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Begas-Affäre: Horrende Gagen und Spekulationsgeschäfte

19.07.2012 | 12:46 |   (DiePresse.com)

Die Ex-Vorstände der in Landes- und Gemeindebesitz stehenden Begas erhielten Traumgagen und spekulierten mit Lebensversicherungen von Todkranken.

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Knalleffekt in der Begas-Affäre: Das Nachrichtenmagazin "News" veröffentlicht in seiner Ausgabe vom Donnerstag erste Details eines Wirtschaftsprüfers. Darin werden erstmals die horrenden Gagen - die Ex-Vorstände Rudolf Simandl und Reinhard Schweifer erhielten mehr als 480.000 bzw. mehr als 320.000 Euro Jahresbruttogehalt - genannt. Auch Spekulationsgeschäfte in den USA tauchen darin auf. Konkret wurden Lebensversicherungen von todkranken Amerikanern gekauft. Weiters ist darin von eigenen Sondertarifen für die Ex-Bosse die Rede. Die Begas ist ein burgenländischer Energiedienstleister und Gasversorger im Eigentum des Landes und von 110 Gemeinden.

Am 13. April nahm die Begas-Affäre ihren Lauf: Simandl wurde - auf eigenen Wunsch - beurlaubt, drei Tage später teilte das Unternehmen mit, dass sich alle Begas-Manager der letzten zehn Jahre einer Sonderprüfung unterziehen müssten. Am 23. April wurde Simandl schließlich fristlos entlassen, belastende Unterlagen waren der Grund. Weitere drei Tage später legte Schweifer sein Vorstandsmandat in der Begas (zuvor saß er beim Gasversorger im Chefsessel, Anm.), dass er erst am 1. Jänner 2011 erhalten hatte, zunächst freiwillig zurück. Auch er wurde später rückwirkend fristlos entlassen.

Steuerschonende Verrechnung

Bis dahin gab es Gerüchte um steuerschonende Verrechnungen von Privatausgaben und Unregelmäßigkeiten. "News" konkretisiert dies nun: Simandl soll etwa im Geschäftsjahr 2010/2011 ein Monatsbruttogehalt für eine 35-Stunden-Woche in der Höhe von 34487,42 Euro (pro Jahr 14 Gehälter, Anm.) erhalten haben. Schweifer für 2009/2010 etwas weniger. Insgesamt soll Simandl mehr als eine halbe Millionen Euro, Schweifer mehr als 100.000 Euro zu viel kassiert haben. Laut dem Magazin soll Simandl mehr als 200.000 Euro davon in den vergangenen Monaten zurückbezahlt haben.

Beide Ex-Chefs sollen außerdem in den Genuss eines Gas-Sondertarifs gekommen sein, Privatkosten sollen in Nebenaufzeichnungen von der Begas erfasst und gegen Prämienansprüche der Vorstände verrechnet worden sein. Bei Simandl dürften Kilometergeldabrechnungen nicht gepasst haben, Schweifer (er hat bereits Selbstanzeige erstattet, Anm.) soll zwei Pkw rein privat genutzt haben.

Präsident "bittet um Verständnis"

Offiziell hieß es dazu am Donnerstag von Bewag-Aufsichtsratspräsident Josef Kaltenbacher, dass sich durch die Fusion von Bewag und Begas (mit 1. Juli, Anm.) die Zuständigkeiten verändert hätten und bat "um Verständnis, dass sich das Aufsichtsratspräsidium derzeit intensiv mit der Sichtung der umfangreichen Unterlagen beschäftigt, um sich Klarheit über den vorliegenden Sachverhalt zu verschaffen. Durch die Entlassung der beiden ehemaligen Vorstände ist ein erster wichtiger Schritt erfolgt. Das Präsidium wird nach umfassender Aufarbeitung der zu beurteilenden Sachverhalte über die weitere Vorgangsweise entscheiden. Es ist wichtig, dass alles vollständig aufgeklärt wird", betonte er.

Niessl: "Sauerei"

Heftige Kritik in der Begas-Affäre hat am Donnerstag auch der burgenländische Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) geübt. "Diese Gagen sind eine Sauerei", teilte er Medienvertretern am Rande einer Pressekonferenz in Mattersburg mit. "Seit zwölf Jahren, seit ich Landeshauptmann bin, gibt es null Toleranz gegen Mitarbeiter, die gegen die Gesetze verstoßen." Er forderte, dass das Geld, sofern dies rechtlich möglich sei, zurückgezahlt werde und hielt fest, dass die BEGAS erst seit wenigen Tagen zum Land gehöre und man vorher keinen Zugriff gehabt habe. "Wären wir zuständig gewesen, hätten wir das schon lange repariert", so Niessl.

Die Vertreter der Liste Burgenland (LBL) fordern in der BEGAS-Affäre nun Niessl, Landeshauptmannstellvertreter Franz Steindl (ÖVP) sowie Finanzlandesrat Helmut Bieler (SPÖ) zum Rücktritt auf. Die "Unwissenheitsbehauptung" sei eine "glatte Lüge", hieß es.

Heftige Kritik

Von den Oppositionsparteien FPÖ und Grüne hagelte es auch heftige Kritik. Grün-Abgeordneter Michel Reimon forderte Justiz und Land zum sofortigen Handeln auf. "Der Aufsichtsrat ist von den Vorwürfen offensichtlich seit Tagen informiert, alle Beschuldigten wissen, dass Ermittlungen auf sie zukommen müssen. Um Absprachen und etwaige Beweismittelvernichtung zu erschweren, muss die Staatsanwaltschaft sofort mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln die Ermittlungen aufnehmen", so Reimon.

Die Freiheitlichen zeigten sich in einer ersten Reaktion "schockiert" und setzten die Begas-Affäre mit denn "größten Politskandalen in der Landesgeschichte", unter anderem der Bank Burgenland, gleich. FP-Klubobmann Johann Tschürtz forderte eine rasche Sondersitzung des Landtages. "Es muss alles getan werden, um sich an den Verantwortlichen, an Ex-Vorständen, Aufsichtsräten, Wirtschaftsprüfern und an allen anderen, die infrage kommen, möglichst schadlos zu halten. Auch die Gemeinden als ehemalige und womöglich geschädigte Eigentümer müssen hier aktiv werden", meinte Tschürtz.

 

(APA)

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32 Kommentare
 
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Jetzt einmal halblang

Der wahre Skandal sind nicht die Gagen sondern was man dafür in Österreich kriegt. Diese Luschen sind doch die üblichen Politgünstlinge (auch von Niessl Gnaden) und sind somit nicht den Gehalt einer Putzfrau wert. Wohin die BEGAS unter den beiden Versagern ging zeigt ja so einiges.

Aber in der grossen weiten Energiewelt sind 500.000 für einen Topmann absolut normal. Sollte man allerdings dafür einen echten Topmann kriegen was selten der Fall ist wie ich zugeben muss.

Schaut euch einmal an was die im Verbund oder in der OMV verdienen und was sie dafür so geleistet haben. Preis Leistung stimmt hier nicht - nicht die Höhe der Zahl.

Re: Jetzt einmal halblang

Und was glauben Sie kann ein "Topmann"? Kann der etwa aus x Molekülen Butan x Moleküle Oktan machen?

Re: Re: Jetzt einmal halblang

Nein, aber der versteht zumindest genug vom Geschäft dass er keine Spekulationen braucht um ein gutes Ergebniss zu liefern. Diese Leutchen sind allerdings nicht gerade die umgänglichsten Zeitgenossen. Aber die bringens echt.

Es gibt auch Österreicher die sowas können aber die meisten sind nicht in Österreich.

3 0

Super Ansage

Seit 12 Jahren Landeshauptmann und tut jetzt überrascht was die Vorstände seines größten Unternehmens verdienen. Was hat er die letzten 12 Jahre gemacht?

Gast: b754
19.07.2012 20:29
1 1

Schuld ist der Schüssel!


Antworten Gast: b755
19.07.2012 22:23
1 0

Re: Schuld ist der Schüssel!

Was nimmst du? Gras?

Der Darabos(ch) 2000!

Na, wer schrieb Anno Juni/Juli 2000 im burgenländischen Baddeiblattl BF so feurige Verteidigungsartikel im Bank Burgenland-Skandal d unter der Parole "Der Stix weiß von nix" ? Ja der Baddeisekretär " Bertl" Darabos(ch), heute Verteidigungsminister!
Auch im zahnlosen Untersuchungsauschuss des bgld. Landtages war der "Bertl" am eifrigsten, wenn es um die Vernebelung der politischen Veranwortung des LH und Finanzreferenten Karl Stix für den BaBu-Skandal ging. Hilreich zur Seite stand ihm sein schwarzes Pendant, der "Niki" Berlakowitsch - der auch jetzt in der Bundesregierung versitzt...
Ach ja, die tiefrote Frau Tumpel-Gugerell knotzte als rote Quotenfrau als Vizegouverneurin in der Nationalbank - und verschleppte 1999/2000 als Zuständige für die Bankenprüfung die Untersuchungen in der Bank Burgenland über ein halbes Jahr - bis zu ihrem Entsetzen dann nicht mehr der Genosse Edlinger im Finanzmninisterium sondern der blaue KHG saß...

Gast: Argesauge
19.07.2012 18:08
5 0

da ist ganz einfach eine

MAFIA am Ruder

in ganz Österreich - und zwar unter dem Schutzschirm der politischen Parteien!

Insb. rot/schwarz haben das Land seit Ende des zweiten Weltkrieges ausgeraubt!

lucona,akh, noricum, Buwog, BAWAG sind keine Einzelfälle die hin und wieder mal vorkommen, sondern nur die sichtbaren Fälle eines Systems das gemeinhin als

MAFIA

bezeichnet wird.

Herr Staatsanwalt ermitteln Sie!!!

Gast: Gast362
19.07.2012 17:42
3 0

Die Gerechtigkeit der SPÖ

300.000-500.000 Euro Jahresgehalt für die SPÖ-Bonzen!

4 0

genau so sieht die alternative zur

vielseits so gehassten freien marktwirtschaft aus.

Antworten Gast: freierMarktSklave
19.07.2012 17:20
0 0

Re: genau so sieht die alternative zur

würde ich wählen können, wäre mir natürlich ersteres auch angenehmer.

3 0

Ein Sumpf von Korruption seit 1921


Burgenland ist ein Selbstbedienungsladen seiner Proporz-Führerschaft.

Die Skandale ziehen sich wie ein roter(!) Faden durch die Geschichten.

Bank Burgenland, BEWAG, nun BEGAS.....

Wer in Eisenstadt lebt, weiß ja, welche Vetternwirtschaft herrscht, wie viele ohne Leistung absahnen und Steuer- und Fördergelder abzocken.

Zur Beruhigung: der Wähler will das so und wird wieder jene Wählen, welche sie zuerst betrogen und dann als die Saubermänner auftreten. Nach der Wahl sind sie wieder die Betrüger.

Diagnose: politisches Stockholm-Syndrom.

Antworten Gast: HB4242
19.07.2012 18:13
0 0

Re: Ein Sumpf von Korruption seit 1921

Habens schon mal über Ihre Landesgrenzen hinausgeguckt ? ! ?

Dann schreibens uns, was - wo - und wann besser ist oder war ! ? !

Gast: schüsselfekter
19.07.2012 16:07
3 1

keine zeit

für solche fälle hat die staatsanwaltschaft keine zeit. die müßen ja nocheinmal auf die tierschützer losgehen. ist ja auch viel einfacher, denn diese gehören keiner korrumperlpartei an.

5 0

DAS rote Burgenland,

da kommt sicher nichts heraus, Im Gegenteil, man wird in Zusammenarbeit mit den Vereinigten Regierungsmedien zur Ablenkung umso mehr auf Nichtrote losgehen. Die Pleite der Bank Burgenland, die man an die ukrainische Mafia verkaufen wollte, ist ja auch sang- und klanglos verschwunden.

5 0

Der Klang des fallenden Guillotinenbeils ...

... ist die schönste Musik. Man müßte sie nur endlich hören können.

Gast: super
19.07.2012 13:52
8 0

liebe leute...

das ist nur die spitze des eisberg....

und letztendlich wird alles herauskommen.

dann werden sich diese kasperl dafür rechtfertigen müssen.

herr nissel hat nix gewußt ? politische verantwortung? (was ist das?)

Gast: HB4242
19.07.2012 13:36
15 0

Horrende Gagen und Spekulationsgeschäfte ...

Egal wo man hinschaut, es wird nur mehr gelogen, betrogen und abgezockt ! ! !

Gast: Stefan Grauermann
19.07.2012 13:35
2 0

Ah geh', da schau her ...

... niemand darf im Burgenland mehr verdienen als der Herr Landeshauptmann. Interessanter Ansatz. Und wenn, was ja in Österreich fast denkunmöglich ist, ausgenommen im Süden, jemand fleißiger, gescheiter oder einfach erfolgreicher ist als der Herr Landeshauptmann? Wird so ein Manager dann seine guten und wertvollen Ideen wieder vergessen, statt sie zu realisieren - schließlich hat er ja nix davon - und damit dem Gemeinwohl höheren Schaden zufügen als durch ein angemessenes Gehalt??

Übrigens, eine alte Geschichte aus den Zeiten des Kommunismus und der Gleichmacherei:
Patient: "Wieso, Herr Doktor verdienen Sie das zwanzigfache vom Heizer?
Antwort des berühmten Chirurgen: "Wissen Sie was , ich lasse Sie vom Heizer operieren!"

Gast: almöhi
19.07.2012 13:13
1 1

wenn sogar die FPÖ-Leute

entsetzt sind, die da ja allerlei selbst zu bieten haben, entsetzt sind, muss das ja apokalyptische Ausmasse haben. Und wo bleibt die ÖVP, die wahrlich von Geld, insbesondere anderer Leute,etwas versteht ?

Und es bestätigt sich immer mehr

Energie ist in Österreich zu teuer.

Wenn ein regional tätiges Energieunternehmen, Managern solche Gagen zahlen kann, dann kann doch etwas nicht stimmen.

Gast: "gelernter" österreicher
19.07.2012 12:52
6 0

"Wären wir zuständig gewesen, hätten wir das schon lange repariert", so Niessl.

aha...

mitwisserei zählt wie das verbrechen selbst,heißts so schön...

und er will der angeblich "eh depperten" bevölkerung weismachen,er hätte keine ahnung von den gagen gehabt????????

Die soziale Gerechtigkeit von Werner Faymann..

....man bringe die SPÖ Leute in Stellung und lasse Sie abkassieren!

Die Arbeiter zahlen die Rechnung dafür! Bravo Werner!

Deine Inserate hast Du ja letztendlich auch die Arbeitnehmer bezahlen lassen!

Ein Hoch! für Deine soziale Gerechtigkeit!


Gast: BHbeobachter
19.07.2012 12:22
10 0

Darabosche politische Kultur

ROTE Burgenlaender unter sich. Na, weiter fleissig auf den Kaerntnern herumhacken? Wo ist die GRUENE Empoerung?

Re: Darabosche politische Kultur

Die grüne Empörung kann man im o. a. Artikel lesen, ob man sie ernst nimmt, das bleibt jedem selbst überlassen. Fakt ist, dass das Burgenland genau so ein politischer Sumpf ist, wie Wien, NÖ, Kärnten, etc. etc. Der Saustall ist überall der glieche und die Bürger dürfen zahlen.

... 1987 zog er sich aus der aktiven Politik zurück.

Gemeint ist der "Kery", welcher ...
damals über die BEWAG stolperte und Cap's Manifest ihm das Weitermachen verwehrte.

Seine Nachfolger haben aber dem Burgenland die Sitten erhalten;

geändert haben sich nur die Namen in der bgld. Leistungsgesellschaft!

 
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Hobbyökonom