löse kein Problem, sondern schaffe zusätzliche Risiken.

Auch IHS-Chef Keuschnigg zeigte sich deutlich reserviert. Zwar plädierte auch er für eine Ausweitung des ESM, allerdings nicht ohne Grenzen. Der Vorteil aus seiner Sicht: Anders als bei Eurobonds oder weiteren EZB-Interventionen würden die ESM-Kredite nur Zug um Zug, im Tausch mit Reformen der betroffenen Länder, ausgezahlt. Diese „schmerzhaften Anpassungen“ könne und dürfe den Staaten niemand ersparen.

Ein Leben nach dem Euro?

Was passiert, wenn sich die europäische Schuldenkrise nicht so bald lösen lässt oder gar die Währungsunion zerbricht, haben die Ökonomen nicht errechnet. Dass dieses Szenario aber auch in ihren Hinterköpfen herumspukt, zeigte ein Versprecher von Keuschnigg, der den Journalisten am Donnerstag hoffnungsfroh versicherte: „Es gibt ein Leben nach dem Euro.“ Nur um sich von Aiginger schnell korrigieren zu lassen: „Gemeint ist ein Leben nach der Eurokrise.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.06.2012)

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45 Kommentare
 
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Gast: 1. Parteiloser
29.06.2012 14:01
2 0

Unendliche Geldschöpfung für ein unendlich großes Versagen der Planwirschafter?

Zu Ende des 20. Jahrhunderts sollten die letzen Träumer von Kommunismus, Planwirtschaft und Gleichmacherei gelernt haben, dass ein solches Wirtschaften immer eine Mangelwirtschaft wird und am Ende die Versorgung der Gesellschaft bedroht. Es ist doch ein Naturgesetz, weil auch der Mensch ein Teil der Natur ist.

Das Problem dabei ist wohl, dass das Wirtschaften von den Menschen gemacht wird. Menschen sind aber nicht gleich und tendieren dazu, bei einer Gleichmacherei die Leistung einzustellen, bzw. stark zu reduzieren. Die Planwirtschaft hat auch niemals funktioniert, die Pläne konnten nie erfüllt werden und es waren immer die Anderen daran Schuld. Die Standardausreden waren meist Rohstoffmangel und Arbeitskräftemangel (erinnert schon an Ö Heute!). Staatliches Geldausgeben, also Riesenprojekte wurde auch gemacht, haben aber nie zum gewünschten Erfolg geführt, die Mangelwirtschaft wurde nur noch größer und die Schulden sind gestiegen.

Europa erstickt aber auch in einer Planwirtschaft, welche durch riesige geschützte Bereiche und einem Förder- und Frühpensionswahnsinn geprägt sind. Das sind die irren Kosten, leider ohne Leistung für die Gesellschaft. Diese Staatsausgaben sind auch die Gründe für die irren Staatsschulden, also für die Staatsschuldenkrise.

Auch eine unendliche Geldschöpfung wird das Leistungsproblem niemals lösen können. Die Ideologen ersetzen ja ein Naturgesetz durch deren Glauben an einen Goldesel.

Gast: was soll das eigentlich
29.06.2012 11:55
4 0

WOLLT IHR DIE TOTALE DIKTATUR?

Jaaaaaa!

(Aiginger)

„Die Lage ist nicht so schlimm, wie viele Indikatoren andeuten“

Dann wird es wohl langsam Zeit, Indikatoren zu verbieten.

Antworten Gast: Zyni
29.06.2012 12:22
2 0

Schnell

eine europäische Indikatorenfabrik Marke DDR 3.0 gründen. Die Wahrheit beunruhigt nur.

Gast: gast11
29.06.2012 10:58
3 0

NEIN zur EUnion

weil in den USA ein skrukelloses regime herrscht, dass gegenüber seinen bürgern unangreifbar wurde!

das ist wahre macht und die ist größte gefahr für die persönliche freiheit eines jeden.

Gast: Grader Michel
29.06.2012 10:38
6 0

Aiginger und sein Wifo Expertenstall

sagen wir es grade raus: SCHLEICHTS EUCH! Ihr seid nicht einmal als Würstel zu gebrauchen.

Gast: Zyni
29.06.2012 10:36
4 0

Die "Eliten"

haben uns in die Schei..e geritten und nun wollen sie noch tiefer in das braune Nass. Und solche Vollpfosten, die ohne die "Eliten" nichts wären, schlagen den Takt für den Untergang. Es wird Zeit uns an den Juli 1789 zu erinnern.

1 0

Re: Die "Eliten"

Prinzipiell richtig!
Nur sowas wie den jakobinischen Terror nach der französischen Revolution brauchen wir definitiv nicht!

Antworten Antworten Gast: Zyni
29.06.2012 12:21
1 0

Vorsicht

wenn sie glauben, dass die EU-Eliten, oder im kleinen Maßstab die SPÖVP in Österreich, freiwillig bei einem Volksentscheid die Macht abgeben würden, ist nicht von dieser Welt. Ich denke, da würde wohl die Maske der Machthaberer endgültig verrutschen.

0 0

Re: Vorsicht

Mein Kommentar bezog sich nicht auf die Machtübernahme selbst, sondern auf die Jahre danach mit beispiellosem Terror, bis Robespierre endlich selbst getötet wurde.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Zyni
29.06.2012 17:36
0 0

Zick-Zack

Liberte (1789)-Tod dem König (1793) - Tod den Verrätern (1793f)-Tod Robespierre (1794)- Es lebe Bonaparte (1799)-Es lebe der Kaiser (1805)-Tod dem Verderber (1815) - Es lebe Napoleon (1815) - Weg mit Napoleon (1815) - Es lebe der Kaiser------usw. usf. Und mit Frankreich sitzen wir im Euroboot!

Gast: oeconomicus
29.06.2012 08:57
1 0

relativitaet

130 milliarden fuer ganz europa. ohne den anspruch des grossen oekonomen zu stellen, aber mal relativ betrachtet. was sind 130 milliarden wenn der reichste oesterreicher ueber ein privatvermoegen von ueber 30 milliarden verfuegt, siehe reichste oesterreicher piech.....
Diese 130 milliarden sind einfach unsinn, nicht mal ein tausendstel des eu bip.

Re: relativitaet

Die 130Mrd. sind eh ein Schwindelpaket, weil´s grösstenteils aus Beträgen besteht, die ohnehin schon längst zugesagt aber noch nicht abgerufen sind.

Was die Relativität betrifft sollte man aber auch darauf hinweisen, dass "unbegrenzt" unendlich mal soviel wie das gesamte EU-BIP ist.
Also doch recht viel.

Gast: chenier
29.06.2012 08:53
7 0

Ein perfider Trommler für die Diktatur

und die Presse bietet diesen Totengräbern der Demokratie ein Forum. Erbärmlichj!

Gast: oeconomicus
29.06.2012 08:53
0 0

relativitaet

130 milliarden fuer ganz europa. ohne den anspruch des grossen oekonomen zu stellen, aber mal relativ betrachtet. was sind 130 milliarden wenn der reichste oesterreicher ueber ein privatvermoegen von ueber 30 milliarden verfuegt, siehe reichste oesterreicher piech.....
Diese 130 milliarden sind einfach unsinn, nicht mal ein tausendstel des eu bip.

130 Mrd. Euro aus EU-Strukturfonds als Wachstumshilfe an südliche Länder

Bauen wir dort noch ein paar Immobilien, Flughäfen und Autobahnen die keiner braucht oder was?

Gast: Hemingway
29.06.2012 07:43
6 0

Es besteht der Verdacht, dass auch dieser 'Experte' ein richtiger Depp ist.


4 0

Re: Es besteht der Verdacht, dass auch dieser 'Experte' ein richtiger Depp ist.

nicht Verdacht!
absolute Sicherheit!

Gast: Hutbürger
29.06.2012 07:32
6 0

einfach nur mehr durchgeknallt

Wer rettet uns vor diesen Verantwortungsträgern?

unbegrenzter Euro-Schutzschirm ist

eine beschönigung für unbegrenztes gelddrucken.

prognose: 1 USD = 1 EUR

beide werden durch geldrucken entwertet. die usa haben damit angefangen, jetzt zieht europa nach.


unbegrenzter Euro-Schutzschirm ist

eine beschönigung für unbegrenztes gelddrucken.

prognose: 1 USD = 1 EUR

beide werden durch geldrucken entwertet. die usa haben damit angefangen, jetzt zieht europa nach.


unbegrenzter Euro-Schutzschirm ist

eine beschönigung für unbegrenztes gelddrucken.

prognose: 1 USD = 1 EUR

beide werden durch geldrucken entwertet. die usa haben damit angefangen, jetzt zieht europa nach.


Gast: Reflector
29.06.2012 06:53
2 0

Kaffeesudleser bei der Arbeit

„Die Lage ist nicht so schlimm, wie viele Indikatoren andeuten“

Stimmt, bedingt, aber nur wenn man diese Aussage anders herum auslegt; sie ist nämlich wesentlich schlimmer.

Sämtliche Frühinidkatoren gehen auf Tauchstation und das nicht erst seit Gestern.

Abgesehen von den normalen Frühindikatoren, gibt es aber ein sehr relevantes systemisches Problem, welches anscheinend in keinen Kaffeesätzen der Kugelgucker aufscheint, nämlich das Geldsystem.

Dieses ist wieder einmal am Ende eines Zyklus angekommen.

Insofern können die 'normalen' Wirtschaftsindikatoren gar nicht die Tragweite der Lage genau genug abbilden.

Daher ein 100.- € Gegenwettangebot an Aiginger, es wird nicht so positiv wie sie prognostizieren und daher ist folgende Aussage richtiger:

„Die Lage wird nicht so schlimm veröffentlicht, wie viele Indikatoren eigentlich andeuten.“

Gast: mikel
29.06.2012 06:03
4 0

Schlussfolgerung

Die unbegrenzte Haftung für die Schuldenländer kann für Lohnsklaven aus dem Kerneuropa nur eines bedeuten: Auf in den Süden! Dort lebt man auf Kosten der anderen in Zukunft (!) um vieles besser, als hier von der Arbeit.

Gast: Hubertus
28.06.2012 23:53
7 1

Einfache Frage

Würden Sie Herrn Aiginger Ihr Geld zur Veranlagung anvertrauen? Ich nicht. Warum sollte ich dann seine Meinung des unbegrenzten Schutzschirmes für fundiert halten? Immer dann wenn die Zentralbank den Staat finanziert, hat das Desaster nicht lange auf sich warten lassen. Italien:Wer erinnert sich nicht an den Wertverfall der Lire.1970: 100 Lire=4 Ösi. 1999: 100 lire =0,95 Ösi. Der FranzFranc wurde sogar einmal um eine Hunderterpotenz (100 FF alt sind 1FF neu)umgebaut und es hat nichts genützt. Das engl. Pfund: 1970: ein engl.Pf= 72 Ösi. 1999: 1 engl.Pf. 22 ÖSi.Verräterisch der Hinweis:EZB wie USA. Die Fed ist keine unabhängige Notenbank sondern praktisch eine government agency die den Staatshaushalt der USA über Notendruck finanziert. 1970: 1 USD=26 ÖS. 1999: 1 USD= 10 ÖSi. Und das ist das Schicksal des Euro und damit der Ersparnisse der Österreicher, wenn man man dem "Rat" des "Wirtschaftsfachmannes" Aiginger folgte. Eines Mannes ,der noch keinen Tag in der Privatwirtschaft bestanden hat.

Re: Einfache Frage

Und was, bitteschön, ist ein "Ösi" bzw. "ÖSi"? Sind Sie aus einem Kindergarten entlaufen?

 
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Hobbyökonom