Wiens Touristiker dürfen sich über eine erfolgreiche Halbjahresbilanz 2012 freuen: Mit 5,5 Millionen Nächtigungen kamen so viele Menschen wie noch nie zwischen Jänner und Juni zu Besuch in die Bundeshauptstadt. Gegenüber dem Vergleichszeitraum 2011 bedeutet dies ein Plus von 8,4 Prozent. Eine Steigerung gab es auch beim Umsatz - allerdings eine zu geringe, wie Tourismusdirektor Norbert Kettner einräumte. Für den Fremdenverkehr sei der Bau der dritten Flughafenpiste eine Notwendigkeit, betonte er.
Was die Nächtigungszahlen anbelangt, habe man in jedem der ersten sechs Monate 2012 einen Rekordwert geschafft, freute sich Kettner. Unter den 30 nächtigungsstärksten Herkunftsländern gab es laut Statistik nur vier mit Rückgängen - und zwar aus Ländern, die besonders von der Wirtschaftskrise betroffen sind: Griechenland, Spanien, Italien und Rumänien. Ansonsten gab es fast nur Zuwächse, außerhalb Europas sogar im zweistelligen Bereich.
Dritte Flughafenpiste notwendig
Gerade angesichts der Steigerungen aus Übersee sei die projektierte dritte Flughafenpiste in Schwechat eine Notwendigkeit. Auch im Hinblick auf Wiens führende Position im Kongressgeschäft und der Tatsache, dass gut drei Viertel aller Teilnehmer per Flugzeug anreisen. "Ich appelliere an alle, die über diese Statistiken jubeln, sich darüber klar zu sein, dass man dafür auch was tun muss, um das halten zu können", so Kettner. Die zusätzliche Start- bzw. Landebahn sei entscheidend, ob Schwechat zum Hub werde oder ein Regionalairport bleibe.
Getrübt wird der positive Nächtigungstrend im vergangenen Halbjahr allerdings von den Umsatzzahlen. Zwar liegt der Wert zwischen Jänner und Mai - die Juni-Bilanz liegt noch nicht vor - mit 191,5 Millionen Euro netto zwar 5,1 Prozent über dem Niveau von 2011, ist aber laut Kettner zu gering, um mit dem Nächtigungszuwachs Schritt halten zu können. Soll heißen: Für den einzelnen Hotelier bleibt weniger über. Dazu trägt auch bei, dass die durchschnittlichen Zimmerpreise leicht gesunken seien. Der Tourismuschef nahm hier allerdings die Unternehmer selbst in die Pflicht: "Wir haben keinen Einfluss auf die Preisgestaltung. Wir legen den Ball nur auf, ins Tor geschossen werden muss er von den Betrieben selbst."
(APA)
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