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Schweiz: Volksabstimmung über Steuerpakt mit Wien?

16.07.2012 | 20:30 |   (DiePresse.com)

Eine Milliarde Euro soll das Abkommen mit der Schweiz in Österreichs Staatskassen spülen. Nun könnte es an einer Volksabstimmung scheitern.

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Das Schwarzgeld-Steuerabkommen zwischen Österreich und der Schweiz, das bis zu einer Milliarde Euro in das heimische Budget spülen soll, soll in der Schweiz einer Volksabstimmung unterzogen werden. Die "JungsozialistInnen Schweiz" (JUSO) und die "Aktion für eine unabhängige und neutrale Schweiz" (AUNS) sammeln bereits Unterschriften für die Abhaltung eines Votums.

Ob es tatsächlich zu einer Volksabstimmung über das Abkommen mit Österreich kommen wird, sei noch keineswegs sicher, betonte der Sprecher des Schweizer Finanzdepartements, Roland Meier, gegenüber dem "KURIER" und widersprach damit einem Bericht der "Krone.at", wonach er das Zustandekommen der für die Volksabstimmung nötigen 50.000 Unterschriften als "sicher" bezeichnet habe. "Wir bereiten uns natürlich auf alle Eventualitäten vor", sagte Meier am Abend der APA, "bei 50.000 Unterschriften gibt es eine Volksabstimmung am 25. November".

JUSO und AUNS wollen aus unterschiedlichen Gründen dasselbe, nämlich die Steuerabkommen der Schweiz mit Deutschland, Österreich und Großbritannien, kippen. Die der rechtskonservativen SVP nahestehende AUNS erachtet die Steuerabkommen als Eingriff in die Souveränität des Landes und befürchtet, dass sie den Banken schaden könnten. Die JUSO streben den automatischen Informationsaustausch in Steuersachen an, die Abgeltungssteuer in den Steuerabkommen sehen sie als Versuch, diesen Austausch zu verhindern,

"Steuerabkommen noch auf Schiene"

Im Finanzministerium in Wien heißt es zur "krone.at", diese Entwicklung sei zwar "eher suboptimal", aber "das Steuerabkommen ist noch auf Schiene". Außerdem bestünde Hoffnung, dass die Schweizer bei der Stimmabgabe sehr wohl zwischen Deutschland und Österreich unterscheiden.

Das Abkommen wurde im April von Finanzministerin Maria Fekter und ihrer Schweizer Amtskollegin Eveline Widmer-Schlumpf unterzeichnet und unterdessen von beiden Parlamenten bestätigt. Bisher unversteuertes Geld aus Österreich auf Schweizer Konten soll dadurch versteuert werden: Für die Vergangenheit wird eine Pauschalsteuer von 15 bis 38 Prozent eingehoben. Ab 1. Jänner 2013 sollen Schweizer Banken auf österreichische Kapitalvermögen eine Abgeltungssteuer nach dem Vorbild der österreichischen Kapitalertragssteuer einheben, nämlich eine 25- prozentige Abgabe auf die Zinserträge.

(APA)

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54 Kommentare
 
12
Gast: Hans M..
17.07.2012 14:13
1 1

Nein zu diesem Ablasshandel

Fekter HAU AB. Auch ich will NEIN sagen dürfen. Ich hoffe die Schweizer sagen NEIN.
Das Schweizer Volk hat ein Gerechtigkeitsgefühl das wird bis zu 80% diesen Ablasshandel ablehnen.

Warum macht die Fekter gemeinsame Sache mit Steuerverbrecher? Ich dachte immer wir wären bei der EU. Die hintergeht sogar die EU nur um ihre Steuerverbrecher zu schützen. Das wird der nächste große Aufmacher werden kurz vor den Wahlen ich freue mich schon. Das vergesse ich sicher nicht.

KORRUPTION und STEUERHINTERZIEHUNG-EURE ÖVP-SPÖ

5 0

Wer einem EMS Vertrag zustimmt

Für den ist 1 Milliarde keine Größe.

Wie angenommen

Wie ich schon bei der Paraphierung des Abkommens angenommen und erwähnt habe, freute sich die werte Frau Finanzminister wohl doch etwas zu früh. Dass sie den (potentiellen) Geldfluss bereits in Budget eingepreist hat, ohne (offensichtlich) entsprechende Kenntnisse der politischen Entscheidungsabläufe in der Eidgenossenschaft, ist fahrlässig und dumm.

Das Referendum wird mit ziemlicher Sicherheit zustande kommen, da darf sich Frau Fekter keine Illusionen machen. Der Ausgang einer Volksabstimmung dürfte auf der Kippe stehen.

Wenn mir als Ausländer eine etwas diffizile Zusatzbemerkung gestattet sein sollte: Meiner Meinung nach, wäre ein Ausscheiden von Frau Fekter aus dem Bundeskabinett angezeigt, in der CH wäre eine solche Finanzministerin wohl kaum mehr haltbar.

Antworten Gast: cdo
17.07.2012 10:10
0 0

Re: Wie angenommen

...leider trennen österreich und die schweiz in solchen belangen (wie in vielen anderen) welten

die Schweizer haben mehr Eier

Die Schweizer haben eindeutig mehr Eier in der Hose als wir.
So sollte unsere Zukunft auch aussehen.
Und nicht als der letzte Zpif von Europa!

4 0

Re: die Schweizer haben mehr Eier

Nicht nur mehr Eier sondern auch ein klügeres Volk ,siehe EU Beitritt.

wäre ja der witz der geschichte ....

wenn fekter's milliarde nun an einer volksabstimmung scheitert, die die övp ja gerade bei uns durchsetzen will.

Gast: bbc
17.07.2012 06:22
8 1

Hut ab vor der Schweiz

Ein Staat wo
a) die Bevölkerung bei politischen Entscheidungen gefragt wird,
b) die Politiker das Wohl des eigenen Landes im Auge haben, und
c) die Kantone sich nicht ungefragt verschulden und dann auf den Rücken der Steuerzahler sanieren können.

Wo könnte Österreich sein, wenn wir ebenfalls so ein politisches System hätten?

Antworten Gast: toro
17.07.2012 07:30
1 4

Re: Hut ab vor der Schweiz

Zu Punkt 2.:
Leider gibt es in der Schweiz einen hässlichen Steuerdumpingwettbewerb der Kantone.
So zieht der Kanton Zug etwa nicht nur ausländische Unternehmenssitze durch Steuererleichterungen an, sondern auch aus anderen Kantonen AB.
Hier gibts schon gewaltig Krach in der Schweiz.
Und den Schweizern ist die direkte Demokratie offenbar recht wenig wert - zumeist unter 50% Wahlbeteiligung...

Antworten Antworten Gast: eda
17.07.2012 10:46
1 0

Re: Re: Hut ab vor der Schweiz

Und fast jeder befürwortet den Steuerwettbewerb der Kantone, da diese somit nicht das Vermögen ihrer Bürger verschleudern können und sorgsam mit den Steuergeldern umgehen (müssen).

Vor ca. einem Jahr wurde die Abschaffung des interkantonalen Steuerwettbewerbs vom Stimmvolk klar abgelehnt!

3 0

Re: Re: Hut ab vor der Schweiz

Das ist nichts Neues das in der Schweiz ja nach Kanton unterschiedliche Steuersätze gelten.
Aber im Endeffekt kommt alles dem Land zugute.
So einfach ist das.

4 0

Punkt 2 mit Steuerwettbewerb ist nicht nur in Ordnung

sondern das ist sehr gut so.
Denn Konkurrenz belebt das Geschäft. Alles andere (wie bei uns) ist Kommunismus in Staniolpapier.

Gast: Damit können
17.07.2012 04:26
0 0

wir gerade mal die Arbeitslosen

vier Monate lang bezahlen. Nicht gerade das Gelbe vom Ei!

Gast: globetrotterneu
16.07.2012 23:16
5 0

der wille geht vom volk aus leider nur in der schweiz

ich hoffe die schweizer sagen nein.

Gast: w1315
16.07.2012 23:01
2 0

Schon gescheitert!

1. Es wird eine Volksabstimmung geben.
2. D hat's verbockt (Rote-und Grüne), das Abkommen mit D wird abgelehnt werden.
3. Sofern der Abstimmungstext alle 3 Staaten (A,D, GB) beinhaltet; also mit Ja oder nein alle 3 umfasst, wird auch das Abkommen mit A und GB abgelehnt.
4. Kommen die 3 Länder einzeln zur Abstimmung, werden A und GB angenommen, D abgelehnt.

Mit diesem D kann es keinen vom Schweizervolk abgesegneten Vertrag geben, dafür wurde die Schweiz von den Deutschen zu sehr diffamiert. 2/3 der Schweizer wollen keine Kooperation mit diesen Doppelmoral Deutschen.

Wetten, das es so kommt?!

Re: Schon gescheitert!

Sehr geehrter Kollege

Ihre "Fragen" in Punkt 3 und 4 sind interessant und völlig berechtigt. So wie ich es sehe, werden alle drei Abkommen (A, UK, D) gesondert "beurteilt" werden. Wenn dem so wäre, würde ich als Schweizer - der die Stimmungslage doch etwas einzuschätzen vermag - folgende Prognose abgeben wollen: Das Fallbeil wird demnach wohl D erwischen, A und UK könnten "durchgewunken" werden.

http://www.admin.ch/ch/d/pore/rf/ref_1_3_2_1.html

MfG

Antworten Antworten Gast: strahl
17.07.2012 10:48
0 0

Re: Re: Schon gescheitert!

Strahl?

Re: Schon gescheitert!

Sehr geehrter Kollege

Ihre "Fragen" in Punkt 3 und 4 sind interessant und völlig berechtigt. So wie ich es sehe, werden alle drei Abkommen (A, UK, D) gesondert "beurteilt" werden. Wenn dem so wäre, würde ich als Schweizer - der die Stimmungslage doch etwas einzuschätzen vermag - folgende Prognose abgeben wollen: Das Fallbeil wird demnach wohl D erwischen, A und UK könnten "durchgewunken" werden.

http://www.admin.ch/ch/d/pore/rf/ref_1_3_2_1.html

MfG

Eine was ..?

1 Milliarde Euro..!? Was solls, das juckt doch niemanden. Das ist die kleinste Einheit des ESM-Euro, der Währung der Euro-Apokalypse.

Gast: gccuvion
16.07.2012 21:43
3 0

Das ist der ungewöhnliche Fall wo sich österr. Politiker um Volkes Wille scheren müssen.

Wie gewohnt halt nicht um den des österr. Volkes.

Wieder einmal zu früh gefreut und das Geld eingeplant,

welches wir brauchen, wenn wir aus den Haftungen für die maroden Staaten in Anspruch genommen werden? Mit Italien wird vor dem Herbst auch noch das 6. Euroland unter dem Rettungsschirm schlüpfen und wir werden bezahlen selbst dann, wenn der Verfassungsgerichtshof im nachhinein feststellt, dass der ESM verfassungswidrig ist, da es sich beim ESM um einen völkerrechtlichen Vertrag handelt und eine mögliche Verfassungswidrigkeit meines Erachtens nach keine Auswirkung auf die Gültigkeit in der Außenwirkung zukommt.

Der Präsident des österr. Verfassungsgerichtshofes hat öffentlich in der Kronen-Zeitung eine Verfassungsänderung gefordert damit der ESM wie in Deutschland vorab geprüft werden kann.

Unterstützen wir den VfGH-Präsidenten bei diesem Anliegen:

http://www.avaaz.org/de/petition/Vorabprufung_von_ESM_und_Fiskalpakt_durch_osterr_Verfassungsgerichtshof/

Gast: b754
16.07.2012 21:07
2 8

die schweizer finanzverbrecher werden früher oder später in den haag landen

und das wird kommen denn das europäische volk wird nicht länger zuschauen wie die schweiz ein hort der schwervebrecher ist

3 0

Die Finanzverbrecher sitzen eher in der EU Finanzverwaltung, unserer Regierung und in der Stadt Wien

als in der rechtlich soliden Schweiz und in Liechtenstein - wo die SPÖ ihre Finanzmittel in Stiftungen versteckt. Nicht das Versteck ist schuld sondern der Dieb alleine.
Und der sitzt nicht in der Schweiz!

Antworten Gast: advo
17.07.2012 08:19
3 0

Re: die schweizer finanzverbrecher werden früher oder später in den haag landen

Von Schwerverbrecher kann keine Rede sein. Ein Land mit geringer Steuerbelastung profitiert ganz einfach davon, dass es rundherum nur noch Hochsteuerländer gibt, die dem Staatsbürger das Geld aus der Tasche ziehen, siehe nunmehr zusätzlich ESM! Dubiose Gelder dürfen genauso wenig angenommen werden wie in anderen EU-Ländern!
Die Finanzverbrecher sitzen in den diversen EU-Ländern die mit hohen Steuern ihre Staatsbürger für ihre unfähige Politik zur Kasse bitten!

Die Schweizer haben EIER und getrauen sich das Volk zu fragen!

Hut ab, bei uns hätts vorher ein Volksbegehren mit 700 oder 650 tausend Stimmen Hürde gegeben.

Als nächsten Schritt hätt der Fischer und seine SPÖ das Begehren nach zwei Jahren stillschweigend schubladisiert!!

Man kann nicht mehr so viel fressen, wie man .....

5 3

Re: Die Schweizer haben EIER und getrauen sich das Volk zu fragen!

Ja, es ist halt "suboptimal", wenn man mit einem demokratischen Land zu tun hat, wo die Politiker nicht freihändig tun können was sie wollen ohne jegliche Verantwortung tragen zu müssen.

 
12

Hobbyökonom