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Österreichs Firmen haben in China 18.164 Mitarbeiter

05.07.2012 | 18:10 |   (Die Presse)

Immer mehr heimische Konzerne investieren außerhalb Europas. Außerhalb von Europa gehört China nach den USA für Österreichs Firmen zu den wichtigsten Handelspartnern.

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Wien/Höll. Weil das Werk in Shanghai aus allen Nähen platzt, baut der steirische Leiterplattenhersteller AT&S einen weiteren Standort in der zentralchinesischen Stadt Chongqing auf. „Im Endausbau werden wir dort noch einmal 600 Mio. Euro investieren“, sagt AT&S-Kernaktionär Hannes Androsch.

AT&S ist kein Einzelfall, wie aus einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht der Nationalbank (OeNB) hervorgeht. 2011 kletterten die Investitionen österreichischer Unternehmen im „Reich der Mitte“ von 2,258 Mrd. Euro auf einen Rekordstand von 3,936 Mrd. Euro. „Mittlerweile beschäftigen österreichische Investoren bereits 18.164 Menschen in chinesischen Fabriken“, sagt OeNB-Direktor Johannes Turner.

 

Osteuropa-Anteil geht zurück

Außerhalb von Europa gehört China nach den USA für Österreichs Firmen zu den wichtigsten Handelspartnern. Zum Vergleich: In Indien haben die Österreicher nur 230 Mio. Euro investiert. Allerdings wird die Lage in China schwieriger. Weil die Löhne in einigen Boomregionen wie Shanghai stark gestiegen sind, weichen viele nach Zentralchina aus.

In Nanjing liegt der Durchschnittslohn eines Arbeiters umgerechnet bei 300 Euro monatlich, in Shanghai sind es 600 Euro. Laut OeNB-Angaben ist Zentral- und Osteuropa nach wie vor die wichtigste Region für Österreichs Wirtschaft. In Summe belaufen sich die österreichischen Direktinvestitionen im Ausland (FDI) auf 154 Mrd. Euro, davon entfallen 64 Mrd. Euro auf Osteuropa.

Doch seit Ausbruch der Finanzkrise 2008 ist der Osteuropa-Anteil leicht rückläufig, andere Gegenden wie China gewinnen an Bedeutung. Dies dürfte mit Österreichs Banken zu tun haben, die seit der Krise im Osten kaum noch Zukäufe tätigen.

Trotz der Risken ist die Ost-Expansion eine Erfolgsstory, sagt die Nationalbank. Bis zum Fall des Eisernen Vorhangs war Österreich ein sogenannter „Investitionsnehmer“. Das bedeutet, dass ausländische Firmen in Österreich mehr Geld investiert haben als umgekehrt. Damals wurde vom „Ausverkauf der österreichischen Industrie“ gewarnt.

Nach dem EU-Beitritt Österreichs hielten sich die in- und ausländischen Direktinvestitionen annähernd die Waage. Im Zuge der Finanzkrise kam es zur Trendwende. Seit 2009 gehen die Zuflüsse ausländischer Firmen nach Österreich zurück. Manchen internationalen Konzernen dürfte das Geld fehlen oder sie konzentrieren sich jetzt auf andere Länder.

2011 sind die Direktinvestitionen aus dem Ausland nach Österreich erneut gesunken – und zwar von 118,6 auf 114,9 Mrd. Euro. Auf der anderen Seite fließt immer mehr österreichisches Geld ins Ausland. Im Vorjahr erhöhten sich die entsprechenden Investitionen von 132,4 Mrd. Euro auf 154 Mrd. Euro. Das ist ein neuer Rekord. In Summe sind bei den Austro-Töchtern im Ausland bereits 718.000 Mitarbeiter beschäftigt. In vielen Ländern wie Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina und Serbien gehören heimische Konzerne zu den wichtigsten Arbeitgebern.

Die Expansionslust österreichischer Firmen hält auch heuer an. Erst vor Kurzem kündigte Andritz an, für 600 Mio. Euro den deutschen Rivalen Schuler zu übernehmen.

 

Banken geben den Ton an

Laut OeNB-Statistik wird die heimische Wirtschaft sehr stark von Banken und Versicherungen dominiert. Von den 154 Mrd. Euro, die Österreichs Firmen im Ausland investiert haben, entfallen knapp 63 Mrd. Euro auf das Finanz- und Versicherungswesen.

Im Wesentlichen handelt es sich dabei um Erste Group, Raiffeisen Bank International, Vienna Insurance Group und Uniqa, die in Osteuropa zu den führenden Playern aufgestiegen sind.

Auf Platz zwei im Branchenranking liegt der Handel mit Investitionen von 20,8 Mrd. Euro.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.07.2012)

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23 Kommentare

unterschied

Osteuropa hat im Gegensatz zu China einige entscheidenden Nachteile...
Grenzmafiöse Strukturen und alles überbordende Korruption macht diese Gegenden als Produktionsstandort nicht attraktiv- schlägt sich leider in der Arbeitsmoral wieder, und es steht kein Markt dahinter; diese Märkte sind mit wenigen Ausnahmen kaum als zukünftige Konsumländer erkennbar; das Gegenteil davor in China. Allein die zukünftige Inlandnachfrage sprengt alle Vorstellungen...

sehr gut!

Investiert ausserhalb Österreichs; bis der Staat endlich bemerkt, dass der Unternehmen, Unternehmer und Arbeitnehmer nicht ausplündern soll!


Bleibt in Österreich!

Baut eure Firmen in Österreich. Auch wenn die Arbeitskräfte und die Standorte teurer sind. Verlegt nicht alles ins Ausland. Kein Wunder warum der Staat kein Geld mehr bekommt...

Gast: Guest123
06.07.2012 10:56
0 0

China ist No1

China ist seit 2011 wichtigster Außenhandelspartner!!!!

Gast: Wahrheitssucher
06.07.2012 09:22
2 0

Wunderbar

immer mehr Arbeitsplätze ins Ausland verlagern...Transporte über alle Ozeane...födert ja die Luftqualität...und das fördert unsere Volkswikrtschaft?

Irgendwie eigenartig

In Österreich setzt sich Androsch scheinheilig für ein Bildungsvolksbegehren ein und in China schafft er Arbeitsplätze-das passt doch nicht zusammen.
Der Nutzen von höher qualifizierten Arbeitslosen erschliesst sich mir nicht.

Antworten Gast: ido
06.07.2012 08:55
0 0

Re: Irgendwie eigenartig

Wo ist da die Querverbindung, es hat doch das eine mit dem anderen nichts zu tun??

Egal wie qualifiziert die Arbeitskräfte in Österreich sind, vermutlich kann AT&S wegen des hohen Lohnniveaus so und so nicht hier produzieren.

Das heißt aber nicht, das besser ausgebildete Arbeitskräfte in Österreich den Standort Österreich nicht stärken. Bildung ist in der heutigen Wirtschaft/Zeit alles!


Re: Re: Irgendwie eigenartig

Nein. Bildung hat nur dann einen Sinn, wenn sich im jeweiligen Land eine Ausschöpfung den erworbenen Fähigkeiten entgegenstellt.

Ein Senegalese, Nigerianer, Bangladeschi können noch so viel studieren, sie werden nie eine entsprechenden Job bekommen. Da kann es sein, dass man als analphabetischer Viehzüchter mit Geschäftssinn besser dran ist.

Habe mal in Pakistan einen Atomphysiker getroffen, der für 20€/Monat kleine Kinder unterrichtet hat.

Gast: 1. Parteiloser
05.07.2012 22:48
3 0

Der Trend wird wieder stärker!

In Österreich wird immer weniger investiert, weil Österreich laufend an Wettbewerbsfähigkeit verliert. Bei Zwangsabgaben bis über 50% der Wertschöpfung von Unternehmen auch kein besonders Wunder. Dieses Versagen können die fleißigen und fähigen Menschen der Realwirtschaft auch bei Masen an Netto Working Poor nicht mehr kompensieren. Das Tagesgeschäft der Regierung zeigt aber deutlich, dass es nur um die Finanzierung der irren Ruhegenüsse und der leistungssschwachen geschützten Bereiche geht. Das einnahmenseitige Sparen wird also den Trend verstärken müssen.

Dass immer weniger multinatinale Unternehmen in Österreich investieren, das wird so bleiben, sich noch verstärken.

Dass aber auch die Ö Unternehmen kaum mehr in Ö investieren, sondern mehr in die Verlagerungen, das ist auch für die Unternehmen in Ö eine Überlebensfrage.

Das ist es was die Daten im Artikel auch untermauern, genauso wie das schnell steigende Handesbilanzdefizit.

Wenn der Trend so anhält, dann besteht Ö aus einem riesigen geschützten Bereich mit Millionen an Transferleistungsbeziehern. Nur. Die Leistung zur Versorgung der Gesellschaft wird, in wenigen Jahren schon, genauso fehlen wie in GR Heute.

A bissl Tourismus wird aber bleiben, wenn die Asiaten zum Mittelalter schauen nach Ö kommen.

Den Menschen, welche in Ö blieben, denen würde ich wenigstens eine Kleingarten zur Selbstversorgung empfehlen.


Antworten Gast: Grundlegend falsch!
05.07.2012 23:29
1 0

Re: Der Trend wird wieder stärker!

Siehe Vöst, die würden liebend gern lieber gestern als übermorgen Hochöfen aufstellen, Umweltauflagen, etc... versalzen derartiges ganz gehörig, erweitern bedeut, Ciao Österreich, hier geht nichts mehr...

Arbeitskosten, für die wenigsten Firmen ein Argument nach China und Co. zu gehen, ich denke das es auch bei AT&S so sein wird, das eine mögliche Erweiterung samt aller Auflagen ein Jahrhundertprojekt ist, als Firma verständlich wenn Sie das gleiche in weniger als einem Jahr haben kann, abzuhauen...

Dann kommt noch dazu das es kaum ein Land auf der Welt gibt, in dem Firmengründungen so viel Ballast dem Schwimmer auferlegt das er garantiert untergeht.

18.164 Mitarbeiter klingen nicht viel, nur ein Industriearbeitsplatz zieht zehn andere mit, sind also 181.540 Arbeitsplätze mit den indirekten Faktoren.

Persönliche Meinung, die Politik in diesem Land hat nicht das geringste Interesse das großartig viele Arbeitsplätze entstehen, und das es dem Land Wirtschaftlich gut geht, es heißt noch immer geht's dem Menschen gut, geht's der Wirtschaft gut, niemals umgekehrt, ein Arbeitsloser wird sich ebensowenig ein Auto kaufen können wie Roboter und Blechtrotteln!

glaube ich nicht

Der Grund für die Firmen nach China zu gehen sind ausschließlich die niedrigeren Lohnkosten und die nicht existierenden Umweltstandards.
Dass man in China gezwungen wird, mit einer chinesischen Firma eine "Partnerschaft" -also einen erzwungenen Wissenstransfer-einzugehen, sollte man vielleicht auch berücksichtigen.
Die Boni für das Management-what else-sind in China sicher höher-wie schön!

Antworten Antworten Antworten Gast: 1. Parteiloser
06.07.2012 09:44
0 0

Re: glaube ich nicht

Wahrscheinlich stimmen alle Argumente irgendwie und die Summe der Gründe ist dann auch de Ursache für die gewaltigen Investitionen im Ausland und die geringen Investitionen im Inland.

Gründe für Auslandsinvestitionen:
1) Geringe Lohnkosten = höhere Wettbewerbsfähigkeit
2) Einfacherer Start up = schnellerer Aufbau / Umsetzung der Pläne
3) Geringe Umweltkosten (zB CO2 Zertifikate)
4) Dem Markt folgen, in der Eurozone ging ja schon erheblich Kaufkraft verloren, wird noch weiter verloren werden.
5) Erhöhte Flexibilität der Märkte, eventuell auch des gesamten Unternehmens.

Die Nachteile einer erschwerten Kontrolle eines eventuellen Know-How Transfers versucht man abzufedern.

Die Managerboni im Ausland werden es aber eher nicht sein, weil die Entscheider ja in Österreich sitzen. Es geht eher ums Erreichen von Bonis, welche die Expansionen / Auslagern erst möglich machen.

Betrachtet man die wesentlichen Punkte, dann kann man auch verstehen, dass die Unternehmen eher gezwungen werden diese Schritte zu unternehmen.

Wie irre es in Österreich schon ist, das zeigen auch die vielen Auslandsaktivitäten von Staatsunternehmen. Nur, die Parteibonzenmanager haben eigentlich nur Verwirtschaftet. Verbund in F und der TR, Telekom in Weißrussland, EVN in Albanien, ÖBB in Ungarn, etc. etc. Sogar die OMV hat schon administrative Tätigkeiten nach Bratislava auslagern müssen!

Österreich wird daran ersticken. Kommt aber von der Gesetzgebung, also von der Regierung!

Re: Re: glaube ich nicht

Sie sind irgendwie im Mittelalter stehen geblieben, als es in Österreich noch Staatswirtschaft gab.

EVN, Verbund, Telekom, ÖMV, etc sind privatwirtschaftliche Betriebe, einige zu 100%.

Nur die ÖBB ist ein Staatsbetrieb, wie man unschwer an der Bilanz erkennen kann.

Gast: yoshi1
05.07.2012 21:59
4 1

Denken

Bevor noch weitere Gehirnakrobaten über den Umstand schimpfen, dass diese Unternehmen doch lieber ausschließlich Ö Arbeitsplätze schaffen sollen: Würden sie das tun, wären sie nicht - oder weniger - wettbewerbsfähig. Und nach dem Konkurs bleibt nicht ein Arbeitsplatz sondern dann bleiben die Schulden.

Re: Denken

das sagen Sie dann bitte auch den Kapazundern von Rot-Grün, denn dort scheint es nachwievor noch angekommen zu sein, dass Ö (seit >5 Jahren) nicht mehr wettbewerbsfähig ist.


Gast: kick out asia
05.07.2012 21:36
0 3

ich schaue immer öfter beim kauf auf das herkunftsland.


Re: ich schaue immer öfter beim kauf auf das herkunftsland.

ich hoffe Sie haben

- keine Mobiltelefeon
- keinen Computer/Laptop/IPad whatever
- kein KFZ

....

Wobei sich mir die Frage stellt, was China dafür kann, dass Ö nicht wettbewerbsfähig ist? Ö ist doch sooooo super - 50% Steuern/Abgaben flat auf ALLES, dafür ist ja sonst ALLES billig ...

Antworten Gast: Ossi
05.07.2012 22:26
1 0

Re: ich schaue immer öfter beim kauf auf das herkunftsland.

....bei den Waren, oder beim Personal???

1 1

Toll.......

...und hier steigt die Arbeitslosigkeit!

Re: Toll.......

Arbeitslosigkeit? Wo leben Sie; es herrscht Arbeitskräftemangel in Österreich. Jeder der arbeiten will, bekommt auch Arbeit.

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Re: Re: Toll.......

Erklären Sie das dem Chef vom AMS und den Arbeitslosen, deren Anzahl ja wieder angestiegen ist.

Re: Re: Re: Toll.......

Verstehe ihre Argumentation.
Nur: Für Einfachjobs sind die Billighackler hier immer noch viel zu teuer (Lohnkosten!) Und High Skilled Fachkräfte gibt's schlicht viel, viel zu wenig! Da hilft auch das x-te Ausbildungspaket , egal , ob mit AMS oder ohne, nix: mehr als so und soviel intelligente Menschen gibt's aus statistischen Gründen eben in keiner Gesellschaft! Und es kugeln zu viele "Ungebildete" und "Unausgebildete" beim AMS rum...

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Re: Re: Re: Re: Toll.......

Umso haarsträubender ist die Forderung, daß Asylwerber arbeiten können sollen.

Hobbyökonom