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Wien: Immer mehr Bürogebäude werden zu Wohnhäusern

17.07.2012 | 14:23 |   (DiePresse.com)

Vor allem im ersten Bezirk können sich Investoren die Preise für Bürohäuser nicht mehr leisten, heißt es vom Immobiliendienstleister CBRE.

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Immer mehr Bürogebäude in Wien, vor allem in der Inneren Stadt, werden zu Wohnhäusern oder Hotels umgebaut. Kein Gewerbeimmobilien-Investor könne sich die stark gestiegenen Immobilienpreise in der Innenstadt mehr leisten, sagte Andreas Ridder, Geschäftsführer des Immobiliendienstleisters CBRE in Österreich. Der Quadratmeterpreis für Wohnungen in der Wiener City beträgt derzeit laut dem Portal immopreise.at je nach Größe im Schnitt zwischen 8200 bis 10.800 Euro. Luxusimmobilien kosten bereits 30.000 Euro. Ein Investor könne aber nur 7500 Euro pro Quadratmeter zahlen, weil er derzeit höchstens eine Miete von 25 Euro pro Quadratmeter verlangen könne, erklärte der Immobilienexperte.

Die Wohnungsimmobilienpreise in Wien seien "langfristig nicht haltbar", warnte Ridder. "Ich würde nicht sagen, dass wir keine Blase haben." Er sei beunruhigt, wenn sich sogar ein Manager im 4. Wiener Gemeindebezirk keine Wohnung mehr leisten könne. Laut dem Immobilienpreis-Index der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) sind die Preise je Quadratmeter für neue und gebrauchte Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser in Wien zwischen 2004 und dem ersten Quartal 2012 um rund 70 Prozent gestiegen. Österreichweit (ohne Wien) erhöhten sich die Preise in diesem Zeitraum um 39 Prozent.

Angst vor der Euro-Krise

Die meisten Käufer hätten bereits Wohnungen und würden aus Angst nur Gelder umschichten. Die Mieten für teure Wohnungen seien in Wien aber bereits wieder am Sinken, weil wohlhabende Mieter selbst Immobilien erwerben würden. Damit würden diese Immo-Käufe unattraktiv. Wenn sich die Unsicherheit über die Eurokrise verflüchtige, "dann wird dieser Hype aufhören müssen", betonte Ridder.

Der Wiener Büromarkt hat sich im 1. Halbjahr laut CBRE trotz Euro-Krise "durchaus positiv entwickelt". Die Spitzenmiete pro Quadratmeter/Monat belief sich am Ende des 1. Halbjahr 2012 auf 24,5 Euro und war damit um rund 4 Prozent höher als am Ende des 1. Halbjahrs 2011. In den guten und durchschnittlichen Bürolagen seien die Mietpreise "zum größten Teil stabil" geblieben. Die Leerstandsrate betrug am Ende des Halbjahres rund sechs Prozent und soll bis Jahresende wegen geringerer Vermietungen und neuen Flächen auf 6,7 Prozent steigen. Die Spitzenrendite für Investoren werde aber stabil bei 5,2 Prozent verbleiben.

Investitionen rückläufig

Investoren haben im erster Halbjahr bei Wiener Immobilien weniger zugegriffen: Das Volumen ging im Vergleich zur Vorjahresperiode um 18 Prozent auf 550 Millionen Euro zurückgegangen. Der Rückgang sei auf mangelnde Spitzenobjekte sowie die schwierige Finanzierung für andere Immobilien zurückzuführen. 38 Prozent der verkauften Immobilien entfielen auf Büros, 32 Prozent auf Retail (Handel), 16 Prozent auf Hotelgebäude und 12 Prozent auf Wohnimmobilien. Anstatt der vorsichtigeren Banken würden Versicherungen hierzulande bald eine wichtigere Rolle bei der Finanzierung spielen, rechnet Ridder. Bis Jahresende erwartet CBRE in Wien ein Investmentvolumen von 1,6 bis 1,8 Milliarden Euro.

Österreich verliere langsam seine Funktion als Osteuropa-Firmenzentralenstandort, betonte der Immobilien-Experte. In einem zusammenwachsenden Europa sei dies aber ein normaler Vorgang. Viel dramatischer wäre es etwa, wenn die Lufthansa den Münchner Flughafen statt Wien zu ihrer CEE-Drehschreibe machen würde. "Das wäre eine echte Katastrophe."

(APA)

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5 Kommentare

re:

Ist wohl auch gut wenn sich was tut. Kennt wer http://www.wohngeldrechner.biz ? Sowas bräuchten wir in Österreich auch. Der Mietzuschuss ist ja nur ein Tropfen auf den heissen Stein. Langsam kann man sich ja fast keine eigene Wohnung mehr leisten. Wir bräuchten in Österreich auch so eine einfache Lösung wie das Wohngeld in Deutschland.


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Am Höhepunkt der Blase kaufen immer die Dummen,

Die Gefahr, dass man in Wien bereits zu den Dummen gehört ist akut gegeben!

Das ist eine Blase

nur sagt man es nicht laut.

"Das Volumen ging im Vergleich zur Vorjahresperiode um 18 Prozent auf 550 Millionen Euro zurückgegangen."

So eine Gängelei.

Hobbyökonom