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Grossnigg als letzte Hoffnung für Schlecker?

28.06.2012 | 18:05 |  Von Julia Kern (Die Presse)

Der Sanierer wird als neuer Investor für die von der Insolvenz bedrohte Kette gehandelt, wie der "Presse" aus Insiderkreisen bestätigt wurde. Von Grossnigg selbst heißt es: "Kein Kommentar."

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[WIEN] Ein Insolvenzantrag für die österreichische Schlecker-Gesellschaft wird zunehmend wahrscheinlicher: „Es ist keine Frage mehr von Wochen, sondern von Tagen“, soll Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz bei einem Treffen mit der Investmentbank Rothschild, die mit dem Verkauf betraut wurde, gesagt haben.

In den letzten Tagen soll dennoch ein „Retter in letzter Sekunde“ aufgetaucht sein – ein Wiener Finanzinvestor, der die gesamte Gesellschaft übernehmen würde, heißt es. Es dürfte sich dabei um Sanierer Erhard Grossnigg handeln, wie der „Presse“ aus Insiderkreisen bestätigt wurde. Von Grossnigg selbst heißt es dazu lediglich: „Kein Kommentar.“

Der deutsche Masseverwalter Arndt Geiwitz dürfte in der nächsten Woche Nägel mit Köpfen machen: Entweder ein Investor passt ins Konzept, oder Schlecker wird auch in Österreich in Insolvenz geschickt. Heute, Freitag, werden erste Vorbereitungen für eine solche getroffen: Ein neuer Anwalt von Schlecker Österreich findet sich zu einer Vorbesprechung für die Insolvenz am Linzer Handelsgericht ein.

Recap: „Nur mit Insolvenz“


Der Linzer Finanzinvestor Recap, der weiterhin Interesse an Schlecker zeigt, plant das Unternehmen in einem Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung zu restrukturieren. Am Donnerstag habe Recap eine Analyse des Münchner Unternehmensberaters Alvarez & Marsal zu Schlecker erhalten. Ihr zufolge sind 36 Mio. Euro Startkapital notwendig, um Schlecker ohne Insolvenz zu sanieren. Darin sind die Kosten für die Auffüllung des Warenlagers, die Abdeckung des Verlustes von bis zu acht Mio. Euro und der Verkauf von Filialen enthalten.
„Kein vernünftiger Finanzinvestor würde das machen“, sagt Recap-Chef Anton Stumpf. „Für uns geht es nur mit einer strukturierten Insolvenz.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.06.2012)

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