Klebstoffkonzern schließt Welser Werk – 105 Jobs weg

14.07.2012 | 10:42 |   (DiePresse.com)

Der US-Chemiekonzern H.B. Fuller wird seinen Standort in Oberösterreich bis Ende 2013 auflösen. Er begründet die Stilllegung mit dem Alter der Anlage.

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Der US-Chemiekonzern H.B. Fuller wird seinen Standort in Wels bis Ende 2013 auflassen. Der US-amerikanische Hersteller von Klebstoffen und Dichtmitteln will die Produktion verlagern, berichteten die "Oberösterreichischen Nachrichten" in Ihrer Samstagsausgabe. Etwa 105 Mitarbeiter werden dadurch arbeitslos.

Viele der Betroffenen verstünden die Entscheidung der Werksschließung nicht. Bis zuletzt seien die Bilanzen positiv gewesen, Gewinne seien bis zuletzt geschrieben worden, hieß es. H.B. Fuller hatte 1982 die damalige Isar-Rakoll-Chemie übernommen, viele der Beschäftigten waren von da an in der Chemiefabrik tätig.

Begründet wird die Stilllegung des Standortes seitens der europäischen Konzernleitung mit dem Alter der Anlage, alten Prozessen, begrenzter Infrastruktur und geringem Platzangebot. "Die Fertigung, die aus Wels abgezogen wird, wird an andere europäische Standorte verlagert, der Großteil davon nach Deutschland, Frankreich und Italien", so Steve Kenny, Vizepräsident von H.B. Fuller für die EIMEA-Region (Europa, Indien, Mittlerer Osten, Afrika). Die Prozesse würden zudem modernisiert, um Produktivität zu erhöhen. Niedrigere Arbeitskosten seien "nicht der vorrangige Grund für die Schließung", wird Kenny in der Zeitung zitiert.
Der Umsatz des H.B. Fuller-Konzerns betrug 2011 an die 1,6 Milliarden US-Dollar. Der Konzern hat insgesamt 4000 Mitarbeiter und Standorte in 43 Ländern.

(APA)

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6 Kommentare
Gast: 1. Parteiloser
15.07.2012 11:17
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Die Amerikaner haben eine andere Einstellung zu Unternehmen!

In Zentraleuropa werden Unternehmen gerne langsam entwickelt und auch laufend gepflegt. Es wird immer versucht das Unternehme weiterzuentwickeln und die Produktionsanlagen auf einem aktuellen Stand zu halten, auch eine stabile Stammmannschaft zu entwickeln. Immer gelingt es nicht, weil dazu ja auch die laufenden Erträge vorhanden sein müssen.

Die Amerikaner haben eine gänzlich andere Einstellung zu Unternehmen und zum Wirtschaften. Da wird schnell mal locker investiert, auch große Summen investiert, dann wird so lange wie möglich abkassiert. Investitionen und eine Weiterentwicklung der Unternehmen stehen dem Ziel des laufenden Abkassierens entgegen und werden daher auch kaum gemacht. Wenn die Investition, also das Unternehmen, ausgezuzelt ist, dann wird eben ein neues Unternehmen gekauft, umorganisiert oder gleich das ganze Unternehmen geschlossen. Das stellt bei den Amerikaner aber auch kein großes Problem dar, das gehört zum Tagesgeschäft.

Die Verantwortlichen für den Standort Fuller in Ö ist es also ein ganz normaler Vorgang, in USA gibt es eine Masse solcher Unternehmen.

Klar, dass diese Vorgangweise auf Unverständnis in Zentraleuropa stoßen muss.

Das wird für Ö aber kein großes Problem werden, auch wenn es noch einige Fälle mehr werden. Der Druck auf die Ö Unternehmen in Ö, welche schon bis über 50% der Wertschöpfung in Form von Zwangsabgaben bezahlen müssen, der wird viele Unternehmen zu Verlagerungen zwingen. Das wird zunehmend das Problem von Ö!

schlag nach bei Goethes Faust

wenn man seine Seele an den Teufel verkauft, faehrt man irgendwann zur Hoelle ...

Gast: Pips
14.07.2012 11:29
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An

und für sich braucht ein Eigentümer gar nix begründen. Er sperrt zu, Basta. Viele Ösis, allen voran viele sogenannte JournalistInnen glauben noch immer in der Welt des Sozialismus zu leben.

Antworten Gast: Sap43
14.07.2012 13:33
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Re: An

Falls der Konzern staatliche Förderungen für das Schaffen oder Erhalten von Arbeitsplätzen bekommen hat, muss er das Vernichten dieser Arbeitsplätze sehr wohl begründen.

Abgesehen davon hat das Gastland ein Recht zu erfahren, warum eine Firma die Produktion in ein anderes Land verlegen möchte.

Als Begründung reicht eine bestimmte Geste.


Explizite Förderungen "Zur Schaffung von Arbeitsplätzen" gibts in Ö nur in marginalem Umfang, zumal derlei staatswirtschaftlichem Unfug eine ganze Menge EU-Recht entgegensteht. Z.B. gibts vom Bundessozialamt SACHLEISTUNGEN zur Errichtung von Behindertenarbeitsplätzen. Und auf Bundesländerebene gibts Peanuts-Programme, z.B. jüngst in Kärnten 5Mio für neue Tourismusarbeitsplätze. Auf Gemeindeebene "fördern" manche ein paar Jahre "gänzlich" neue Arbeitsplätze durch teilweisen Verzicht auf die Kommunalsteuer. Damit wird jedoch in Wahrheit kein einziger Arbeitsplatz geschaffen, die Politiker können nur so tun als ob.

Allgemein gilt für die Inanspruchnahme von Förderungen, daß sie schlimmstenfalls zurückbezahlt werden müssen, sollten die Förderauflagen nicht eingehalten worden sein. Nur die betrugsmäßige Erschleichung von Förderungen ist strafbar. Deswegen hat eine Gemeinde, ein "Gastland" aber noch lange kein Recht auf "Erklärungen" für Betriebsschließungen.

Hingegen hat ein Unternehmer JEDES RECHT zur Abwanderung, wenn er sich nicht länger als "Ausbeuter" verunglimpfen lassen will, und die Schnauze voll hat von abstruser Steuerpolitik, öst. Bürokratie, der realpolitischen Rolle des ÖGB samt schleichender Enteignung, und der neomarxistischen Meinungsmache von Krone und ORF.

der zweite absatz

ist voll daneben. außerdem, was meinen sie mit gastland. hier gehts doch nicht um asyl.

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