25.05.2013 08:42 Merkliste 0

"Gerechtfertigt bei Leitungswasser etwas zu verrechnen"

04.07.2012 | 11:02 |   (DiePresse.com)

Für Gastronomen ist das gratis kredenzte Wasser teils ein Ärgernis, da Servicekosten entstehen und andere Getränke weniger konsumiert werden.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

"Herr Ober, ein Glas Leitungswasser bitte!" - Diese Bestellung könnte in Österreichs Gastronomie künftig vermehrt mit einer Rechnung für das Leitungswasser enden. Die Gastrosparte der Wirtschaftskammer (WKÖ), wird bis August jedenfalls eine neue Umfrage unter den heimischen Wirten durchführen, wie sie diesem "sensiblen Thema" gegenüberstehen, kündigte Spartenobmann Helmut Hinterleitner an. Denn das Konsumverhalten habe sich geändert, es werde immer mehr Wasser in Gaststuben konsumiert - ob bloß oder gemischt mit Fruchtsäften.

An die zehn Prozent der Wirte in Österreich verrechnen laut Medienberichten bereits kleine Beträge für das kühle Nass, das als gesunde Getränkealternative im Trend zu liegen scheint. Für die Gastronomen ist das gratis kredenzte Wasser teils ein Ärgernis, da Servicekosten entstehen und andere Getränke weniger konsumiert würden. Das Thema "kocht immer wieder hoch - vor allem wenn es heiß ist, wie derzeit", so Hinterleitner.

WKÖ gibt keine Empfehlung ab

Der Fachmann betonte, "es muss die freie Entscheidung eines jeden Gastronomen bleiben, ob er etwas verrechnet. Derzeit geben wir keine Empfehlung für oder wider ab. Aber das Konsumverhalten hat sich verändert und es wird mehr Wasser nachgefragt."

Es sei gerechtfertigt, "für das Wasser etwas zu verrechnen, wenn der Gast nur Wasser bestellt - also keinen Kaffee oder Wein ordert, zu dem das Glas Wasser dazu geht". Es würde aber nicht das Produkt Wasser verrechnet, sondern die Servicekosten - "wie bei anderen Getränken, die Gemeinkosten vom Strom bis zum Personal - dieser Ansatz ist verständlich", so Hinterleitner. Schließlich verlange der Gast ein schönes Glas, gekühltes Nass, manchmal auch Eiswürfel.

Einmischung von Außen "inakzeptabel"

Manche gastronomischen Betriebstypen würden besonders von Wassertrinkern gestürmt: "Vor allem in Ausflugszielen, Wandergebieten und entlang von Radwegen ist der Flüssigkeitsbedarf hoch", erklärte Hinterleitner, der keine Preisempfehlung für ein Glas abgeben wollte und auf die "Kalkulationsentscheidung des Wirtes" verwies.

Einmischungen von Außen - wie kürzlich in Kärnten, wo ein Bürgermeister den Wirten seiner Gemeinde drohte, ihnen eine Rechnung zu schicken, wenn sie für das Wasser kassieren - seien jedenfalls "inakzeptabel". "Dieser Vorstoß ist bar jeder Realität. Wenn diese Diskussion weitergeht, werden wir unsere Mitglieder mit aller Konsequenz verteidigen. Die Gemeinde verrechnet ja auch für das Wasser - für Kanal und Leitung."

Generell darf Wasser im Lokal verrechnet werden - solange dies in der Karte verzeichnet ist, oder das Servicepersonal darauf hinweist. Die Ergebnisse der neuen Umfrage unter den Gastronomen soll laut dem Spartenobmann im August fertiggestellt sein.

(APA)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

Mehr auf DiePresse.com

104 Kommentare
 
12 3
Gast: Be-obachter
05.07.2012 20:03
0 0

Auch ein Glas Wasser

beschäftigt Personal und kann daher nicht gratis sein.
Was mich indes an der Gastronomie stört, sind die seit der Euro-Umstellung exorbitant gestiegenen Speise- und Getränkekosten.

Die Euroeinführung war für den Konsumenten eine gigantische Geldentwertung!

Gast: almöhi
05.07.2012 12:05
0 0

in einem Land in dem

ein Grossunternehmen, an dem der Staat wesentlich beteiligt ist , ungestraft Geld für das Papier seiner Rechnung nehmen kann, ist alles möglich.

Für Leitungswasser,serviert in einem schönen Glas, gut gekühlt, freundlich serviert, zahle ich gern einen angemessenen Betrag!


Gast: barra
05.07.2012 01:44
2 0

jössas. in etwas gastfreundlicheren gegenden ist es üblich

und selbstverständlich, daß nach einer bestellung automatisch ein krug wasser und brot auf den tisch gestellt wird.
wer nichts bestellt bekommt auch kein wasser und brot, der muß wieder gehn, außer es ist ein medizinischer notfall.

es ist doch überhaupt kein problem, die kosten für dieses selbstverständliche service im allgemeinaufwand anzusiedeln.
die kosten für die klospülung werden ja auch nicht extra nach verbrauchten litern verrechnet.

atemluft ist aber gratis, oder?


Gast: abcdefh
04.07.2012 23:32
1 2

so ein blödsinn

als nächstes muss ich dann auch zahlen für die luft, die ich amte weil ich das aufwendige frischluftsystem ausnütze.

ja hats die oder was??

Gast: ktkdck
04.07.2012 22:13
2 0

pfeif drauf

Wirtshausbesuche sind ohnehin schon viel zu teuer und der Fraß, der einem teilweise kredenzt wird, geht mir schon lang nicht mehr ab. Da koch' ich lieber selbst, weiß was drin ist, es schmeckt und kostet wesentlich weniger! Sollte ich mal länger unterwegs sein, nehm' ich mir eine Jause und ein Getränk mit - Problem gelöst ;D

P.S.: Und wenn ich dann doch mal was zu feiern habe und ausgehe, trink ich ohnehin kein Leitungswasser, denn bei solchen Gelegenheiten muss ja wohl nicht gespart werden ;)

2 1

Vollkommen gerechtfertigt !!

Mit eder Speise und jedem Getränk zahle ich auch die Lokalmiete und Betriebskosten sowie anteilige Personalkosten. Wenn ich mir einen Kaffee oder ein Glas Wein bestelle, erwarte ich mir auch ein Glas Wasser dazu. Nur Wasser zu bestellen geht nicht kostenlos. Aber vermutlich will wieder irgendein erfolgloser Journalist ein paar Schlagzeilen haben.

Gast: hulla
04.07.2012 21:02
2 1

einfach...

... das leitungswasser mit dem trinkgeld gegenrechnen

Antworten Gast: rechtso
05.07.2012 12:50
0 0

Re: einfach...

genau das!

Gast: Blankenstener Husar
04.07.2012 20:25
0 0

Hmmmmm? Frechheit, weil wirnÖsterreiche bekommen ja alles gratis aus dem Hahn!!!!!

Wer zahlt bite für "Leitungwasser"
Sicher keiner, der dümmer ist als ein Grasser!!!!

Gast: Feldfüller
04.07.2012 20:22
0 0

Der Standard schreibt

"Die Gemeinde verrechnet ihren Bürgern für 1.000 Liter Wasser 1,20 Euro", http://derstandard.at/1339639647193/Sturm-im-Wasserglas-Der-Wirte-Kampf-ums-Wasser

Leitungswasser ...

... habe ich in einem Restaurant noch nie bestellt. Wenn mir eines Tages aber einfällt, dass ich nur noch Leitungswasser trinken möchte, verlange ich das auch im Restaurant, ist ja wohl klar. Und wenn mir der Wirt für einen halben Liter den Kubikmeterpreis verrechnen will, kann er mich sofort und hinkünftig am A.... lecken.

0 1

Re: Leitungswasser ...

Wenns nix Zahlen wollen, wird er mit Freude aus sie verzichten!

Gast: UKW
04.07.2012 20:00
1 1

Wenn ein viertel Liter Sodawasser (Einkaufspreis pro Liter cirka 0,1 Euro) 1,5 Euro kostet, regt sich niemand auf

Da wird ja auch nicht nur der Einkaufspreis verrrechnet.

Gast: optimistica
04.07.2012 19:45
1 2

Deutsch für Anfänger

Guter Journalismus sollte mit gutem Deutsch arbeiten. "Bei" Leitungswasser ist sicherlich keine Rechnungen zu stellen. Daß wir "für" Leitungswasser einen kleinen Beitrag leisten, das ist in Ordnung.

bei meiner betriebskostenabrechnung

steht bei "wasser" auch nicht kostenlos, und das muss ich zu hause selbst zapfen :-)

Gast: herzerld1
04.07.2012 18:54
2 2

da haben wir wieder einmal ein echtes problem

na, gott sei dank, fast wäre der sommer losgegangen ohne ein völlig sinnloses problem in den medienmittelpunkt geschoben zu haben. wer die 20 oder 30 cent für ein glas leitungswasser nicht zahlen mag, hat immer zwei alternativen. möglichkeit eins: er oder sie trinkt etwas anderes von der karte oder möglichkeit zwei: er oder sie bleibt daheim im verdunkelten zimmer ohne sozialkontakte und spart damit zumindest langfristig geld. im cafe latte in der neubaugasse steht das zusätzliche wasser auf der karte, es kostet eine kleinigkeit, aber man bekommt ein großes glas. und das ist gut so und allemal fair gegenüber dem gastwirt, der ja von billigem österreichischem fusel allein nicht überleben kann.

Gast: EFF EFF
04.07.2012 18:51
3 0

Geld, Neid und Schadenfreude

Nicht zu vergessen die Luft, die im Lokal verbraucht wird, und gerade im Sommer belasten Gäste mit 37 Grad durchschnittlicher Körpertemperatur die Klimaanlage. Im Winter müsste ihnen aber etwas für das Betreten des Lokals ausgezahlt werden, auch wenn sie nichts bestellen.
Das ist doch ein miserabler Service, wenn nicht mal mehr eine Karaffe Wasser gereicht wird.
Die neue Geldordnung ist einfach nur noch pervers.
Nebenbei bemerkt: Es gibt soviele versoffene "bad Girls", weil "good girls" in der neuen Geldordnung nach Angebot und Nachfrage für die meisten auch stundenweise zu teuer sind.

Dienstleistung

..muss bezahlt werden, wer die 50 Cent nicht bereit ist für gutes Service und den Aufwand zu bezahlen soll seinen Café beim Automaten rausdrücken oder zu Hause bleiben. Ich bezahle gerne für Qualität und Service!!!!!!

Re: Dienstleistung

ich bin für ein revival von plumsklos! das wasser kostet schlussendlich was...

Antworten Gast: E.T.
04.07.2012 19:04
1 0

Re: Dienstleistung

Sollten Sie ein Gastronom sein - wie Sie schreiben - wünsche ich Ihnen, dass Ihrem Rat nicht allzu viele folgen, sonst sperren Sie zu.

Wer geht in ein Lokal


und bestellt nur ein Glas Wasser????

Das habe ich selbst noch nie gesehen und ich bin wirklich viel unterwegs!

Der NESTLE-Chef will groß ins Wassergeschäft einsteigen, da ist sicher etwas im Busch!


Gast: Klaus Viertler
04.07.2012 17:58
4 1

Viel Glück damit.

Es wird ja niemand dazu gezwungen, eine Gaststätte zu betreten.

Gast: lucy
04.07.2012 17:53
1 3

Gratis

Aber es ist ja schön, dass man ein Thema hat, mit Hilfe dessen man auf den Gastronomen an sich losgehen kann. Wenn man die Kommentare so liest, bekommt man das Gefühl, dass viele Leute geradezu gezwungen werden, dauernd essen zu gehen. Mein aufrichtiges Mitleid.

Gast: Get
04.07.2012 17:49
5 2

Sollen sie

Ich muß nicht ins Gasthaus gehen.
Aber zuerst mal eine gescheite Steuerprüfung bei den Gastronomen -aber eine Richtige.

 
12 3

Hobbyökonom