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Causa Birnbacher: Staatsanwalt dehnt Anklage aus

18.07.2012 | 18:36 |   (Die Presse)

Die Tätigkeit des Steuerberaters Dietrich Birnbacher beim Hypo-Verkauf sei überhaupt nicht notwendig gewesen. Dies sagt nun der Staatsanwalt. Und nährt so den Verdacht der Parteienfinanzierung.

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Klagenfurt/M.s./Apa. Knalleffekt im Klagenfurter Untreueprozess um das Sechs-Millionen-Euro-Honorar, das der Villacher Steuerberater Dietrich Birnbacher kassiert hatte: Die Anklage zog am Mittwoch die Schraube fester an. Demnach sei das Einschreiten von Birnbacher insgesamt überflüssig gewesen. Eine Notwendigkeit sei nur fingiert worden, „um illegalen Zahlungsflüssen den Anschein der Korrektheit zu geben“. Zu dem Geldfluss war es im Rahmen des Verkaufs der Kärntner Hypo an die Bayerische Landesbank gekommen.

Wozu diese – laut Staatsanwalt Andreas Höbl – „illegalen Zahlungsflüsse“ gedacht waren, blieb am fünften Prozesstag freilich offen. Jedenfalls rückt die aktuelle Entwicklung den ohnedies im Raum stehenden Verdacht einer möglichen illegalen Parteienfinanzierung immer mehr in den Mittelpunkt. Vor Gericht stehen außer Birnbacher (er hatte überraschend gestanden, „einen strafbaren Beitrag geleistet zu haben“) auch der Kärntner ÖVP-Chef Josef Martinz sowie die beiden Vorstände der Kärntner Landesholding Hans-Jörg Megymorez und Gert Xander. Birnbacher gibt an, von Parteienfinanzierung nichts zu wissen. Allerdings gesteht er auch ein, dass es ihm selbst eigenartig vorkam, dass er so viel Geld erhalten habe. „Im Kopf habe ich es für möglich gehalten, dass irgendwann einmal einer kommt und sagt ,Jetzt zahlst mir was‘.“

Ankläger Höbl hatte ursprünglich einen Untreueschaden von 5,7 Millionen Euro angenommen, dem Birnbacher-Gutachten also doch einen gewissen Wert zugestanden. Nun aber erhöhte Höbl den Schaden auf die vollen sechs Millionen Euro, die Birnbacher als Honorar ausgezahlt worden waren. Bei dem Geld handelte es sich um öffentliche Mittel. Es war auf Druck des früheren Kärntner Landeshauptmanns Jörg Haider und des ÖVP-Landesrats Martinz – er war damals auch Aufsichtsratspräsident der Kärntner Landesholding – von eben dieser Holding an Birnbacher überwiesen worden.

Zusätzlich nahm der Staatsanwalt nun auch jenen Betrag, den die sechs von Megymorez und Xander in Auftrag gegebenen Gutachten ausgemacht hatten, circa 50.000 Euro, in den Untreueschaden auf. Birnbacher selbst ist von der Anklageausdehnung aber nicht betroffen.

 

Auch Gutachter als Täter

Diese Gutachten hatten sich unter anderem mit der Frage der Angemessenheit des Honorars auseinandergesetzt. Die Gutachter selbst, die für die Landesholding aktiv geworden waren, müssen nun selbst mit strafrechtlichen Folgen rechnen. „Wir werden sie selbstverständlich entsprechend belehren“, sagte Richter Manfred Herrnhofer. Die Frage sei nun, ob sie sich eines „Beitrags zur Untreue“ schuldig gemacht haben.

Ebendiesen Sachverständigen hatte, wie berichtet, auch die Kärntner Anklagebehörde vertraut. Das Resultat war eine Einstellung des Birnbacher-Verfahrens gewesen. Dieser Schritt war sogar vom Justizministerium genehmigt worden. Erst das Heranziehen eines externen Experten hatte das nun laufende Verfahren richtig in Gang gebracht.

In den Zeugenstand trat am Mittwoch unter anderen auch der ehemalige Hypo-Investor Tilo Berlin. Der spätere Banken-Chef gab an, dass er das Engagement Birnbachers beim Hypo-Verkauf im Jahr 2007 nur am Rande mitbekommen habe.

Erst vor ersten Gesprächen mit dem damaligen Landeshauptmann Haider habe er im Frühjahr 2007 erfahren, dass Birnbacher „der Vertreter des Landes“ im Verkaufsprozess sein werde. „Vorher wusste ich nicht einmal von seiner Existenz.“ Der Prozess wird heute, Donnerstag, fortgesetzt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.07.2012)

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19 Kommentare

Verbrechergesindel- wohin man blickt......

Tagtäglich werden normale, fleißige österreichische Steuerzahler durch derartige Selbstbereicherungsmeldungen sprichwörtlich am Nasenring vorgeführt. Jeder, der monatlich zwischen € 1500,- und € 3000,- brutto verdient ist offensichtlich ein VOLLIDIOT- aber wartet nur, Politgünstlinge- die Vollidioten werden bald den aufrechten Gang üben.......und dann gnade euch Gott !

Gast: Gutachter Sepp
19.07.2012 07:37
2 0

Schaut Euch einmal an wer in Kärnten in den Aufsichtsräten sitzt?

Alles sind von ÖVP und FPK, den Schaden zahlt dann der Steuerzahler!

PAssender Beitrag vom ORF:
http://www.youtube.com/watch?v=P-Dr9n32LKs

Gast: Schnauze voll
19.07.2012 06:05
3 0

Schreibtischtäter

Ich frage mich von wem jetzt Dobernigg und Abnickfreunde die Befehle ausführen. Solche Politiker braucht Österreich sicher nicht. Sind das miese,schäbige Kreaturen.

Jetzt wird es eng............

...............und es wird immer offensichtlicher, dass Haider und Martinz die 12 Millionen für die FPK/ÖVP Parteikassen haben wollten. Zum Glück wurde der Deal öffentlich.....

Gast: derdschungelruft
18.07.2012 17:29
3 0

Bananen für Dobernig

Dienstzeugnis von Kärntner-FPK-Finanzlandesrat Dobernig:

Die ihm aufgetragenen Aufgaben zu unserer vollsten Zufriedenheit erledigt.

Mehr war es leider nicht. Ein Finanzlandesrat, der nicht selbständig denkt ist nicht besser als ein Aff.

Also sollte man ihn mit Bananen bezahlen.


Antworten Gast: Straßenkehrer vom Dienst
19.07.2012 07:35
1 0

Re: Bananen für Dobernig

Wenn wir jetzt zu dieser Erkenntnis kommen, dann schmeißt den Kerl sofort raus und entzieht ihm alle Aufgaben bevor er noch mehr Schaden anrichtet!

Der darf nicht weiter schalten und walten und noch mehr kaputt machen, der ist ja ein Schaden für Kärnten wie die Scheuch Brüder, Ragger, Dörfler...

Daher wären Neuwahlen nicht schlecht!

Kärtnen ist seit Schüssel und Grasser überall in Österreich

Es ist nicht mehr schön, fast schon eine Schande, sich dem Pass nach Österreicher nennen zu müssen, noch dazu, wenn man die Wurzeln des Übels kennt.
Die aber sind eindeutig in dem unbändigen Willen Wolfgang Schüssels zu suchen, endlich Bundeskanzle werden zu können. Zusammen mit Karl-Heinz Grasser bereitete er den Boden auf, dass Österreich zu einer Insel der Korruption und Bestechlichkeit wurde. Eine internationale Bewertung , die seit Jahren nicht widerlegt worden ist.
Schüssel und Grasser waren es auch, die uns Österreichern den Ruf einbrachten, ein Volk von Schlawinern zu sein. Denn die beiden ließen ihre Amigos gewähren, sich schamlos am öffentlichen Eigentum zu bedienen.
Die aktuellen Vorgänge vor Gerichten in Kärnten, aber auch vor der Korruptions-Staatsanwaltschaft in Wien, wo es derzeit vor allem Kärntner sind, die dort aus- und eingehen müssen.
Diese Feststellung bezieht sich jedoch nicht nur auf den geografischen Begriff Kärnten, denn Kärnten ist in Österreich seit Schüssel und Grasser bereits überall.
Wenn ÖVP und SPÖ es daher wider Erwarten mit ihrem Vorhaben ernst meinen sollten, die Sümpfe, die unter Schüssel und Grasser ganz Österreich überzogen haben, trocken legen zu wollen, dann sollten sie sich schleunigst nicht in Mitbestimmungsmodellen verzetteln, sondern ihren Widerstand aufgeben, auch aktive Politiker vor den Korruptions-U-Ausschuss zu zitieren. Ohne Ansehen der Person müsste das geschehen, sonst setzen beide Parteien ihre Zukunft aufs Spiel.

seit Schüssel und Grasser überall in Österreich


wie Sie vielleicht nicht wissen, stammen die mit Abstand meisten rechtskräftig verurteilten Regierungsmitglieder - samt Bundeskanzler - aus einer damaligen Oppositionspartei.

Re: Kärtnen ist seit Schüssel und Grasser überall in Österreich

Soweit ich mich erinnere, hat schon ein gewisser Rudolf Kirchschläger vor langer Zeit von der notwendigen Trockenlegung von Sümpfen und sauren Wiesen gesprochen.

Es ist lächerlich, so zu tun, als wäre die Korruption erst mit der Schüssel Regierung ins Land gekommen.

Re: Re: Kärtnen ist seit Schüssel und Grasser überall in Österreich

Bundespräsident KIrchschläger hat von einigen Sümpfen und sauren Wiesen gesprochen, die trocken zu legen seien.
Unter Schüssel und Grasser wurden jedoch Korruption und Bestechlichkeit zur österreichischen Normalität.
Heutzutage sind wir in Österreich bereits soweit, dass man Politiker, für die man die Hand ins Feuer legen könnte, suchen muss wie die sprichwörtliche Nadel im Heuhaufen.
Daran wird sich auch nichts ändern, solange sich ÖVP und SPÖ im Korruptions-U-Ausschuss mit aller Kraft dagegen stemmen, auch aktive Politiker vor den Ausschuss laden zu können. Das ist doch nur ein Freibrief für Politiker und nährt die Vermutung, dass es in den beiden Parteien auch korrupte Politiker gibt, die es zu schützen gilt.

deutsche Sachverständige habe nicht nach österreichischen Recht geurteilt

Der SV kann nicht urteilen der kann nur begutachten.
Wer die Käsezettel von Birnbacher gesehen hat, kann bei Einsatz des Hausverstandes auch ohne Fachkenntnisse zu dem Schluss kommen dass das Honorar nicht angemessen war.

Gast: Hans M..
18.07.2012 15:49
7 0

Tolle Aufsichtsräte Dobernig,Rumbold und Co

Haben von nichts gewusst,nichts hinterfragt und nichts interessierte sie kein Gutachten gelesen nichts und an allem war nur Haider schuld.

Bin gespannt wie lange sich der Richter noch verarschen lässt.

Gast: der Österreicher
18.07.2012 14:33
5 2

..und da ist es wieder das Überraschungsverbot



Da wird nach einer möglichen erstinstanzlichen Verurteilung die zweite Instanz (Grazer OLG) das wieder an das Erstinstanzgericht zurückweisen...

...weil

...jaaaa, da haben wr es wieder das gerne benutzte Überraschungsverbot..

Gilt wohl nur für Politiker ...vorallem im Südösterreich.

Überraschungsverbot für erstinstanzliche Verurteilungen und Einstellung von Anklagen wegen "keiner jusristischen Ausbildung und dadurch keine Schuldfähigkeit" für Landeshauptleute.

Gilt nicht für Normalbürger. Für die gilt " Unwissenheit schützt vor Strafe nicht"

Antworten Gast: Gast 123
18.07.2012 19:18
1 1

Re: ..und da ist es wieder das Überraschungsverbot

Vielleicht ist es auch einmal von Interesse, wer im OLG Graz das Sagen hat, da dort mehrere Richter mit burschenschaftlichen Hintergrund beschäftigt sind. Vielleicht sollte im Falle politischer kärnterischer Angelegenheiten die Berufungsbehörde in einem anderen Bundesland angesiedelt sein

Re: ..und da ist es wieder das Überraschungsverbot


Das Überraschungsverbot wird die Angeklagten in diesem Fall auch nicht retten.

Die Staatsanwaltschaft hat die Klage doch ausgeweitet, d.h. die Angeklagten wurden in ihren Verteidigungsrechten nicht beschnitten. Wenn die STA die Anklage nicht ausgeweitet hätte, wäre es unter Umstände problematisch geworden.

Bei Scheuch gab es einen Verstoß gegen das Überraschungsverbot, weil er vom Richter aufgrund eines Sachverhaltes verurteilt wurde, der so von der Staatsanwaltschaft nicht (!) angeklagt wurde. Das ist jetzt aber nicht der Fall.

iura novit curia

war die Antwort des K-STA..nachdem die Verteidiger den Sachverständigen des STA abberufen wollten, bzw. einen Antrag gestellt hatten.....d.h. der Birni war in die Verkaufsverhandlungen lt. Berlin nicht einbezogen und sollte 6 Millionen kassieren..???

Gast: korrupti
18.07.2012 13:06
4 0

Wie bitte? Der Steuerzahler musste für diese offensichtlich falschen Gutachten 50.000 Euro blechen??!!

Jeder wusste das vorher, dass 6 Millionen Euro für so ein Papier zuviel war!! Für wie blöd halten diese Gutachter u. Dörfler u. Co. den Steuerzahler eigentlich?! UNFASSBAR!!!

Re: Wie bitte? Der Steuerzahler musste für diese offensichtlich falschen Gutachten 50.000 Euro blechen??!!

Kärnten ist eben anders und das gläubige Volk dieser Provinz

zündet in Lambichl

immer noch täglich viele Kerzalan für ihren + "Paten" Jörgi an.

3 2

Re: Re: Wie bitte? Der Steuerzahler musste für diese offensichtlich falschen Gutachten 50.000 Euro blechen??!!

bitte nicht alle Kärntner in einen Topf werfen, ich bin auch aus diesem wunderschönen Bundesland und kann diese ganze Bagage nicht mehr sehen, NUR es gibt und gab keine Alternativen oder Glauben sie im Ernst im prölschen NÖ bzw. im häuplschen Wien ist es besser??? oder vielleicht sind sie ja einfach nur neidig kein Kärntner zu sein.

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