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Verstecken Gemeinden zehn Milliarden Euro an Schulden?

11.07.2012 | 18:22 |   (Die Presse)

Jeder Österreicher erbt 25.816 Euro Schulden vom Staat. 2011 füllte sich der Rucksack langsamer. Zumindest offiziell. Budgetdefizit fiel von 4,5 Prozent im Jahr zuvor auf 2,6 Prozent der Wirtschaftsleistung.

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Wien/Auer. Knapp 1400 Euro an neuen Schulden gab die Republik Österreich jedem Bürger im Vorjahr mit auf den Weg. Der öffentliche Schuldenstand stieg um 5,7Prozent auf 217,4 Mrd. Euro, berichtete der Staatsschuldenausschuss am Mittwoch. Und dabei war es ein gutes Jahr. Die Wirtschaft brummte 2011 mit einem realen Plus von drei Prozent. Mit ihr gingen auch die Steuereinnahmen in die Höhe, sodass Bund, Länder und Gemeinden letztlich „nur“ 7,7 Mrd. Euro mehr Geld ausgaben, als sie eingenommen haben. Das heimische Budgetdefizit fiel von 4,5 Prozent im Jahr zuvor auf 2,6 Prozent der Wirtschaftsleistung.

Auch das Konsolidierungspaket, das die Regierung im Herbst 2010 im steirischen Bad Loipersdorf gefeiert hat, hat seinen Beitrag dazu geleistet, sagte der oberste Schuldenhüter, Bernhard Felderer. Nicht ohne darauf hinzuweisen, dass „jedes Wort in der Unterlage“ mit den anderen Mitgliedern des paritätisch besetzten Ausschusses „abgestimmt“ sei. So kommt es, dass Felderer die Konsolidierung als „schwach“ geißelt, gleichzeitig aber lobt, dass es so zumindest gelungen ist, das Wirtschaftswachstum nur minimal zu schwächen.

 

Schulden werden ausgelagert

Aber auch die positivste Interpretation kann nicht verdecken, dass für die vergleichsweise niedrige Neuverschuldung auch der eine oder andere Griff in die Trickkiste nötig war. So sind etwa die 4,5 Mrd. Euro, die heimische Steuerzahler bisher in die Rettung der Kommunalkredit (inklusive deren Bad Bank), die Hypo Alpe Adria und die Volksbanken AG gesteckt haben, noch nicht zur Gänze verbucht worden. Heuer werden weitere 2,3 Mrd. Euro davon schlagend werden. Viel werden die Österreicher davon nicht wiedersehen. „Dass wir kein Geld verlieren, kann man ausschließen“, sagte Felderer.

Das zweite Sorgenkind verbirgt sich hinter einer vermeintlichen „Erfolgszahl“ des heurigen Staatsschuldenberichts. So haben es die heimischen Gemeinden offiziell geschafft, ihre Neuverschuldung 2011 auf null zu drücken. Mitunter allerdings mit kreativen Methoden: So haben Gemeinden vielfach öffentliche Unternehmen an Private ausgegliedert – und die Schulden gleich mit. Wie viel Minus so aus den öffentlichen Bilanzen verschwunden ist, hat der Staatsschuldenausschuss in einer Umfrage unter den Gemeinden (ohne Wien) erhoben.

Demnach haben allein die ausgelagerten Unternehmen, die noch unter dominierendem Gemeindeeinfluss stehen, geschätzte sieben bis zehn Mrd. Euro Miese. Gemeinsam mit den Defiziten von Betrieben wie der Wasserversorgung und den offiziellen Gemeindeschulden liegt der Gesamtmalus bei 22 Mrd. Euro. Nach Maastricht gemeldet haben die Gemeinden 4,6 Mrd. Euro Schulden. Der simple Schluss, dass hier über 17 Mrd. Euro versteckt werden, ist aber nicht zulässig, da die Autoren nicht wissen, welche Vermögenswerte den Schulden gegenüberstehen.

(c) DiePresse

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5,4 Mrd. für Euro-Rettung

Für heuer ist der Staatsschuldenausschuss wenig optimistisch. Die Schuldenquote werde von 72,2 auf 74,7Prozent der Wirtschaftsleistung steigen. Die Gründe dafür sind einerseits die bereits erwähnten 2,3 Mrd. Euro für die Banken. Andererseits macht sich auch die Euro-Rettung erstmals bemerkbar. 5,4 Mrd. Euro muss Österreich im kommenden Jahr für die beiden Rettungsschirme EFSF und ESM bereitstellen. Sie werden laut EU-Regeln zwar das Defizit nicht vergrößern, wohl aber den Schuldenstand.

Österreichs AAA-Rating sieht Felderer akut nicht gefährdet. Derzeit gilt das Land noch bei zwei der drei wichtigen Ratingagenturen als Schuldner bester Bonität. Das Ziel, die Staatsschulden bis 2020 wieder unter 60Prozent des BIPs zu drücken, werde das Land mit dem bisherigen Kurs aber nicht erreichen, sagte der Ökonom und warnte Österreichs Politiker prophylaktisch vor teuren Geschenken zu den Wahlen im Herbst 2013. Auszahlen würde sich der weitgehende Verzicht auf neue Schulden allemal. Schon 2011 flossen 7,8 Mrd. Euro in die Bezahlung von Zinsen für alte Schulden. Mehr als das Land an neuen Schulden aufnehmen musste.

Auf einen Blick

Das Budgetdefizit fiel im Vorjahr – dank starker Konjunktur und entsprechend hoher Steuereinnahmen – auf vergleichsweise niedrige 2,6 Prozent des BIPs. Die Staatsschulden lagen bei 217,4 Mrd. Euro oder 72,2 Prozent des BIPs.

Für heuer fällt die Prognose wenig optimistisch aus. Flaute, Banken- und Eurorettung werden die Schuldenquote auf 74,7 Prozent des BIPs heben.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.07.2012)

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39 Kommentare
 
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Antworten Gast: Brrt
12.07.2012 15:19
0 0

Drum stehen sie jetzt auch so gut da, die Griechen!


Re: Unsere Politiker retten nur, vielleicht sollten sie etwas mehr denken.

Hier gilt offensichtlich, dass man das Denken den Pferden überlassen muss, denn die haben den größeren Kopf (Ironie Ende).

Gast: HerrvonderInnerenStadt
11.07.2012 23:16
0 0

Verstecken Gemeinden zehn Milliarden Euro an Schulden?

Sorry, es sind schon über € 40.000,-- [sic!]pro "Nase". Kann mich noch gut erinnern, dass Herr Vizekanzler Pröll über € 75.000,-- für die Schmierblätter, pardon Zeitungen, ausgegeben hat um zu dokumentieren, dass jeder Österreicher € 24.000 hat. Es ist noch nicht so lange her ;-)


WERNER FAYMANN

LIEBER WERNER,

Dir müsste man das Rating CCC aufdrücken, Du warst es, der uns dahin geführt hat!

SPÖ=ICH LEBE UM SCHULDEN ZU MACHEN! Die Schulden werden dann andere bezahlen! Das ist deine soziale Gerechtigkeit! Danke Werner!

Du bist nicht der Kanzler, der solchen Aufgaben gewachsen ist, warum gehst Du nicht wieder zurück und vergibst wieder Wohnungen an Deine Freunde, beim Häupl Michi?

Antworten Gast: Markus Trullus
12.07.2012 19:18
0 0

Re: WERNER FAYMANN

"SPÖ=ICH LEBE UM SCHULDEN ZU MACHEN! Die Schulden werden dann andere bezahlen! Das ist deine soziale Gerechtigkeit! Danke Werner"...mein Gotterl; sie verstehen rein gar nix; lassen sie sich das Ganze von der Laura erklären.. die sagt ihnen, was man unter "sozialistischer Gerechtigkeit!" zu verstehen hat...

Antworten Gast: AsA
12.07.2012 13:02
0 3

Die Finanzministerin

ist von der ÖVP. Wir hatten seit 13 Jahren nur blaue und schwarze Finanzminister ... wobei der blaue das größte Budgetdefizit aller Zeiten verschuldet hat.

Antworten Gast: Dokuman
11.07.2012 23:25
5 2

Der Staat schafft sein Geld nicht selbst. Dieser verschuldet sich über Kreditaufnahme.

Schulden hängen nicht nur mit Faymann zusammen. Dieser ist einer von vielen Politdarstellern. Es ist historisch und mathematisch (exponentielle Wachstum) längst erwiesen, unser Geldsystem bricht immer zusammen.

Schulden sind in unserem angewendeten Geldsystem systemimmanent:

Nur Banken (gesetzlich anerkanntes digitales Geld) und Zentralbanken (gesetzliches Geld-Scheine, Münzen)schaffen Geld. Beide über Kreditvergabe:
Jede Menge an Geld, die geschaffen wird schafft die selbe Menge an Schulden plus Zinsen mit.
Mit diesem vorhandenen Geldsystem wird man die Schulden folglich nie los! Jemand muss immer die Schulden haben!

Der Staat schafft sein Geld nicht selbst! Dieser könnte es tun (per Gesetz)- die Politdarsteller machen es zum Volksnachteil und Bankenbesitzervorteil nicht-> daher überhaupt Staatsschulden!
Staaten nehmen wie Nicht-Banken-Unternehmen, Privatpersonen Geld auf.
Zentralbanken und Banken können auch Krisen schaffen, da diese als einzige Geld schaffen können, so deren Menge im Umlauf steuern können. Bei Krisen wird immer Vermögen nach oben verteilt. Zentralbankenbesitzer und Bankenbesitzer ist das Volk relativ egal, diese schauen privatwirtschaftlich nur auf sich. Interessant, dass Geldschöpfung folglich nur in privater Hand ohne echte Verantwortung ist. Der Staat könnte zB über eine Monetative (neben Legislative, Judikative, Exekutive als 4. möglichst unabhänige Gewalt) selbst Geld schaffen.

Siehe auch: http://www.youtube.com/watch?v=rjBMKgXDu

Antworten Antworten Gast: @Dokuman
12.07.2012 12:54
2 0

Re: Der Staat schafft sein Geld nicht selbst. Dieser verschuldet sich über Kreditaufnahme.

Und fast jeder der diese Tatsachen vertritt, und sie sogar offensiv äussert (wie Prof. HÖrmann), wird flugs in eine Falle gelockt, oder ins rechtsradikale Eck gerückt.

Prof. Hörmann wurde von einem einschlägigen Studenten so lagne mit blöden Fragen bombadiert (wie stehen sie zhum Holocaust - was soll so eine sinnfreie Frage an einen WU-Professor?), bis er sich aufs Glatteis führen liess...

Es ist gefährlich, denn diejenigen die das Finanzsystem beherrschen, entstammen einer kleinen Elite/Ethnie, die alles unternehmen wird, um ihre Macht - die unweigerilch mit dem Finanzsystem verbudnen ist - zu behalten.

Deshalb nutzen sie ihre guten "Verbindungen" zu denMassenmedien (die auch in einschlägiger Hand der Bankiers sind), um schlechtes Gewissen zu machen, zu manipulieren und das Volk zu belügen!

Denn sie wissen, wenn das Volk auf deren Machenschaften draufkommt, wird keni Baum zu hoch sein, keine Laterne zu wenig sein, um Gerechtigkeit herzustellen...

Antworten Antworten Gast: Mitnichten
12.07.2012 09:11
0 0

Re: Der Staat schafft sein Geld nicht selbst. Dieser verschuldet sich über Kreditaufnahme.

Schön dargestellt, es feht mir allerdings eine wesentliche - nämlich die praktische - Facette: würden Sie allen Ernstes den Faymännern dieser Republik die Kompetenz zum Gelddrucken erteilen??? Echt? Würden Sie??? Wirklich?

Re: Re: Der Staat schafft sein Geld nicht selbst. Dieser verschuldet sich über Kreditaufnahme.

Und würden Sie echt glauben, dass unsere Politiker so dumm sind?? echt?? würden Siee?? Die wissen um die Probleme nur leider stehen wir auf der falschen Seite. Wenn man Nutznieser dieses Systems ist, dann stört es einen auch nicht sonderlich.

Nun ja

auslagern hat man ja von den privaten gelernt.

Da man dort jeden Schrott verstecken kann werden es am Ende wohl 5-10x soviel sein wie man öffentlich zugibt oder schätzt.

Mir scheint Griechenland ist überall

ESM

jetzt verstehe ich auch warum man dem ESM zugestimmt hat. Wohlwissend, dass man der nächste sein könnte :)

Antworten Gast: Infografikfreund
11.07.2012 23:07
4 0

Re: ESM => Schuldenkommunismus

Anteile der Euro Länder am ESM bzw. Teilnahme am Fiskalpakt:
http://tinyurl.com/bp5g62w

Schulden in europäischen Ländern
http://tinyurl.com/cucm6kr Infografikdaten leider nur bis 2010.

Interessant der Quervergleich der beiden Grafiken:
D garantiert vorerst mit 168 Mrd.€, dessen Staatsschulden waren 2010 mit 83.2% des BIP am 6. höchsten.
Ö knapp unter dem EU Schnitt 2010 mit 71.8% des BIP an Staatsschulden (bzw laut Artikel: 72,2 bzw. auf 74,7% des BIP kletternd), garantiert vorerst mit 17Mrd.
Aber: Der ESM kann jederzeit mehr und neues Geld fordern, binnen 7 Tagen darf überweisen werden...

Die Staaten, die zuletzt zur EU gekommen sind, haben vergleichsweise noch wenig Schulden prozentual zu deren BIP.

ESM => Schuldenkommunismus.
Am Ende werden alle Staaten und so jede Person (Staat holt Geld vom Bürger -> Steuern, Steuererhöhung, Enteignung) hoch verschuldet sein, alle Wirtschaftsleistungen werden schwächer sein, Vermögen des Staates und der Privatpersonen werden nach oben wandern. Die ganz großen Bankbesitzer werden die Gewinner sein. Kleine banken werden eingehen. Großen Bankbesitzer werden einiges zum eigenen Vorteil ändern-> noch mehr zentrale Macht. Der Rest ist versklavt.
Dies alles basierend auf einen Luftgeldtrickbetrug und unterstützt von Politdarstellern, die dann "nie was gewusst haben".

Gast: 1. Parteiloser
11.07.2012 18:35
17 0

Beim Leasingwahnsinn geht es um viel mehr Milliarden!

Die Gemeinden sind schon länger auf Leasingfinanzierungen umgestiegen um die Verbindlichkeiten für Investitionen auslagern zu können. Die Rückzahlungen die bleiben aber, sogar etwas mehr, weil diese Finanzierungen teurer sind.

Das geht inzwischen soweit, dass sogar Telefonanlagen, nach 3 - 5 Jahren veraltet, auf 10 Jahre geleast werden. Bei den Servern sind die Vorgänge noch viel kranker.

Es sind aber auch dem Bund die letzten Sicherungen durchgebrannt wie die Pläne und die Daten zum laufenden Budgetvollzug deutlich zeigen.

Für das Jahr 2012 hat der Bund geplant seine Ausgaben um 4,9% zu steigern. Das ist wieder höher als die Teuerungsrate und auch viel höher als das Wirtschaftswachstum.

http://www.bmf.gv.at/budget/budgets/2012/bfg/budget_onesheet_2012_de.pdf

Die Realität bis Mai 2012 schaut dann so aus:
https://www.bmf.gv.at/budget/akthh/2012/201205hauptueberblicke.htm

Periode Jan-Mai 2012, Vergleich zum Vorjahr:
Ausgaben:.31.202,6 Mio. Euro (+6,7%!)
Einnahmen:24.170,9 Mio. Euro (-0,3%)

Interessant ist, dass trotz dem vollen Abkassieren der kalten Progression
Defizit:...7.032 Mio. Euro (5 Monate!). Das sind +40% zum Vorjahr!

Die Staatsfinanzen werden also 2012, ausgehend von grausigen Daten, noch weiter verschlechtert.

Diese Staatlichkeit mit den riesigen geschützten Bereichen, deren Gier und Korruption, die ist bald am Ende.

AAA........................?

 
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Hobbyökonom