20.06.2013 08:32 Merkliste 0

Pfeiffer und Zielpunkt: Aus für Großpackungs-Angebote

18.07.2012 | 12:21 |   (DiePresse.com)

Die beiden Lebensmittler entsagen dem Konzept der Großmengen im Frische-Bereich. Müllvermeidung und Alternativen zu Plastiksackerl haben Vorrang.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Der oberösterreichische Großhändler Pfeiffer (Unimarkt, Nah&Frisch) und die Lebensmittelkette Zielpunkt, an der das Unternehmen seit kurzem beteiligt ist, steigen im Frische-Bereich aus den Mehrpack-Angeboten aus. Das und weitere Vorhaben unter dem Ansatz "jetzt für morgen" präsentierten Pfeiffer-Geschäftsführer Erich Schönleitner, Zentraleinkäufer Gerhard Lassnig und Zielpunkt-Vorstand Jan Satek in einem Sozialmarkt in Linz.

Das Konzept der Großmengen gehe an den heutigen Konsumenten vorbei. Es gebe immer mehr Einpersonenhaushalte und diese bräuchten zum Beispiel keine acht Joghurts in einer Packung und seien mit deren Verbrauch überfordert. Der Ausstieg aus diesen Angeboten soll ab sofort umgesetzt werden, vor allem bei Molkereiprodukten, Fleisch und Wurst. Man wolle Vorreiter und Themenführer sein. Sparen sei auch ab dem ersten Produkt möglich, so Satek. Weitere Ziele des neuen CSR-Konzepts (Unternehmerische Gesellschaftsverantwortung, Anm.): Müll vermeiden, Mitfahrbörse für Mitarbeiter und eine Alternative zu Plastiksackerln. Zielpunkt bestellt bereits keine mehr, sondern bietet bald nur noch Papier- und Dauertragetaschen an.

179 Kilo pro EU-Bürger landen im Müll

Jährlich würden 179 Kilo Lebensmittel pro EU-Bürger weggeworfen, gleichzeitig leben 79 Millionen von ihnen unter der Armutsgrenze, verdeutlichte Schönleitner. "Wir werden die Industrie begeistern müssen." Lassnig setzt dabei auf die Unterstützung von NGOs, eine eigene Plattform ist geplant. "Ich glaube, so ist das veränderbar."

Pfeiffer und Zielpunkt unterstützen auch die Sozialmärkte und wollen dies ausbauen. Es gehe darum, Produkten "eine zweite Chance im Handel zu geben", sagte Soma-Gründer und Vorstandsmitglied Lassnig.

Der Aktionsanteil betrage bei Unimarkt derzeit 30 Prozent, quer über alle Produkte, so Geschäftsführer Peter Prilhofer, bei Zielpunkt liege er leicht darunter, ergänzte Satek. Das werde sich durch das neue Konzept nicht gravierend, aber tendenziell ändern.

(APA)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

Mehr auf DiePresse.com

Hobbyökonom