Wien/Apa/Red. Die Einkommensschere zwischen den Löhnen von Frauen und Männern ist immer noch groß, verkleinert sich allerdings langsam. Das geht aus der Verdienststrukturerhebung der Statistik Austria im Jahr 2010 hervor, die den Bruttostundenlohn der unselbstständig Beschäftigten in der Privatwirtschaft analysierte.
In der Privatwirtschaft verdienen unselbstständig beschäftigte Männer um 26,7 Prozent mehr als Frauen. Während der durchschnittliche Bruttostundenlohn für Männer im Jahr 2010 bei 13,99 Euro lag, verdienten Frauen nur 11,04 Euro pro Stunde. Allerdings: Im Vergleich zur Erhebung 2006 verkleinerte sich die Lücke um 2,8 Prozentpunkte – damals lagen die Männer mit 12,57 Euro noch um 29,5 Prozent vor den Frauen.
Je länger Frauen und Männer in einem Unternehmen arbeiten, desto geringer ist der geschlechterspezifische Unterschied bei ihrem Bruttostundenlohn. Im Vergleich zu Beschäftigten, die weniger als ein Jahr in einem Betrieb angestellt waren, verdienten Beschäftigte mit 30 und mehr Jahren Unternehmenszugehörigkeit fast das Doppelte.
Bei Frauen mit langer Unternehmenszugehörigkeit war der Lohnanstieg dabei stärker als bei Männern. Allerdings: Es erreichten nur rund zwei Prozent der Frauen und sechs Prozent der Männer eine Zugehörigkeit zum Unternehmen von 30 und mehr Jahren.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.07.2012)

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