20.06.2013 10:33 Merkliste 0

Österreichs Außenhandelsdefizit mehr als verdoppelt

29.06.2012 | 11:49 |   (DiePresse.com)

Das Außenhandelsdefizit im Jahr 2011 betrug 9,23 Milliarden Euro. Die Steigerung kam durch die Einfuhr von Energie und Rohstoffen zustande.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Österreich hat im vergangenen Jahr wertmäßig mehr Waren importiert als exportiert. Das dadurch entstandene Außenhandelsdefizit dehnte sich 2011 weiter aus, und zwar auf 9,23 Milliarden Euro. Im Jahr 2010 betrug das Handelsbilanzdefizit erst 4,28 Milliarden Euro. Die Verdoppelung im Vorjahr sei zum Großteil auf den Anstieg der Einfuhren von Rohstoffen, Brennstoffen sowie Energie zurückzuführen, teilte die Statistik Austria am Freitag bei der Veröffentlichung der endgültigen Zahlen mit.

Auch wenn Österreich weniger Waren ausführte als einführte, ist der Außenhandel weiter im Aufwind. Die Exporte stiegen im Vorjahr um 11,3 Prozent auf 121,77 Milliarden Euro, die Importe um 15,3 Prozent auf 131,01 Milliarden Euro.

Einfuhr aus EU über 93,55 Milliarden Euro

Aus den Mitgliedstaaten der Europäischen Union bezog Österreich Waren im Wert von 93,55 Milliarden Euro (+13,6 Prozent). Der Wert der in diese Länder versandten Waren stieg um 10 Prozent auf 84,84 Milliarden Euro. Dabei entwickelte sich der Außenhandel mit den seit 2004 neu beigetretenen EU-Mitgliedstaaten 2011 dynamischer als jener mit der EU-27 insgesamt.

Der Außenhandel mit Drittstaaten zeigte im Vergleich zum Gesamtjahr 2010 einen Zuwachs bei den Importen um 19,6 Prozent auf 37,46 Milliarden Euro und bei den Exporten um 14,6 Prozent auf 36,94 Milliarden Euro. Darunter zählen auch die sogenannten BRIC-Staaten (Brasilien, Russische Föderation, Indien und China), deren Importe um 24,6 Prozent auf 10,88 Milliarden Euro und Exporte um 11,5 Prozent auf 7,64 Milliarden Euro zulegten.

Mit einem Exportanteil von fast einem Drittel war Deutschland erneut Österreichs wichtigster Handelspartner. Österreich exportierte im Jahr 2011 Waren im Wert von 38,04 Milliarden Euro (+10,2 Prozent) nach Deutschland - hauptsächlich Maschinen und Fahrzeuge. Die Importe aus dem Nachbarland stiegen um 11,6 Prozent auf 50,05 Milliarden Euro. Österreich bezieht größtenteils Maschinen und Fahrzeuge aus Deutschland.

Nach Italien wurden vor allem bearbeitete Waren ausgeführt (+8,7 Prozent auf 2,60 Milliarden Euro). In Summe stiegen die Exporte in das Land um 9 Prozent auf 9,35 Milliarden Euro. Eingeführt wurden Waren im Wert von 8,53 Milliarden Euro, das entspricht einem Zuwachs von fast 11 Prozent gegenüber 2010. Italien ist Österreichs zweitwichtigster Handelspartner.

Insbesondere die Vereinigten Staaten zeigten eine dynamische Entwicklung und verdrängten im Vorjahr die Schweiz als wichtigstes Ausfuhrpartnerland außerhalb der EU. Dabei lag der Anstieg von 28,9 Prozent weit über dem globalen Schnitt und wurde vorrangig von den Zuwächsen bei Maschinen und Fahrzeugen getragen (+41,6 Prozent auf 3,50 Milliarden Euro). Die Exporte von chemischen Erzeugnissen in die Schweiz verzeichneten einen Zuwachs von 30,7 Prozent und machten somit mehr als ein Viertel der gesamten Ausfuhren in dieses Land aus.

Grafik: Die Presse

vergrößern

(APA)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

Mehr auf DiePresse.com

2 Kommentare
Gast: Otto F.Krammer
01.07.2012 10:41
0 0

Seit der Verhinderung des DoKaWe Hainburg,..

durch die Grüninnen vor 26 Jahren, sind wir zum AKW-Strom Importeur geworden und somit klafft die Handelsbilanzscheere immer weiter auf.
Dafür dürfen sich diese GrünInnen freuen, weil sie in ihrem Refugium an der Au, Eintritt kassieren können, von ein par Schaulustigen, welche sich von den Störchen auf den Kopf gacken lassen.

Gast: 1. Parteiloser
29.06.2012 14:02
0 0

Sehr gefährlicher Trend!

Wie sich Österreich bei der Handelsbilanz entwickelt hat zeigen folgenden Daten:

2002:...+0,29 Mrd. Euro
2003:....-2,09
2004:....-1,24
2005:....-1,79
2006:....-0,46
2007:...+0,43
2008:....-2,04
2009:....-3.83
2010:....-4,28
2011:....-9,23

Heute ist es noch kein Problem, weil Österreich ja das Defizit noch durch den Tourismus kompensieren kann. Die Leistungsbilanz passt noch.

Der Trend ist aber, der starke Trend, welcher zunehmend Sorgen macht. Es ist ein Trend, welcher auch durch die langsam laufenden Verlagerungen von Produktionsstandorten kommt und sich mit den Regierungsambitionen zum "einnahmenseitigen Sparen" noch verstärken wird. Es werden also Unternehmen im Eigentum von Österreichern sein, welche den Import nach Österreich übernehmen werden, auf den Export aber immer mehr verzichten müssen. Bei staatlichen Zwangsabgaben bis über 50% der Wertschöpfung der Unternehmen ist das auch kein besonders Wunder und kann auch durch Massen an working poor (Realeinkommen Netto) nicht mehr kompensiert werden.

Hält der Trend der letzten 3 Jahre an, dann müssen wir mit steigenden Defiziten von 70% pro Jahr rechnen.

2012:..-15,7 Mrd. EUR?
2013:..-26,7?
2014:..-45,3?
2015:..-77,0?
2016:..-131,1?

Schon in weniger Jahren würde Österreich durch einen riesigen geschützten Bereich mit Millionen Transferleistungsbezieher bestehen.

Von 2008 bis heute ein "Erfolg" dieser Regierung, ein Trend in die Massenarmut, weil die Leistung fehlen wird!

Hobbyökonom