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Industrie: "Viele Betriebe sind in Warteposition"

06.07.2012 | 12:31 |   (DiePresse.com)

Die WKÖ ortet eine Tendenz Richtung Stagnation. Die Wachstumskurve flacht teils stark ab. Die Sorge gilt der EU als wichtigstem Exportmarkt.

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Die heimische Industrie bewegt sich seit Jahresbeginn und wohl auch im Gesamtjahr 2012 "vorsichtig Richtung Stagnation", sagte der Geschäftsführer der Sektion Industrie in der Wirtschaftskammer (WKÖ), Manfred Engelmann, vor Journalisten. Das Wachstum flache teils stark ab. Die Zahl der Arbeitsplätze entwickelt sich aber stabil. Im 1. Quartal gab es im Vorjahresvergleich ein Wachstum der abgesetzten Produktion von errechneten 7,0 Prozent, im 2. Quartal von geschätzten 4,0 Prozent - nach plus 20,9 Prozent und plus 13,4 Prozent in den beiden ersten Quartalen des Vorjahres 2011 im Vergleich zu 2010.

"Bei der weiteren Entwicklung hängt viel von der Entwicklung auf EU-Ebene ab. Dabei ist Spannung vorhanden, auch in den Unternehmen", sagte Engelmann. "Die Betriebe sind in Warteposition. Die Abflachung der konjunkturellen Entwicklung wird sich fortsetzen." Schließlich ist der europäische Wirtschaftsraum der wichtigste Exportmarkt Österreichs und dort gebe es teils große Unsicherheiten. Im Gesamtjahr dürfte es ein Absatzwachstum von nur rund 1,0 Prozent geben, sagte Engelmann auf Nachfrage: "Ähnlich wie das Wifo schätzt." Die Produktion werde nahe der Stagnation liegen. Wachstumsträger seien die Chemie-, die Maschinen- und Metallwarenindustrie sowie die Bauindustrie.

Auftragseingänge nahe der Stagnation

Der "wichtige Faktor" der Auftragseingänge stagnierte im 1. Quartal bei plus 2,5 Prozent, "für das 2. Quartal rechnen wir nominell mit einem Plus von 2,0 Prozent", so der Experte. Im 1. Quartal wurden Aufträge um 22,7 Milliarden Euro lukriert, im 2. Quartal um 22,5 Milliarden Euro. Die Verflachung im Vergleich zu den Vorquartalen erfolgte bei den Auftragseingängen schwächer als in der Produktion. Die Inlandsauftragseingänge blieben bei einem kleineren Mengenverhältnis als bei jenem aus dem Ausland stabil im Plus.

Die ermutigendste Botschaft sendete Engelmann in Sachen Beschäftigung: Nach dem Plus von 1,9 Prozent der fixen Angestellten im 1. Quartal auf 401722 Beschäftigte, werde es im 2. Quartal eine geschätzte Steigerung von 1,5 Prozent geben. Allerdings wird das rund 22000 Köpfe zählende sogenannte Fremdpersonal - also Leiharbeiter - bereits abgebaut: "Das ist ein Zeichen für erste Konsolidierungsmaßnahmen in den Betrieben", so Engelmann. "Ein Indiz, die Unternehmer verhalten sich in naher Zukunft vorsichtig.

Es gibt auch keine Zeichen einer Steigerung bei der ohnehin zurückhaltenden Investitionsbereitschaft." Im 1. Quartal gab es beim Fremdpersonal ein Minus von 3,4 Prozent im Vergleich zur Vorjahresperiode, der Rückgang im 2. Quartal wird auf satte minus 10,0 Prozent geschätzt. Zählt man Eigen- und Fremdpersonal zusammen, so stieg der komplette Mitarbeiterstand im 1. Quartal um 1,6 Prozent und im 2. Quartal um 0,8 Prozent.

Anstieg der Exporte lässt nach

Die Dynamik bei den industriellen Ausfuhren hat sich 2012  stark abgeflacht. "Seit Jahresbeginn gibt es ein durchaus spürbares Nachlassen des Wachstums", so Engelmann. Die Exporte im 1. Quartal stiegen im Vergleich zum selben Quartal 2012 nur mehr um 2,8 Prozent, machten 30,7 Milliarden Euro aus.

Viel hänge aktuell davon ab, wie sich der wichtigste Handelspartner Deutschland weiterentwickle: "Und hier zeigen Prognosen, dass auch die deutsche Industrie bald von der Krise eingeholt werden wird. So stellen sich etwa die deutschen Autobauer inzwischen auf stürmische Zeiten ein", betonte der WKÖ-Industrie-Geschäftsführer. Als (Export-)Sorgenkind gilt auch der für Österreich besonders wichtige Handelspartner Italien, wo die Wirtschaft im 1. Quartal 2012 um 1,3 Prozent schrumpfte.

Denn das Exportplus von 18,4 Prozent nach Amerika könne sinkende Ausfuhren in den EU-Raum nicht kompensieren: In Relation entspricht ein 18,4-Prozent-Ausfuhrplus nach Amerika nur einem 1,8 Prozent starken Exportplus in die EU-27 beziehungsweise einem Ausfuhranstieg von 4,2 Prozent nach Deutschland.

(APA)

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3 Kommentare
Gast: ökono-mist
08.07.2012 15:41
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Das "(Anti-)Markt-Amt" - ein Arbeitsplatz- und Mehrwersteuerverhinderer?


Zufällig fand ich bei ORF.at eine schlüssige Begründung für die Misere:

www.orf.at/stories/2129862/

P. S.: Was ich dabei besonders "apart" finde, ist, daß die "Wohlstandsverhinderungsbeamten" sich beklagen, daß sie nicht auf der Basis von Gesetzen agieren können, die es gar nicht gibt ...

P.P.S.: Das kommt von der ewigen Ministerialgesetzgebung: Die Beamten verwechseln Ursache und Wirkung, und die Gewaltenteilung löst sich auf ...

Antworten Gast: ökono-mist
08.07.2012 18:34
0 0

Re: Das "(Anti-)Markt-Amt" - ein Arbeitsplatz- und Mehrwersteuerverhinderer?


Die Internetadresse der von mir angegebenen Website ist zwar richtig; damit sie ggf. auch als (echter) Link funktioniert, versuche ich, sie in anderer Form nochmals einzugeben:

http://www.orf.at/stories/2129862/

Gast: 1. Parteiloser
06.07.2012 15:32
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Das Märchen von Wirtschaftskrise!

Auch in den letzten beiden Jahren haben viele Entscheidungsträger von einer Wirtschaftskrise geschwafelt. Es war aber eine Hochkonjunktur der Realwirtschaft, welche sich am oberen Wellental befunden hatte.

Die Eurozone hatte immer nur eine schwere Finanzkrise, welche bei genauerer Betrachtung nur eine Staatsschuldenkrise war. Eine Staatsschuldenkrise, welche von den irren Staatsausgaben von etwa 5 Billionen Euro pro Jahr, nur in der Eurozone geprägt war. Dieser Staatsausgaben - und Staatsschuldenkrise sind die Entscheidungsträger für Europa (besser gegen die Europäer) mit dem Konzept des "einnahmenseitigen Sparens" entgegen getreten und haben die Staatsausgaben noch weiter nach oben getrieben. Mit der dieser Maßnahme wurde aber die Realwirtschaft mit zusätzlichen Abgaben weiter belastet was auch Wirkung zeigen muss. Wie wir in Griechenland deutlich beobachten können kann das einnahmenseitige Sparen sogar bis zum Zusammenbruch der Realwirtschaft führen.

Was die Entscheidungsträger dann machen, wenn diese auch die Realwirtschaft so ruiniert haben, dass nichts mehr für den Staat zu holen ist, das ist noch immer deren großes Geheimnis. Irgendwie scheint es so zu sein, dass diese noch immer von einer Superhyperhochkonjunktur der Realwirtschaft träumen um deren eigene Planwirtschaft, die geschützten Bereiche, weiter finanzieren zu können.

Den Märchentanten und Märchenonkels wird bald die Finanzierung abhanden kommen!

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